The Market Best Ideas Portfolio

Das The Market Best Ideas Portfolio verkauft die Position im europäischen Bankensektor

Die ETF-Position auf dem Stoxx Europe 600 Banks Index wird abgestossen. Die Ungewissheiten rund um die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland sind zu gross.

Mark Dittli
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Das The Market Best Ideas Portfolio hat seine Position im Lyxor Stoxx Europe 600 Banks ETF mit Stichtag 28. Februar vollständig veräussert.

Die ETF-Position auf dem europäischen Bankensektor wurde erst Mitte Januar mit einem anfänglichen Gewicht von 2,5% im Portfolio aufgebaut. Damals zeigten sich an den Märkten klare Anzeichen, dass der europäische Bankensektor an relativer Stärke gewinnt und zu den Nutzniessern eines Umfelds steigender Zinsen und einer allmählichen Normalisierung der Geldpolitik zählen wird.

An diesen Argumenten hat sich zwar grundsätzlich nichts geändert. Doch mit den westlichen Sanktionen gegen Russland als Antwort auf dessen Angriff auf die Ukraine ist eine Quelle erheblicher Ungewissheit für das europäische Bankensystem aufgetreten.

Mit der Sanktionierung der russischen Zentralbank sowie Einzelmassnahmen gegen Geschäftsbanken wie Sberbank und VTB – inklusive dem Ausschluss aus dem SWIFT-Kommunikationssystem – stehen die europäischen Banken vor schwierigen Zeiten. Die Sanktionen gegen die Bank of Russia sind, was ihre Tragweite betrifft, historisch präzedenzlos.

Entsprechend verunsichert reagierte der Markt am Montag auf die verhängten Sanktionen. Der Stoxx Europe 600 Banks Index büsste rund 6% ein. Banken, bei denen ein grosses Russland-Exposure in den Bilanzen vermutet wird – Beispiele sind Raiffeisen International und Erste Bank in Österreich, Société Générale in Frankreich oder UniCredit in Italien – haben zeitweise 10% und mehr verloren.

Es ist zum aktuellen Zeitpunkt unmöglich, zu sagen, welche Auswirkungen die Sanktionen gegen Russland auf das europäische Bankensystem haben werden. Zu viele Variablen – Dauer und Intensität des Krieges, Eskalationen oder De-Eskalationen, Zahlungsausfälle (Defaults) auf russischer Seite, Gegenmassnahmen Moskaus – liegen vollkommen im Ungewissen.

Es besteht durchaus die Hoffnung, dass sich die Parteien zu einem Waffenstillstand finden und es zu keinen weiteren Verschärfungen der Sanktionen kommt. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Negativspirale weiter dreht – und in diesem Fall wäre der europäische Bankensektor überdurchschnittlich gefährdet. Frühere Finanzkrisen haben wiederholt gezeigt, dass sich Ansteckungseffekte für längere Zeit unbemerkt durch das System fressen, bevor sie plötzlich irgendwo mit voller Wucht aufbrechen. Ältere Semester erinnern sich, dass es 1998 der Zahlungsausfall Russlands war, der den Hedge Fund Long Term Capital Management (LTCM) kollabieren liess, was vielen Banken erhebliche Verluste zufügte.

Bei aller Hoffnung, dass es nicht schlimmer kommt: Hoffnung ist in der Welt des Investierens keine Strategie. Aus diesem Grund hat die Redaktion beschlossen, die entsprechende Position zu verkaufen und mit dem Veräusserungserlös den Cashbestand im Portfolio zu erhöhen.

Der Finanzsektor wird im Portfolio weiterhin mit den Versicherungswerten Zurich Insurance, Baloise und Helvetia sowie mit Berkshire Hathaway und Julius Bär abgedeckt. Die Cashposition im Portfolio steigt nach dem Verkauf auf gut 8%.