Analyse

The Market lanciert das Best Ideas Portfolio

Niemand kann wissen, wann die aktuelle Krise endet und der Boden an den Finanzmärkten erreicht ist. Doch wer in diesem Umfeld auf qualitativ hochwertige Aktien setzt, hat Aussicht auf hohen Gewinn. Das The Market Best Ideas Portfolio präsentiert 39 Kaufkandidaten.

Michael Griesdorf und Mark Dittli
Drucken
Teilen

Die Coronaviruspandemie hat die Weltfinanzmärkte in einen Schockzustand versetzt. Innerhalb weniger Tage haben die Aktienkurse 30% und mehr korrigiert.

Zweifellos wird die Wirtschaft von der Pandemie – beziehungsweise von den Massnahmen der Regierungen, sie einzudämmen – hart getroffen. Zentralbanken und Fiskalbehörden haben bereits jetzt Stützungsprogramme beschlossen, die noch vor wenigen Monaten undenkbar waren.

Niemand kann wissen, wann der Boden an den Finanzmärkten erreicht ist. Der Sturm kann noch mehrere Wochen weitertoben. Doch die Erfahrung aus der Geschichte zeigt: Von Krisen ausgelöste Panikwellen an den Börsen bieten immer auch Kaufchancen, dann nämlich, wenn Investoren aus Angst – oder auf Druck ihrer Bank – ihr Portfolio wahllos liquidieren.

Wer Cash, Geduld und starke Nerven hat, findet im aktuellen Umfeld Kaufgelegenheiten: Aktien von qualitativ hochwertigen Unternehmen mit solider Bilanz, zu deutlich günstigeren Bewertungen als vor der Krise. Doch um in der Hitze der Emotionen überhaupt zuschlagen zu können, muss man eine Kaufliste bereithalten.

The Market hilft dabei: Vor zwei Wochen haben wir unser The Market Dividend Portfolio präsentiert, eine Auswahl von Schweizer Aktien mit einer attraktiven, hochwertigen Dividendenrendite.

Heute lancieren wir das The Market Best Ideas Portfolio, eine Auswahl unserer besten Anlageideen aus der Schweiz und anderen Ländern.

Das Portfolio und seine Konstruktion

Das The Market Best Ideas Portfolio besteht zum Start aus 39 Unternehmen, unterteilt in zwei Gruppen: Qualitätswerte und Risikopositionen. Zudem hält es zu Beginn eine Cashposition von 15%. Das gibt die Möglichkeit, weitere Opportunitäten zu nutzen, die sich im volatilen Börsenumfeld ergeben.

The Market Best Ideas Portfolio – Risikoprofil

Gewichtung Portfoliobestandteile in %
Qualitätsaktien
Risikotitel
Cash

Die Qualitätswerte bilden das Rückgrat des Portfolios und machen zum Start 72,5% der Gesamtgewichtung aus. Sie zählen zum Besten, was die Aktienmärkte zu bieten haben. Konkret handelt es sich dabei um 29 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, neunzehn davon aus der Schweiz und zehn aus anderen Ländern. Zum Start sind die Positionen der Qualitätswerte gleich gewichtet, mit je 2,5% des Portfolios.

In der Gruppe «Risikopositionen» finden sich Unternehmen, die unsere Qualitätskriterien nicht restlos erfüllen, denen wir aber überdurchschnittliches Potenzial zutrauen – etwa weil sie sich in einem Umbau, einem Turnaround oder einem Managementwechsel befinden. Beispiele für diese Gruppe sind Swatch Group oder Zur Rose. Zum Start sind diese Positionen mit je 1,25% des Portfolios gewichtet.

The Market Best Ideas Portfolio – geografische Gewichtung

Gewichtung Aktien Schweiz und Aktien Ausland in %
Schweiz
Ausland

67% des Portfolios sind Gesellschaften aus der Schweiz. 33% entfallen auf Unternehmen aus anderen Ländern. Damit können insbesondere auch Sektoren wie Technologie oder Energie berücksichtigt werden, die am Schweizer Aktienmarkt kaum vertreten sind. Vereinzelt können aber auch andere Sektoren arrondiert werden.

Die Auswahlkriterien

Die Auswahl der Positionen im Portfolio geschieht über fundamentale Analyse. Dabei stehen besonders drei Qualitätskriterien im Vordergrund:

  1. Die Unternehmen sollen eine hohe und wenn möglich über den Zyklus steigende Rendite auf dem eingesetzten Kapital (Return on Invested Capital, ROIC) erwirtschaften. In der Analyse wird ein Zeitraum von fünfzehn Jahren betrachtet.
  2. Sie sollen die Dividende pro Aktie und/oder den materiellen Buchwert pro Aktie über den Zyklus hinweg stetig steigern können. Dabei wird in der Analyse ebenfalls ein Zeitraum von fünfzehn Jahren berücksichtigt.
  3. Die Bilanz muss robust sein und darf nicht zu hohe Schulden aufweisen. Das Verhältnis von Nettoschulden zum Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) beträgt in keinem der Fälle mehr als 3. Zwölf der Unternehmen im Portfolio sind komplett schuldenfrei.

In die Auswahl fliessen schliesslich auch nicht quantitative Kriterien wie die Qualität des Managements und des Verwaltungsrats sowie die Marktposition des Unternehmens ein.

In der Gruppe Risikopositionen erfüllen die Unternehmen die Qualitätskriterien teilweise nicht, aber wir trauen ihnen zu, sich zu verbessern. Zwei Beispiele: Die historischen Kapitalrenditen des Zementkonzerns LafargeHolcim und des Uhrenherstellers Swatch Group sind mager, doch bei beiden sehen wir Potenzial für eine deutliche Steigerung.

Die beste Qualität nützt nichts, wenn der Kaufpreis zu hoch ist. Aus diesem Grund wird in der Analyse auch die Bewertung berücksichtigt, wobei primär auf das Verhältnis von Unternehmenswert (Enterprise Value, EV) zum Betriebsgewinn (Ebit), auf das Verhältnis von Unternehmenswert zum operativen Cashflow, auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sowie auf die Dividendenrendite geachtet wird.

Der Vergleichsindex

Der Schweizer Aktienmarkt ist generell von hoher Qualität. Jeder Investor kann ihn günstig über einen ETF (Exchange Traded Fund) auf den Swiss Performance Index kaufen. Der SPI dient daher auch als Vergleichsindex für das The Market Best Ideas Portfolio, das ebenfalls auf eine Gesamtrendite ausgerichtet ist, inklusive Dividendenertrag.

Wir gehen auf sektorieller Ebene wie auch auf Ebene der einzelnen Titel bewusst grosse Abweichungen vom SPI ein. Das liegt nur schon in der Natur des Index, in dem die drei Giganten Nestlé, Roche und Novartis rund 47% des Gewichts ausmachen.

Auf Ebene der Sektoren zeigt das Portfolio im Vergleich zum SPI ein Übergewicht in den Bereichen Technologie, Industrie, Kommunikation, Energie und Grundstoffe und ein Untergewicht in Konsumgütern, Finanzen und Gesundheit.

The Market Best Ideas Portfolio – Sektorgewichtung

Sektor-Gewichtung in % Best Ideas Portfolio vs. SPI
Best Ideas Portfolio
SPI

Das Portfolio wird laufend geführt und regelmässig redaktionell begleitet.

Die einzelnen Positionen

Die Tabellen zeigen alle Positionen im The Market Best Ideas Portfolio, unterteilt in Qualitätswerte und Risikopositionen. Danach folgen kurze Beschreibungen der einzelnen Unternehmen.

The Market Best Ideas Portfolio – Qualitätstitel

Qualitätstitel unterteilt nach Sektoren
Name Ticker Bloomberg Sektor Währung Kurs 19.03.20 ROIC Nettoschulden/Ebitda (Minuswerte = Nettobarmittel) Dividendenrendite in % Gewichtung Portfolio in %
Compass Group cpg ln Konsumgüter GBp 961,4 17 1.5 4,44 2.5%
Fielmann fie gy Konsumgüter EUR 43,12 16 0.2 4,68 2.5%
Nike nke us Konsumgüter USD 68,04 31 0.5 1,38 2.5%
Nestlé nesn sw Konsumgüter CHF 97,63 15 1.4 2,86 2.5%
Barry Callebaut barn sw Konsumgüter CHF 1903 11 1.6 1,51 2.5%
Julius Bär baer sw Finanzen CHF 25,82 4 nicht sinnvoll 6,22 2.5%
Baloise baln sw Finanzen CHF 114,4 6 nicht sinnvoll 5,84 2.5%
Berkshire Hathaway B brk/b us Finanzen USD 172,44 16 nicht sinnvoll 0 2.5%
Straumann stmn sw Gesundheit CHF 567,2 18 0.4 1,2 2.5%
Lonza lonn sw Gesundheit CHF 330,7 2 2.1 0,91 2.5%
Roche GS rog sw Gesundheit CHF 291,3 24 0.1 3,2 2.5%
Bachem banb sw Gesundheit CHF 162,6 9 1.0 2,03 2.5%
Novo Nordisk novob dc Gesundheit DKK 362,7 62 -0.2 2,55 2.5%
Cerner cern us Gesundheit USD 59,87 9 0.4 0,74 2.5%
Bossard bosn sw Industrie CHF 99,95 14 1.7 3,79 2.5%
SGS sgsn sw Industrie CHF 2150 17 1.1 3,87 2.5%
Schindler PS schp sw Industrie CHF 209,7 18 -1.1 2,03 2.5%
VAT vacn sw Industrie CHF 104,65 10 0.9 3,99 2.5%
Belimo bean sw Industrie CHF 5360 21 -1.0 2,58 2.5%
Geberit gebn sw Industrie CHF 389,7 21 0.5 3,01 2.5%
Kardex karn sw Industrie CHF 109 27 -1.9 4,42 2.5%
Mastercard ma us IT USD 227,93 55 0.2 0,64 2.5%
Logitech logn sw IT CHF 39,36 18 -1.7 1,92 2.5%
Microsoft msft us IT USD 140,4 19 -0.7 1,41 2.5%
Temenos temn sw IT CHF 95,74 15 2.7 0,91 2.5%
Accenture acn us IT USD 151,15 16 -0.3 2,12 2.5%
Alphabet googl us Kommunikation USD 1091,19 14 -2.1 0 2.5%
Ems emsn sw Grundstoffe CHF 589,5 22 -0.4 3,55 2.5%
Sika sika sw Grundstoffe CHF 136,7 15 2.5 1,98 2.5%

The Market Best Ideas Portfolio – Risikopositionen

Risikopositionen unterteilt nach Sektoren
Name Ticker Sektor Währung Kurs 19.03.20 ROIC Nettoschulden/Ebitda Dividendenrendite in % Gewichtung Portfolio in %
Bloomberg (Minuswerte = Nettobarmittel)
Swatch Group I uhr sw Konsumgüter CHF 175,7 6 -1 4,52 1.30%
Zur Rose rose sw Konsumgüter CHF 132,6 –6 nicht sinnvoll 0 1.30%
Ypsomed ypsn sw Gesundheit CHF 116,4 2 2.2 0,49 1.30%
Vifor vifn sw Gesundheit CHF 108,8 7 0.2 1,74 1.30%
Sanofi San fp Gesundheit EUR 75,88 1,5 1.5 4,28 1.30%
Gilead gild us Gesundheit USD 79,42 9 0 3,42 1.30%
DKSH dksh sw Industrie CHF 47,38 8 -0.2 4,2 1.30%
Implenia impn sw Industrie CHF 30,2 4 -1.5 3,84 1.30%
Lafarge lhn sw Grundstoffe CHF 29,35 5 1.7 7,08 1.30%
Royal Dutch Shell rdsa na Energie EUR 10,558 5 1.5 16,59 1.30%

Qualitätstitel (in alphabetischer Reihenfolge)

1. Accenture

Die Digitalisierung ist in vollem Gang. Ihre Umsetzung ist allerdings schwieriger als gemeinhin angenommen. Viele kleinere und mittelgrosse Betriebe sind mit der Implementierung von Cloud- oder Sicherheitslösungen überfordert. Abhilfe schafft Accenture. Das amerikanische IT-Beratungsunternehmen ist quasi das, was der Schaufelverkäufer während des Goldrauschs im 19. Jahrhundert war. Accentures Wachstum ist zwar nicht übertrieben schnell, dafür stetig. Das Geschäft ist nicht kapitalintensiv, die Kapitalrendite und die Gewinnmargen sind attraktiv.

2. Alphabet

Das Mutterhaus von Google erwirtschaftet eine hohe, stabile Kapitalrendite, eine Ebitda-Marge von rund 30% und besitzt eine beneidenswert robuste Bilanz mit einer Nettocashposition von mehr als 100 Mrd. $. Google dominiert den Markt für Such- und Videowerbung und steigert den Umsatz jährlich um mehr als 15%. Als der Wachstumstitel schlechthin ist Alphabet ein Mitglied des FAANMG-Clubs der grossen Technologiekonzerne, die die Aktienhausse der vergangenen Jahre angetrieben haben. Die Chancen stehen gut, dass diese Wachstumstitel nach dem Sturm der Viruspandemie wieder die Führung im Aufschwung übernehmen werden.

3. Bachem

Bachem hat sich als Zulieferer der Pharmaindustrie auf die Herstellung von Peptiden (Aminosäurenmolekülen) spezialisiert. Immer mehr Medikamente basieren auf dieser Wirkstoffklasse. Bachem ist weltweit einer der grössten Anbieter von Peptiden und will auch auf dem Gebiet der Oligonukleotide Fuss fassen – einem relativ jungen Bereich, in dem die Konkurrenzdichte gering ist. Dass die Gesellschaft ihr Geschäft versteht, hat sie in den letzten Jahren bewiesen. Der Umsatz legt in einem strukturell wachsenden Markt Jahr für Jahr zwischen 8 und 13% zu, und Bachem vermag die Rentabilität stetig zu steigern.

4. Baloise

Baloise zählt zu den qualitativ solidesten Versicherungswerten an der Schweizer Börse und ist mit einem dicken Risikokapitalpolster ausgestattet. Die Gesellschaft ist konservativ geführt, was ihr erlaubt, eine seit zwanzig Jahren stetig steigende Dividende auszuschütten (aktuelle Dividendenrendite: 5,6%). Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als 9 sind die Titel attraktiv bewertet.

5. Barry Callebaut

Barry Callebaut ist der weltgrösste Kakaoproduzent und hat sich erfolgreich als Auftragshersteller von Schokolade für Grosskunden wie Nestlé positioniert. Das Geschäft ist kaum von Konjunkturzyklen betroffen. Umsatz und Gewinnmargen wachsen stetig, die Kapitalrendite liegt über 10% und damit deutlich über den Kapitalkosten – Barry schafft Wert für die Aktionäre. Der Corona-bedingte Kursrückschlag (–15% seit Mitte Februar) bietet eine Gelegenheit zum Einstieg in diese meist stolz bewertete Aktie.

6. Belimo

Belimo ist eine Perle der Schweizer Industrielandschaft. Der im Zürcher Oberland ansässige Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Klappensteuerungssystemen für die Belüftung und die Klimatisierung von Gebäuden. Belimo befindet sich damit in einem strukturellen Wachstumsmarkt, der an der Börse auch vom Trend zu ESG-Anlagen (Environmental, Social, Governance) profitiert. Sie hat eine schuldenfreie Bilanz, erreicht auch in konjunkturellen Abwärtszyklen eine Ebitda-Marge von fast 20% und erwirtschaftet Kapitalrenditen von über 20%. Qualität vom Feinsten.

7. Berkshire Hathaway

Die Versicherungsgruppe und Beteiligungsgesellschaft des US-Investors Warren Buffett blieb in den vergangenen Jahren hinter der Entwicklung des US-Aktienmarktes zurück. Doch im aktuellen Marktumfeld zahlt es sich aus, dass Buffett einen Cashbestand von fast 128 Mrd. $ aufgebaut hat – das erlaubt es, zu investieren, wenn an den Börsen Panik herrscht. Den ausführlichen Investment Case von Berkshire Hathaway lesen Sie hier.

8. Bossard

Bossard stellt für Kunden wie Tesla oder Deere eine reibungslos funktionierende Lieferkette und Lagerbewirtschaftung mit Schrauben, Verbindungselementen und Werkzeugen aller Art sicher. Das Marktumfeld für die Zuger Gesellschaft ist momentan garstig, doch sie hat es schon in der Rezession von 2009 geschafft, profitabel zu bleiben und die Kapitalrendite zu verteidigen. Der Aktienkurs ist auf den Stand von Juni 2016 gefallen, die Bewertung gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (11) liegt auf dem Niveau von 2012. Als Zykliker zählt Bossard zu den riskanteren Titeln im Portfolio, die langfristigen Perspektiven sind aber attraktiv.

9. Cerner

Cerner ist in den USA einer der führenden Anbieter von Software für die unter Spardruck stehende Gesundheitsbranche. Effizientere Abläufe – Software sei Dank – verringern Kosten. Auch wird wegen der vielen Ärzteketten und medizinischen Zentren die Vernetzung unter den Leistungsträgern immer wichtiger. Cerner ist in diesem Umfeld bestens positioniert. Ihre Software wird von über 25% aller Gesundheitseinrichtungen in den USA genutzt. 249 Mio. Datensets über Patienten sind auf Cerner-Servern gespeichert. Cerner ist keine Wachstumsmaschine, doch das Geschäft generiert einen soliden Ertrag in einem strukturell wachsenden Markt. 63% des Umsatzes sind wiederkehrend.

10. Compass Group

Die britische Compass Group ist die weltgrösste Anbieterin von Kantinen. Einen Grossteil des Umsatzes erwirtschaftet sie in den USA. Mit einer eigenen Einkaufsorganisation, die auch externe Restaurants als Kunden zählt, kann sie im Einkauf Skaleneffekte erzielen. Die Gruppe hat die Rentabilität gemessen am ROIC im letzten Zyklus deutlich gesteigert und operiert in einem Markt mit einem langfristig steigenden Trend. Immer mehr Unternehmen hören mit dem Eigenbetrieb ihrer Kantine auf und überlassen das operative Geschäft professionellen Ketten. Kunden wie Google oder Microsoft sehen ihre Kantine als Treffpunkt, wo Mitarbeiter Ideen kreieren können. Selbstredend leidet Compass unter der Viruspandemie. Doch an den langfristigen Perspektiven ändert sich nichts. Die Dividendenrendite ist überdurchschnittlich hoch, die Bewertung gemessen am KGV und am EV/Ebit tief.

11. Ems-Chemie

Ähnlich wie Belimo zählt Ems-Chemie zum qualitativ Besten, was die Schweizer Börse zu bieten hat. Sie stellt Spezialkunststoffe und -chemikalien her. Die Kunden finden sich in der Automobilindustrie, im Maschinenbau sowie in der IT-Hardware-Industrie. Damit ist die Gruppe zwar vom Konjunkturzyklus abhängig, doch das Management hat schon über mehrere Zyklen bewiesen, dass es eine Ebitda-Marge auf einem Niveau von über 20% verteidigen kann. Die Kapitalrendite ist mit mehr als 20% erstklassig. Mit diesen Attributen ist Ems-Chemie an der Börse meist hoch bewertet. Der Corona-bedingte Rückschlag eröffnet eine Kaufgelegenheit.

12. Fielmann

Fielmann ist der mit Abstand grösste Retailer von Brillen im deutschsprachigen Raum. In Deutschland beträgt der Marktanteil 53%, in der Schweiz 46%. Auch Fielmann profitiert von einem strukturellen Trend. Computer, Tablets und Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das sorgt dafür, dass die Augen stärker strapaziert werden als früher, weshalb immer mehr Menschen eine Brille tragen. Gleichzeitig altert die Gesellschaft in den Kernmärkten von Fielmann. Innovationen wie die Gleitsichtbrille sowie ein verstärkter Bedarf nach Sonnenbrillen mit korrigierten Gläsern werden in den nächsten Jahren für Wachstum bei dem Unternehmen sorgen. Auch hier stimmen der Verlauf der Rentabilität, die Dividendenrendite und die Bewertung.

13. Geberit

Auf einer Liste mit Schweizer Qualitätswerten darf Geberit nicht fehlen. Der Konzern ist der in Europa führende Anbieter von Sanitärtechnik im Bereich Spülungs- und Rohrleitungssysteme. Die Ebitda-Marge bewegt sich seit Jahren – über die Zyklen hinweg – um 30%, die Kapitalrendite von mehr als 20% lässt keine Wünsche offen. Geberit schafft Jahr für Jahr Wert für die Aktionäre. Das Gespann von VR-Präsident Albert Baehny und CEO Christian Buhl leistet hervorragende Arbeit.

14. Julius Bär

Julius Bär ist der einzige Vertreter aus der Bankbranche im Portfolio. Die grösste kotierte Privatbank der Schweiz hat seit September 2019 in der Person von Philipp Rickenbacher einen neuen CEO. Seine Aufgabe ist es, das nach mehreren Geldwäschereiskandalen angeschlagene Institut in ruhigere Gewässer zu bringen. Als reinrassiger Vermögensverwalter besitzt Julius Bär ein im Grunde attraktives Geschäft inklusive einer starken Position in Asien. Nach Jahren unter einem Management, das oft beide Augen zugedrückt hat, bieten die Gewinnmargen der Gruppe deutliches Steigerungspotenzial. Der Geschäftsgang von Julius Bär ist abhängig vom Umfeld an den Finanzmärkten – kein Wunder also, ist der Aktienkurs jüngst abgesackt. Das KGV für 2020 beträgt noch 7. Bär ist klar unterbewertet.

15. Kardex

Kardex profitiert als Spezialist für Lagerlogistik und -transportsysteme vom strukturellen Wachstumstrend der E-Commerce-Branche. Riesenkonzerne wie Amazon benötigen immer mehr Lagerhäuser und sind dort auf höchste Effizienz angewiesen. Das ist das Kerngeschäft von Kardex. Mit dem gezielten Aufbau einer Servicegeschäftssparte gelingt es dem Unternehmen, das Umsatzwachstum zu verstetigen. Die Ebitda-Marge ist seit zehn Jahren in einem steigenden Trend, die Kapitalrendite von über 25% lässt keine Wünsche offen. Die Bilanz von Kardex ist schuldenfrei.

16. Logitech

Wie kann man mit Computerperipheriegeräten Geld verdienen? Ganz einfach: Man versteht es, mit Design, cleverem Marketing auf sozialen Netzwerken und dem Verbund von Hard- und Software die Kunden für das teurere Markenprodukt zu begeistern. Genau das macht Logitech. Peripheriegeräte sind ein struktureller Wachstumsmarkt; immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit vor dem Computer, benötigen Mikrofone, Kameras, Lautsprecher oder Gaming-Zubehör. Logitech ist zudem einer der grössten Anbieter von Videokonferenzhardware und arbeitet in diesem Bereich mit Anbietern wie Microsoft, Google und Zoom zusammen. Logitech liefert die Hard-, die anderen die Software – all dies in einem Paket. Auch im Fall von Logitech stimmt gegenwärtig das Verhältnis zwischen Rentabilität, Wachstum und Bewertung.

17. Lonza

Lonza operiert als weltweit grösster Pharmazulieferer und Auftragsfertiger in einem stark wachsenden Markt. Immer mehr Medikamente stammen von kleineren Arzneimittelherstellern, die sich keine eigene Produktion leisten. Auch die grossen Pharmakonzerne setzen aus Kostengründen verstärkt auf externe Produzenten. Wichtig ist jedoch, dass ein Zulieferer möglichst alles aus einer Hand anbieten kann. Lonza kann das. Sie verfügt bei fast allen relevanten Produktionstechnologien über das notwendige Know-how und die Grösse. Derzeit befindet sich der Konzern in einer Investitionsphase, worunter die Rentabilität etwas leidet. Die Investitionen sollten sich künftig jedoch in steigenden Margen ausdrücken. Die Bewertung ist deshalb nicht übertrieben hoch. Den ausführlichen Investment Case von Lonza lesen Sie hier.

18. Mastercard

Mastercard ist wohl den meisten Menschen ein Begriff. Den wenigsten dürfte aber bewusst sein, womit sie wirklich Geld verdient. Viele sehen neue, hippe Anbieter wie Revolut, Neon oder Wirecard als Gefahr für das Unternehmen. Dem ist nicht so. Mastercard stellt das System zur Verfügung, über das alle Transaktionen abgewickelt werden, und kassiert dafür Gebühren. Damit kommen sich Revolut und Mastercard nicht ins Gehege. Das Geschäft von Mastercard ist hochprofitabel und dank des Netzwerkeffekts gut geschützt – ein echter «Burggraben». Der Umsatz des Unternehmens steigt von Jahr zu Jahr, die Margen und die Rentabilität ebenfalls: ein Wachstumswert wie aus dem Lehrbuch.

19. Microsoft

Das Betriebssystem Windows sowie die Office-Programme Word, Excel und Powerpoint sind aus dem privaten und dem geschäftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Heute werden die Programme nicht mehr verkauft, sondern vermietet. Ein cleverer Schachzug, denn damit ist der Umsatz für Microsoft vorhersehbarer und wächst stetig. Weiteres Wachstum kommt aus der Cloud-Sparte: Das Unternehmen gehört nach Amazon zu den führenden Anbietern von Rechen- und Speicherleistung. Auch Microsoft überzeugt mit einer ansprechenden Rentabilität und einer Bilanz, die einer Festung gleicht: Microsoft ist einer der zwei verbleibenden US-Konzerne mit einem makellosen AAA-Bonitätsrating (der andere ist Johnson & Johnson).

20. Nestlé

Nestlé ist der weltweit grösste Lebensmittelkonzern. Auf jedem Kontinent verkauft sie Produkte und ist deshalb aus dem täglichen Leben von Millionen von Menschen nicht wegzudenken. Unter CEO Mark Schneider (ehemals Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius) hat sich Nestlé stark gewandelt: Wachstums- und margenschwache Bereiche werden verkauft. Die daraus gelösten Mittel fliessen in Bereiche mit höherer Profitabilität und höherem Wachstum. Die Aktien sind zwar nicht günstig. Angesichts der Rentabilität und des Leistungsausweises des Managements hat Nestlé jedoch einen Platz im Portfolio verdient.

21. Nike

Nike ist der weltgrösste Sportartikelhersteller. Vor allem jüngere Generationen achten auf einen gesunden Lebensstil und zelebrieren ihn mit den nötigen Accessoires. Von diesem Trend profitiert Nike. Der Konzern erzielt rund 65% des Umsatzes mit Turnschuhen. Damit ist er in diesem Bereich mit Abstand Nummer eins. Das ist wichtig, weil Innovation und damit Markenpflege von den Kunden in erster Linie bei den Turnschuhen wahrgenommen wird. Eine bekannte Marke steigert wiederum den Absatz bei den Kleidern. Mit der Strategie hin zu mehr eigenen Absatzkanälen (On- und Offline) konnte Nike die Rentabilität in den letzten Jahren klar steigern. Für einen Retailanbieter generiert sie einen sehr hohen ROIC von über 30%. Das rechtfertigt eine überdurchschnittliche Bewertung.

22. Novo Nordisk

Weltweit gibt es derzeit rund 463 Mio. Diabetespatienten. Davon werden nur 40% medikamentös behandelt. Vor allem in den Schwellenländern besteht noch sehr viel Potenzial. Ausserdem versprechen neue, orale Wirkstoffe eine längere Laufzeit, bis die Behandlung mit Insulin (der letzten möglichen Behandlungsmethode) notwendig wird. Die dänische Novo Nordisk ist mit einem Marktanteil von rund 28% einer der grössten Produzenten von Diabeteswirkstoffen und hält derzeit die Innovationsführerschaft in dem Bereich. Nebenbei versprechen neue Medikamente gegen Übergewicht Wachstumspotenzial. Novo Nordisk verfügt mit über 60% über eine der höchsten Kapitalrenditen in der Pharmaindustrie.

23. Roche

Roche ist der Schweizer Blue Chip schlechthin. Der Pharmakonzern gehört weltweit zur Spitze der Industrie. Führend ist er vor allem in der Entwicklung von Medikamenten auf Basis von Antikörpern. Er hat das Medikamentenportfolio in den letzten Jahren erfolgreich erneuert. Die Patentklippe, die wegen des Markteintritts von Nachahmermedikamenten Umsatzeinbussen befürchten liess, hat Roche dank neuen Wirkstoffen gemeistert. Mit der Diagnostiksparte (Umsatzanteil 2019 rund 21%) verfügt sie zudem über ein relativ risikoarmes, aber strukturell wachsendes Geschäft. Die Kapitalrendite ist mit über 20% attraktiv, die Bilanz kerngesund. Mit einem KGV von 15 sind die Roche-Genussscheine gegenwärtig günstig.

24. Schindler

Schindler, der Lift- und Rolltreppenhersteller – die weltweite Nummer zwei hinter der amerikanischen Otis – zählt ebenfalls zum Kreis der qualitativ besten Unternehmen der Schweiz. Unter VR-Präsident Silvio Napoli und CEO Thomas Oetterli wird der Konzern unaufgeregt und beständig geführt. Das Geschäftsmodell basiert auf dem «Gillette-Prinzip»: Die Anlagen werden zu geringen Margen verkauft, doch langjährige Serviceverträge sichern ein planbares, hochmargiges Einkommen. Die Kapitalrendite und die Gewinnmarge lassen wenig zu wünschen übrig, die Bilanz ist mit einer Nettocashposition von fast 1,8 Mrd. Fr. ein Bollwerk.

25. SGS

Wo immer in der Welt etwas geprüft oder zertifiziert wird, ist die Genfer SGS als Marktführerin involviert. Weil gut 16% der Einnahmen des Konzerns aus der Öl- und Gasbranche stammen, leidet er unter den aktuellen Preisverwerfungen im Markt, am langfristigen Trend zu immer mehr Zertifizierungen in allen möglichen Branchen ändert das jedoch nichts. SGS erreicht Ebitda-Margen von über 20%, und die geringe Kapitalintensität des Geschäfts ermöglicht Kapitalrenditen von über 15%.

26. Sika

Sika ist einer der weltweit führenden, global diversifizierten Anbieter von Bauchemie-Zusatzstoffen. Wo immer im Bau geklebt und abgedichtet wird oder wenn Zement besondere Eigenschaften erreichen muss, ist sie im Spiel. Der Konzern ist hoch innovativ, was ihm dauerhaft hohe Margen und eine Kapitalrendite von gut 14% ermöglicht. Auch in wirtschaftlichen Abschwungphasen hat Sika bewiesen, dass sie die Margen verteidigen kann.

27. Straumann

Straumann zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Zahnimplantaten. Im Premium-Segment kommt die Gesellschaft auf einen Marktanteil von 44%. Im günstigeren Value-Segment bringt sie es immerhin auf 11%. Viele Zahnärzte sind mit den Produkten des Unternehmens aufgewachsen, was zu einer hohen Kundentreue führt. Dank cleveren Zukäufen ist es ihm in den letzten Jahren zudem gelungen, den adressierbaren Gesamtmarkt zu vervierfachen. Dabei hat der Konzern darauf geachtet, dass die neuen Produkte die alten ergänzen. Dadurch kann er die bestehende Infrastruktur besser auslasten, was mit ein Grund für die stetig steigenden Margen ist. Die hohe Rentabilität von Straumann rechtfertigt die überdurchschnittlich hohe Bewertung.

28. Temenos

Im Bereich Bankensoftware führt heute kein Weg mehr an Temenos vorbei. Der Genfer Anbieter hat sich eine starke Position in einem strukturell wachsenden Markt erarbeitet: Banken verfügen oft immer noch über veraltete Software. Wollen sie ihre Effizienz steigern und Kosten senken, sind sie zu grossen Investitionen in neue Software gezwungen. Mit Software-as-a-Service-Angeboten und der neuen Front-Office-Software Infinity verfügt Temenos über eine starke Angebotspalette. Stetig wiederkehrende Lizenzeinnahmen versprechen solides Umsatzwachstum und eine hohe Rendite (Ebitda-Marge: 24%). Temenos zählt historisch zu den teuersten Aktien in der Schweiz. Die Coronakrise eröffnet eine Kaufgelegenheit.

29. VAT

VAT ist mit einem Marktanteil von 50% der weltgrösste Hersteller von Vakuumventilen. Die Produkte des Unternehmens aus dem St. Galler Rheintal kommen unter anderem in der Halbleiterindustrie zur Anwendung. VAT profitiert damit von der anhaltenden Digitalisierung. Ihre Margen sind deutlich höher als die der anderen beiden Schweizer Halbleiterzulieferer, Comet und Inficon, und die Gruppe hat bewiesen, dass sie erfolgreich und profitabel durch das zyklische Chipgeschäft navigieren kann. VAT verfügt über alle nötigen Qualitätsattribute. Lesen Sie hier das Interview mit VAT-CEO Mike Allison.

Risikopositionen (in alphabetischer Reihenfolge)

1. DKSH

DKSH hilft Unternehmen aus verschiedenen Branchen, im südostasiatischen Raum zu expandieren. Der Aktienkurs steht seit längerer Zeit unter Druck, weil DKSH in den letzten zwei Jahren mehrmals die Erwartungen enttäuscht und schwache Margen geliefert hat. Das operative Management um CEO Stefan Butz überzeugt nicht. DKSH ist heute vor allem eine Wette auf den neuen VR-Präsidenten Marco Gadola, der sein Amt dieses Jahr übernehmen wird. Die Ebit-Marge (2019: 2,3%) hat Steigerungspotenzial. Gadola wird kein passiver Präsident sein; in seinem früheren Job als CEO von Straumann hat er gezeigt, wie man operative Höchstleistungen erzielen kann. Die Bilanz von DKSH ist gesund, die Dividendenrendite von 4% kann als gesichert betrachtet werden.

2. Implenia

Implenia ist der grösste Baukonzern der Schweiz. Die Attraktivität der Gruppe aus Anlegersicht liegt primär in den Landreserven, die deutlich unter ihrem Marktwert bilanziert sind. Ende Februar hat Implenia den Plan präsentiert, einen Teil dieser Landreserven in eine separate Gesellschaft auszugliedern und an die Aktionäre abzuspalten. Im Zuge der Coronakrise hat der Aktienkurs seither fast 50% verloren. Dieser übertriebene Rückschlag bietet eine Einstiegschance, zumal sich der Wert der Landreserven langfristig betrachtet nicht verändert hat. Den ausführlichen Investment Case von Implenia lesen Sie hier.

3. Gilead

Gilead ist der führende Hersteller von Medikamenten zur Behandlung von HIV. Das Unternehmen befindet sich im Turnaround. In den kommenden Jahren steigt die Gefahr zunehmender Konkurrenz. Der neue CEO Daniel O’Day – bis Anfang 2019 Pharmachef bei Roche – richtet Gilead jedoch mit strategischen Partnerschaften Schritt für Schritt auf neue Krankheitsgebiete abseits von HIV aus. Ein Barmittelbestand von rund 24 Mrd. $ lässt auch Übernahmen zu. Die Aktien sind günstig bewertet.

4. LafargeHolcim

Der Zementriese LafargeHolcim steckt im Umbau. Unter der Führung des seit Herbst 2017 amtierenden CEO Jan Jenisch und Finanzchefin Géraldine Picaud hat der Konzern – keinen Moment zu früh, wie die aktuelle Krise zeigt – die Schulden signifikant abgebaut und die Margen gesteigert. Die jüngsten Jahreszahlen zeigen die Fortschritte. Ein wichtiger Teil des Umbauplans von Jenisch ist der Ausbau der Geschäftsbereiche Mischbeton, Zusatzstoffe und Speziallösungen. Damit verringert das Unternehmen die Abhängigkeit vom kapitalintensiven Zementgeschäft und kann die Kapitalrenditen steigern. Den ausführlichen Investment Case von LafargeHolcim lesen Sie hier.

5. Royal Dutch Shell

Am Ölmarkt ist ein Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien ausgebrochen. Das hat, gekoppelt mit der Nachfrageschwäche als Folge der Coronakrise, den Ölpreis seit Anfang März um fast 50% einbrechen lassen. Schon vor Ausbruch der Krise stand der Energiesektor an den Börsen unter Abgabedruck, weil immer mehr Investoren aus Überlegungen der Nachhaltigkeit keine Ölaktien mehr halten wollen. Die Realität in der Welt ist jedoch, dass die Nachfrage nach dem Energieträger Erdöl vor allem aus Schwellenländern weiter steigen wird. Mit Royal Dutch Shell nehmen wir einen der qualitativ hochwertigsten Ölkonzerne ins Portfolio auf. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7 sind die Titel günstig, die Dividendenrendite beträgt mehr als 15%.

6. Sanofi

Sanofi gehört zu den weltweit grössten Pharmakonzernen. Unter der Ägide des ehemaligen CEO Olivier Brandicourt agierte die Gesellschaft lange Zeit ohne klare Richtung. Der neue CEO Paul Hudson – ehemals Pharmachef bei Novartis – steuert Sanofi jedoch in eine neue Richtung. Analog zum Umbau, den Novartis vor ein paar Jahren vorgenommen hat, konzentrieren sich die Franzosen heute nur noch auf das, worin sie wirklich gut sind. Begleitend zur Fokussierung wurde ein Kostensenkungsprogramm lanciert, das bis 2022 Einsparungen von jährlich rund 2 Mrd. € einbringen soll. Bis zu diesem Zeitpunkt soll sich die operative Marge auf rund 30% verbessern. Die Titel sind durchaus eine Wette wert.

7. Swatch Group

Der Uhren- und Schmuckhersteller hat schwierige Zeiten hinter sich. Die monatelangen Proteste in Hongkong haben den Geschäftsgang 2019 belastet, und mit dem Ausbruch der Viruspandemie musste Swatch Group einen weiteren Schlag einstecken. Schon länger ein Mangel ist, dass Konzernchef Nick Hayek die Herausforderung der Apple Watch lange unterschätzt und im Kostenmanagement eine schwache Figur abgegeben hat. Nun mehren sich die Anzeichen, dass er die Kosten ernsthaft senkt, was im nächsten Aufschwung eine deutliche Steigerung der Margen erlaubt. Die Aktien handeln bloss zum 0,85-fachen Buchwert und sind klar unterbewertet. Die Bilanz des Konzerns ist grundsolide, mit einer Nettocashposition von 1,3 Mrd. Fr. Die Dividendenrendite von 4,5% kann als gesichert betrachtet werden. Den ausführlichen Investment Case von Swatch Group lesen Sie hier.

8. Vifor Pharma

Vifor Pharma gehört zu den führenden Arzneimittelanbietern im Bereich kardiorenale Leiden – in einem Gebiet, das von den grossen Pharmakonzernen trotz viel Potenzial lange vernachlässigt wurde. Die Gesellschaft verfügt dank der Partnerschaft mit Fresenius Medical Care über einen direkten Zugang zu Patienten in Dialysekliniken. In der Pharmabranche ist ein derartiger Zugang einzigartig. Die vorhandenen und die neuen Wirkstoffe ausserhalb der Dialyse haben zudem dank der Ersteinführung, der Einführung in weiteren Ländern und dank einer steigenden Akzeptanz bei den behandelnden Ärzten langfristig weiterhin viel Potenzial. Vifor Pharma wird zunächst als Risikoposition eingestuft, weil sie weiterhin stark über Akquisitionen wachsen will. Das birgt entsprechende Chancen, aber auch Risiken.

9. Ypsomed

Ypsomed hat eine bewegte Vergangenheit. Das Unternehmen mauserte sich in den letzten Jahren zum führenden Anbieter von Injektionssystemen für Medikamente und zu einem erfolgreichen Verkäufer von Insulinpumpen. Nach dem Auslaufen des Vertrags mit dem Pumpenhersteller Insulet ist der Gewinn jedoch eingebrochen. Das Loch muss nun durch die Entwicklung einer eigenen Pumpe gestopft werden. Ob es gelingt, bleibt abzuwarten. Die Chancen dafür sind jedoch vorhanden, denn der Pumpenmarkt ist gross. Wenn Ypsomed nur schon 5% davon beanspruchen kann, könnte sie einen Grossteil des heutigen Defizits kompensieren. Verbunden mit einem strukturell wachsenden Injektionssystemgeschäft bietet das durchaus Chancen. Den ausführlichen Investment Case von Ypsomed lesen Sie hier.

10. Zur Rose

Eine alternde Gesellschaft und immer mehr Krankheitsgebiete, die mit Medikamenten behandelt werden können. Damit spricht grundsätzlich alles für Aktien von Versandapotheken wie Zur Rose. Deren Geschäft ist jedoch aufwändig. Für Gewinn braucht es Grösse. Damit das gelingt, müssen die Hürden für die Einreichung von Rezepten möglichst gering sein. Mit dem E-Rezept ist Deutschland (einer der Hauptabsatzmärkte von Zur Rose) jedoch auf Kurs. Das regulatorische Umfeld bessert sich von Tag zu Tag. Basierend auf der heutigen Situation könnte zur Rose deshalb ab 2022 schwarze Zahlen schreiben. Rückenwind sollte sie zudem von den strikten Verhaltensregeln infolge der Viruspandemie erhalten. Diese dürfte Patienten dazu bewegen, Medikamente fortan bei einem Versandhändler zu bestellen. Eine Risikoposition ist Zur Rose auf jeden Fall wert.