Analyse

Cisco: robuster Riese im Tech-Sektor

Aktien aus der IT-Branche stehen unter Druck. Zu den Konzernen, die sich in der brutalen Korrektur am wackersten schlagen, gehört Cisco Systems. Der Netzwerkausrüster aus dem Silicon Valley ist unterbewertet und besticht durch eine generöse Ausschüttungspolitik.

Christoph Gisiger
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Jetzt ist es offiziell: Der S&P 500 hat seit dem Allzeithoch von Anfang Januar mehr als 10% verloren. Die amerikanischen Aktienmärkte befinden sich damit zum ersten Mal seit dem Covid-Crash vom Februar/März 2020 in einer Korrektur.

Neben der hohen Inflation und steigender Zinsen sorgt der militärische Konflikt in der Ukraine zusätzlich für Verunsicherung. Doch so zynisch es klingen mag: Für den S&P 500 ist die Entwicklung im Tech-Sektor momentan weitaus wichtiger als die Eskalation in Osteuropa und Sanktionen gegen Russland.

Savita Subramanian, Chefstrategin für US-Aktien bei Bank of America, erläutert dazu in einer Studie, dass die Konzerne im S&P 500 bloss 0,1% ihrer Einnahmen direkt in Russland erwirtschaften. Der Sektor Informationstechnologie hingegen kommt im Leitindex auf ein nahezu rekordhohes Gewicht von 28%. Zählt man den Sektor Kommunikationsdienste mit Titeln wie Google, Facebook und Netflix hinzu, sind es 37%.

Gewicht des IT-Sektors im S&P 500.

Gewicht des IT-Sektors im S&P 500.

Quelle: Bank of America

Im Vergleich zum breiten Gesamtmarkt kämpfen Tech-Aktien schon seit Ende Herbst mit einer brutalen Korrektur. In den spekulativeren Segmenten haben viele Unternehmen mehr als die Hälfte ihres Spitzenwerts eingebüsst. Das Branchenbarometer Nasdaq 100 hat seit dem Allzeithoch vom 19. November über 16% verloren:

Nasdaq 100

Performance über letzte zwölf Monate, in %
Nasdaq 100
S&P 500

«Höhere Zinsen, Enttäuschungen beim Wachstum und der Wendepunkt im Verlauf der Pandemie werden in Echtzeit in Tech-Aktien eingepreist», hält BofA-Strategin Subramanian fest. Wie sie weiter ausführt, haben Analysten die Gewinnprognosen für Unternehmen im breit gefächerten Nasdaq Composite Index seit dem dritten Quartal um 0,5% reduziert, während die Schätzungen für den S&P 500 um 2% nach oben revidiert worden sind.

Subramanian macht noch eine weitere wichtige Beobachtung: Neue Aktienrückkäufe sind im Tech-Sektor praktisch zum Stillstand gekommen. So entfallen auf Tech-Konzerne seit Anfang Jahr volumenmässig bislang bloss 2% der angekündigten Buyback-Programme im S&P 500. Im Gegensatz dazu kam die Branche in den letzten drei Jahren für jeweils 30 bis 35% der angekündigten Rückkäufe auf:

S&P 500: Aktienrückkäufe nach Sektoren

Volumen angekündigter Buyback-Programme, in % aller Unternehmen aus dem Index
2019 2020 2021 2022
IT3235302
Finanzen2825174
Kommunikationsdienste641517
Zyklischer Konsum812118
Gesundheit6691
Industrie1010734
Basiskonsum32612
Grundstoffe3154
Energie54117
Immobilien0000
Versorger0100
Total, in Mrd. $70126175186

Zu den raren Ausnahmen zählt Cisco Systems. Der Netzwerkausrüster schlägt sich in der Korrektur wacker und hat letzte Woche solide Quartalszahlen präsentiert. Zudem erhöht er die Dividende weiter und baut das laufende Aktienrückkaufprogramm um 15 auf 18 Mrd. $ aus.

Der Zeitpunkt erscheint also günstig, sich eingehend mit den Aussichten für die Aktien des IT-Riesen zu befassen.

«Value Play» im Tech-Sektor

Als weltgrösster Netzwerkausrüster steht Cisco Systems 📈 im Epizentrum des massiven Umbruchs zur digitalen Transformation der Wirtschaft. 1984 von den Computerwissenschaftlern Leonard Bosack und Sandy Lerner der Universität Stanford gegründet, gehört der Konzern heute zu den Ikonen des Silicon Valley. Der Firmenname ist eine Abkürzung von San Francisco, das Unternehmenslogo eine Anspielung auf die Golden Gate Bridge.

Der Aufstieg zum Branchenleader gelang mit dem Tech-Boom der späten Neunzigerjahre. Cisco avancierte damals zum Superstar der Internetrevolution. Auf dem Top im März 2000 markierte der Aktienkurs ein Rekordhoch von über 80 $. Mit rund 500 Mrd. $ Marktkapitalisierung übertrumpfte Cisco für kurze Zeit Microsoft als wertvollstes Unternehmen der Welt.

Umso härter war der Aufprall, als die Monsterblase im Tech-Sektor platzte. Die Aktien von Cisco brachen bis zum Tief im Oktober 2002 annähernd 90% auf 8.60 $ ein. Obschon der Konzern mit einer aktuellen Kapitalisierung von knapp 240 Mrd. $ heute als Mitglied des Dow Jones zur Elite von Corporate America gehört, bewegt sich der Kurs noch immer rund 30% unter der Bestmarke der Internethausse:

Cisco Systems: langfristige Kursentwicklung

Performance seit Anfang 1996, in %

Nachdem die Titel im Nachgang des Dotcom-Crashs mehr als zehn Jahre seitwärts tendierten, haben sie seit Mitte des letzten Jahrzehnts immerhin wieder etwas an Dynamik gewonnen. Das lässt sich einerseits mit der generellen Präferenz für Tech-Aktien an der Börse erklären. Andererseits hat es aber auch mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze zu tun.

Seit Juli 2015 wird Cisco von Chuck Robbins geführt, der bereits seit 1997 in Diensten des Unternehmens steht und auf den langjährigen Konzernchef John Chambers folgte. Obschon sich die Dinge unter Robbins in die richtige Richtung entwickeln, wird das an der Börse aber nur partiell honoriert. In den letzten fünf Jahren haben die Aktien zwar rund 80% gewonnen, hinken dem Nasdaq 100 jedoch deutlich hinterher:

Cisco Systems: Performance über letzte fünf Jahre

in %
Cisco Systems
Nasdaq 100
S&P 500

Anders als viele bis vor Kurzem «heisse» Wachstumswerte schlägt sich Cisco in der derzeitigen Korrektur dafür relativ ansprechend. Seit der Nasdaq 100 Mitte November das Allzeithoch markiert hat, bewegen sich unter den grossen Namen aus dem Tech-Sektor sonst nur Apple und IBM ebenfalls in positivem Terrain:

Kursentwicklung grosser Tech-Aktien

Performance seit dem 19. November, in %

Hinzu kommt, dass Cisco attraktiv bewertet ist. Auf Basis der Analystenschätzungen für die nächsten zwölf Monate weisen die Titel eine Free-Cashflow-Rendite (freier Cashflow in Prozent des Unternehmenswerts; je höher der Wert, desto günstiger ist eine Aktie) von 7,5% aus. Unter den amerikanischen Tech-Aktien im Nasdaq 100 ist nach diesem Schlüsselkriterium nur eBay (10,7%) günstiger:

Kennzahlen führender Tech-Konzerne

Börsenwert Wachstum Ebit-Marge ROIC Free-Cashflow-Rendite KGV Umsatz-Multiple Rendite
Apple2'68228.6%30.9%37.9%4,0%2660.5%
Microsoft2'15720.6%42.5%21.7%3.3%29100.9%
Google1'71341.2%30.6%18.5%5.2%225-
Amazon1'52921.7%5.3%6.5%1.7%623-
Nvidia58561.4%37.3%20.0%2.2%42170.1%
Facebook55037.2%39.6%21.0%5.5%164-
Cisco Systems2377.3%27.3%16.6%7.5%1642.7%
Broadcom23714.9%31.6%8.3%5.6%1792.8%
Adobe20722.7%36.8%19.4%3.7%3211-
Qualcomm18735.0%30.9%27.7%7.0%1441.6%

Am amerikanischen Aktienmarkt gehört Cisco damit zu den prominentesten Substanzwerten. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass die Valoren unter den grössten Positionen in Fonds wie dem Vanguard Value ETF und dem iShares Russell 1000 Value ETF rangieren. Hält die Rotation von Wachstums- in Value-Aktien an, könnte Cisco demnach sogar von diesem Trend profitieren.

Doch das ist nicht der einzige Grund, der für ein Engagement in den Titeln spricht.

Ausrüster für eine hybride Arbeitswelt

Aus fundamentaler Sicht ist Cisco Systems ausgezeichnet positioniert, um vom strukturellen Wachstum der IT-Ausgaben zu profitieren. Mit dem Abklingen der Pandemie kehren viele Leute an ihren Arbeitsplatz zurück, während «Work from Home»-Arbeitsmodelle gleichzeitig nicht mehr wegzudenken sind. Firmen müssen deshalb ihre Netzwerke aufrüsten, Online-Anschlussmöglichkeiten verbessern und vermehrt auf Sicherheitsaspekte achten.

In dieser hybriden Arbeitswelt nehmen Investitionen in Technologie deutlich zu. Gemäss dem Researchdienst Gartner sind die globalen IT-Ausgaben letztes Jahr 9% gestiegen. Dieses Jahr dürften sie um 5% auf insgesamt rund 4,5 Bio. $ zunehmen, worauf im nächsten Jahr erneut mit einem Wachstum in dieser Grössenordnung gerechnet wird:

Globale IT-Investitionen

in Mrd. $
Kommunikationsdienste
IT-Dienste
Endgeräte
Software
Data Center
Prognose (ab 2022)

Für Cisco ergeben sich dadurch erbauliche Perspektiven. Der Konzern erwirtschaftet rund 55% seiner Einnahmen mit Grosskonzernen und Kunden aus dem öffentlichen Sektor. Unternehmen mit weniger als 1000 Angestellten kommen für 25% der Einnahmen auf. Die restlichen 20% entfallen auf die Telecomindustrie. Geografisch stammen 85% des Umsatzes aus Amerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika. In Asien ist das Unternehmen hingegen weniger präsent.

Die Kernprodukte von Cisco sind Switches und Routers, Grundbausteine für jedes digitale Netzwerk. Im globalen Markt für Switches (Schalter oder Weichen, die Endgeräte zu einem Datennetzwerk verbinden) verfügt der Konzern laut dem Researchhaus IDC über einen Anteil von rund 45%. Bei Routers, die verschiedene Netzwerke miteinander verknüpfen, beläuft sich der Marktanteil auf etwas weniger als 40%.

Entsprechend robust entwickelt sich die Nachfrage. Wie Cisco letzte Woche beim Abschluss des zweiten Quartals per Ende Januar berichtete, hat der Auftragseingang zur dritten Berichtsperiode in Folge über 30% zugenommen. Der Auftragsbestand beträgt gegenwärtig rund 14 Mrd. $, 150% mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr.

«Unsere Kunden agieren schneller als je zuvor, angetrieben durch den Wechsel zu hybriden Arbeits- und Cloud-Modellen», sagte CEO Robbins während der Ergebnisbesprechung mit Analysten.

Als hybrides Cloud-Modell wird ein IT-Umfeld bezeichnet, in dem sowohl unternehmenseigene Grossrechner wie auch Cloud-Dienste von Anbietern wie Amazon, Microsoft oder Google zum Betreiben von Computerprogrammen und zum Austausch von Daten genutzt werden. «Das erfordert eine Modernisierung der Infrastruktur, eine neue Sicherheitsarchitektur sowie eine Beschleunigung der digitalen Transformation», fügte Robbins hinzu.

Wie viele andere Konzerne sieht sich Cisco gegenwärtig allerdings ebenfalls mit Lieferengpässen und steigenden Materialkosten konfrontiert. Ein Problem, dass ebenso kleinere Konkurrenten wie Arista Networks, Ciena und Juniper Networks auf Trab hält. Besonders Halbleiter sind nach wie vor knapp, weshalb Aufträge nur begrenzt abgearbeitet werden können. Zudem stellt sich die Frage, ob Kunden absichtlich zu viel bestellen, um ihren Bedarf besser abdecken zu können und um Lager aufzubauen.

«Im Verlauf des vergangenen Quartals hat sich die Lage bei den Lieferketten weder materiell verschlechtert noch wirklich materiell verbessert», sagte Robbins. «Wir wissen momentan nur, dass diese Situation auch durch das zweite Semester unseres Geschäftsjahres anhalten wird», meinte der Cisco-Chef weiter.

Am Ausblick für das Rechnungsjahr per Ende Juli ändert sich deshalb wenig. Die Prognose zum Umsatzwachstum wird auf 5,5 bis 6,5% präzisiert. Sie liegt leicht über den bisherigen Analystenerwartungen und kommt Einnahmen von rund 52,6 bis 53,1 Mrd. $ gleich. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll sich auf 3.41 bis 3.46 $ verbessern. Der Konsens hat im Vorfeld der Ergebnispublikation mit 3.42 $ gerechnet.

Geschäftsmodell gewinnt an Attraktivität

Zusätzlich zu den ansprechenden Aussichten im Markt für Netzwerkequipment spielt für den Investment Case von Cisco auch die Veränderung des Geschäftsmodells eine zentrale Rolle. Der Konzern erwirtschaftet einen immer grösseren Anteil des Umsatzes mit Software und wiederkehrenden Einnahmen. Er wird dadurch weniger anfällig für zyklische Schwankungen und stärkt seine Ertragskraft.

Die Fortschritte in diesem Bereich lassen sich anhand von Zahlen belegen. Ciscos Einnahmen mit Software zur Optimierung und zum Schutz von Netzwerken, zum unkomplizierten Abrufen von Daten aus der Cloud sowie zur Kollaboration mit Diensten wie der Videokonferenz-Plattform Webex sind in den letzten fünf Jahren um 60% auf 15 Mrd. $ gestiegen. Annähernd 80% davon basiert heute auf Software-Abonnements, zuvor war es weniger als die Hälfte:

Cisco Systems: Geschäft mit Software

Umsatz, in Mrd. $
Software-Abonnements
Gesamteinnahmen mit Software

Auch mit anderen Diensten kann der Konzern Kunden immer mehr für langfristige Lizenzen gewinnen. Insgesamt sind die jährlichen Einnahmen mit abonnierten Serviceleistungen seit 2017 von 12 auf 22 Mrd. $ gestiegen. Gemessen am Konzernumsatz hat ihr Anteil von 25 auf 44% zugenommen:

Cisco Systems: Einnahmen mit Abonnements

Umsatz, in Mrd. $
Software-Abonnements
Abonnements für andere Dienste

Das Geschäft von Cisco ist dadurch weniger stark gegenüber dem Konjunkturverlauf und der Zyklizität von IT-Investitionen exponiert. Ebenso lassen sich mit Software tendenziell festere Margen erwirtschaften als mit Hardware. So bewegt sich die Gewinnspanne auf Stufe Ebit heute um rund 27 bis 29%, wogegen es früher 21 bis 23% waren:

Cisco Systems: Entwicklung der Ertragskraft

Ebit-Marge (rollierend über 12 Monate), in %

Diese operativ ermutigenden Trends sollen sich künftig weiter akzentuieren. Am Investorentag vom letzten Herbst hat das Cisco-Management in Aussicht gestellt, den Umsatz in den nächsten fünf Geschäftsjahren um durchschnittlich jeweils 5 bis 7% zu steigern. Das Geschäft mit Diensten soll mit einer durchschnittlichen Kadenz von 15 bis 17% pro Jahr expandieren und bis 2025 für die Hälfte der Konzerneinnahmen aufkommen.

An der Börse wird die Veränderung in Ciscos Geschäftsmodell zwar registriert. Sie macht sich bisher aber nur teilweise in einer höheren Bewertung bemerkbar. Gemäss dem Datendienst S&P Capital Market Intelligence haben die Titel in den letzten fünf Jahren zu einem vorausblickenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von durchschnittlich 15 gehandelt. Der Vergleichswert für die vorangegangenen fünf Jahre belief sich auf 11,5.

Cisco Systems: Kurs-Gewinn-Verhältnis

basierend auf den Schätzungen für die nächsten zwölf Monate

Angesichts der operativen Verbesserungen besteht bei der Bewertung noch einiger Spielraum nach oben. Zum Schlussstand vom Dienstag beträgt das KGV von Cisco weniger als 16. Die Titel werden damit gegenüber dem Nasdaq 100 (KGV: 26) wie auch gegenüber dem breit gestreuten S&P 500 (KGV: 19,5) nach wie vor zu einem Abschlag gehandelt.

«Mit Blick auf Ciscos Wachstumsprofil als reiferes Unternehmen erachten wir den zunehmenden Umsatzbeitrag durch Software und Lizenz-Abonnements als Schlüsselfaktor für die langfristige Steigerung der Bewertung», denkt diesbezüglich Ittai Kidron, IT-Analyst beim Broker Oppenheimer. «Wir glauben, dass der Aktienkurs mit dem zunehmenden Umsatzanteil abonnierter Dienste im Lauf der Zeit steigen wird», hält er fest.

Beitragen könnten dazu auch Akquisitionen. Letzte Woche kamen Gerüchte auf, dass Cisco eine Offerte von 20 Mrd. $ für Splunk unterbreitet habe, ein auf die Analyse und die Überwachung von Unternehmensdaten spezialisiertes Softwareunternehmen mit rund 18,5 Mrd. $ Börsenwert, 2,5 Mrd. $ Jahresumsatz und kräftigem Wachstum. CEO Robbins wollte dazu beim Quartalsabschluss lediglich sagen, dass Cisco bei Übernahmen «weiterhin sehr, sehr diszipliniert» vorgehen werde.

Grosszügige Ausschüttungspolitik

The Market hat schon mehrfach mit Zuversicht über die Aktien von Cisco Systems berichtet (frühere Einschätzungen zur Aktie finden Sie hier, hier und hier). An unserer optimistischen Grundhaltung hat sich nichts verändert. Zusammen mit der günstigen Bewertung, dem attraktiven Marktumfeld und der positiven Veränderung des Geschäftsmodells spricht für ein Investment - wie eingangs erwähnt - ebenso die generöse Ausschüttungspolitik.

Die Grundlage dafür sind die kerngesunde Bilanz mit einer Netto-Cashposition von 9,6 Mrd. $ sowie der solide Cashflow. Der Analystenkonsens geht davon aus, dass der freie Mittelfluss im laufenden Geschäftsjahr rund 14,8 Mrd. $ beträgt und in den nächsten beiden Jahren auf 16,7 bzw. 17,5 Mrd. $ zunimmt.

Cisco Systems: freier Cashflow

in Mrd. $
Prognose (ab 2022)

Ausser der Erweiterung des Rückkaufprogramms auf 18 Mrd. $ hat der Konzern letzte Woche ebenso eine Erhöhung der quartalsweise ausgeschütteten Dividende um 3% auf 0.38 $ pro Aktie angekündigt. Auf das Jahr hochgerechnet resultiert eine für den Tech-Sektor überaus feudale Rendite von 2,7%. Aktien aus dem S&P 500 rentieren im Schnitt 1,4%.

Investorinnen und Investoren können auch künftig mit einer steigenden Barausschüttung rechnen. Cisco hat für das Geschäftsjahr 2011 erstmals die Zahlung einer Dividende aufgenommen und sie seither jedes Jahr unterbruchlos erhöht. Mit Rückkäufen wurde die Anzahl ausstehender Aktien seit dem Maximalwert im Jahr 2002 von 7,3 auf 4,2 Mrd. reduziert, wodurch sich der Gewinn pro Titel fortwährend verdichtet hat.

Wer sich für eine langfristige Anlage im Tech-Sektor interessiert, ist mit Cisco Systems daher gut beraten – speziell, wenn an den Börsen angesichts steigender Zinsen wieder mehr auf die Bewertung geachtet wird. Temporäre Kursrückschläge im aktuell volatilen Marktumfeld eröffnen eine Gelegenheit, um Positionen in den Aktien auf- oder auszubauen.