Im Fokus

Ein robustes Portfolio:
Die Asset Allocation von The Market

Nie war es einfacher, ein diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen – ETF sei Dank. Doch wie sieht eine vernünftige Vermögensaufteilung im aktuellen Umfeld aus? The Market lanciert seine Asset Allocation.

Sandro Rosa

Anleger, was nun? Negativzinsen, Währungshüter, denen die Munition langsam auszugehen scheint, die Weltwirtschaft, die an Schwung einbüsst, und der schwelende Handelskrieg sind bloss eine Auswahl an Problemen, die den Investoren zu schaffen machen. Gleichzeitig sind viele Vermögenswerte teuer.

Wie soll sich der Investor in diesem Umfeld positionieren? The Market präsentiert im Folgenden seine neue Anlagestrategie. Das Ziel ist ein diversifiziertes Portfolio, das sich nicht nur in einem Schönwetterszenario bewährt. Ein zweites Erfordernis: Jeder Anleger soll es mit kostengünstigen Exchange Traded Funds (ETF) umsetzen können.

Um zu überprüfen, ob sich die Strategie langfristig auch bewährt, verwenden wir den Pictet-BVG-40-Index als Vergleichsindex für die strategische Asset Allocation. Er spiegelt die typische Vermögensaufteilung eines Schweizers. Im Index haben Aktien ein Gewicht von 40% und Anleihen eines von 50%. Schweizer Immobilien und globale Hedge Funds werden mit je 5% gewichtet.

Hände weg von Anleihen

The Market nimmt sich indes die Freiheit, (auch stark) von diesem Index abzuweichen (vgl. Grafik). Denn im aktuellen Umfeld von Negativzinsen ist das Risiko-Rendite-Profil von Anleihen höchst unvorteilhaft. Weltweit sind Bonds im Umfang von rund 15 Bio. $ ausstehend, die eine negative Rendite abwerfen. Um mit diesen Anlagen einen Gewinn zu erzielen, muss ein heutiger Käufer dereinst einen «grösseren Idioten» finden, der bereit ist, einen noch höheren Kaufpreis zu entrichten. Das ist nicht Investieren, das ist Spekulation.

The Market Asset Allocation relativ zum Vergleichsindex

Gewichte der einzelnen Anlageklassen im Portfolio (in %)
The Market Asset Allocation
Pictet-BVG-40-Index

Anleihen ergeben bei diesen Bewertungen nur dann einen Sinn, wenn «die Welt am Rande eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs epischen Ausmasses steht», wie Louis-Vincent Gave vom Analysehaus GaveKal Research gegenüber The Market sagte. Aber auch dann ist ein Verlust garantiert, wenn die Bonds bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden.

The Market erachtet es deshalb als sinnvoller, eine hohe Bargeldquote zu halten. Die wirft zwar keine Rendite ab, erhält aber den notwendigen Handlungsspielraum bei allfälligen Marktkorrekturen.

Was ebenfalls gegen Anleihen spricht: Das Inflationsrisiko wird von den Marktteilnehmern womöglich unterschätzt. Die Löhne in den USA steigen, weltweit ist die Arbeitslosigkeit niedrig, während die Gefahr höherer Energiepreise wegen der Spannungen im Nahen Osten zugenommen hat. Und die wichtigen Notenbanken versuchen weiterhin verzweifelt, die Teuerung anzukurbeln.

Zudem scheint sich unter den Entscheidungsträgern zusehends ein Konsens durchzusetzen, dass fiskalpolitische Massnahmen zur Konjunkturbelebung notwendig seien. Wenn dies eine – auch nur bescheidene – Belebung der Teuerung bewirkt, werden die Bondpreise unter Druck geraten, während sich Aktien besser halten oder gar weiter steigen dürften.

Aktien sind die bessere Wahl

Aktien sind zwar auch nicht sonderlich günstig, schneiden punkto Bewertung aber besser ab als Bonds. Im Vergleich zum Vergleichsindex setzen wir deshalb stärker auf Dividendenpapiere.

Innerhalb der Aktienquote setzen wir den Akzent auf europäische Titel und Aktien aus Schwellenländern. US-Valoren trauen wir bloss eine unterdurchschnittliche Performance zu.

Der US-Markt hat sich seit der Finanzkrise deutlich besser entwickelt als der Rest der Welt. Nur ein Teil des Kursanstiegs lässt sich aber mit den besseren Fundamentaldaten erklären. Im internationalen Vergleich sind US-Valoren teuer und hängen viel stärker vom Technologiesektor ab. Dieser scheint vordergründig zwar attraktiv, befindet sich wegen des Kampfs um die technologische Vorherrschaft zwischen den USA und China aber in einer ungemütlichen Position.

Zusätzlich erhöhen Politiker und Behörden in den USA kontinuierlich den Druck auf die IT-Giganten. In den USA stagnieren die Gewinne seit Jahresbeginn, während die Kurse rund 15% avanciert sind. Zudem scheint die relative Stärke zum Weltaktienindex abzunehmen.

Rest der Welt gegenüber den USA bevorzugen

Im Gegensatz dazu stehen Aktien aus der Eurozone und aus dem Vereinigten Königreich bei den Anlegern momentan nicht gerade hoch im Kurs. Aus Contrarian-Überlegungen ist das positiv zu werten. Zudem dürften die Unternehmen von ihren unterbewerteten Währungen profitieren. Deshalb halten wir einen überdurchschnittlichen Anteil an Aktien aus der Eurozone.

Bei den Schwellenländern überzeugen inzwischen die Bewertungen, während der Dollar seinen Höhepunkt erreicht haben sollte. Denn trotz globaler Wachstumsschwäche, politischer Spannungen im Nahen Osten und des Liquiditätsengpasses am US-Geldmarkt ist der Greenback nicht erstarkt. Schwächt er sich in den kommenden Monaten ab, lockern sich die Finanzierungsbedingungen in den aufstrebenden Volkswirtschaften, was für Rückenwind sorgt.

Schweizer Aktien erhalten mit 15% das gleiche Gewicht wie im Vergleichsindex. Zwar sind viele der hiesigen Large Caps nicht mehr günstig, die defensiven Eigenschaften des Marktes sorgen aber für einen stabilen Anker.

Gold gehört ins Portfolio

Gold ist ebenfalls prominent in unserer Vermögensaufteilung vertreten. Dafür sprechen mehrere Gründe. Erstens wirkt das Edelmetall als Krisenversicherung. Brechen die Börsen ein, steigt der Goldpreis in der Regel – diese Gegenläufigkeit hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt. Zudem birgt Gold keine Gegenparteirisiken, und drittens bietet es Schutz im Falle einer weiteren Verschärfung der Negativzinsen.

Insgesamt sieht das Portfolio wie folgt aus:

Quelle: themarket.ch

Quelle: themarket.ch

Wie man die Strategie umsetzt

Mit welchen Instrumenten lässt sich die vorgestellte Strategie nun umsetzen? Die folgende Tabelle liefert eine Auswahl an passenden ETF: 

Zugrundeliegende Aktien-ETF

Anlageklasse Index ETF Isin Anzahl Titel Gesamtkostenquote (Ter) Fondsvermögen (in Mio.) Währung Nachbildung
Schweizer Aktien Swiss Performance Index iShares Core SPI® ETF (CH) CH0237935652 205 0.10% 1'475 CHF Physisch
Aktien aus der Eurozone MSCI EMU UBS ETF (LU) MSCI EMU UCITS ETF (EUR) A-acc LU0950668870 247 0.18% 1'945 EUR Physisch
Aktien aus dem UK FTSE 100 iShares FTSE 100 UCITS ETF GBP (Acc) IE00B53HP851 101 0.07% 560 GBP Physisch
US-Aktien S&P 500 iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc) IE00B5BMR087 505 0.07% 33'233 USD Physisch
Japanische Aktien MSCI Japan UBS ETF MSCI Japan UCITS ETF (JPY) A-acc LU0950671825 323 0.35% 309'810 JPY Physisch
Schwellenländer-Aktien MSCI Schwellenländer Amundi MSCI Emerging Markets LU1681045453 1202 0.20% 5'435 USD Synthetisch
Gold LBMA Gold Price UBS ETF (CH) - Gold (USD) A-dis CH0106027193 - 0.23% 2'165 USD Physisch

Bei der Auswahl der ETF wird unter anderem auf die Verwaltungskosten und die Liquidität des Produkts geachtet. Bei der Nachbildung des zugrundeliegenden Index wird der physischen Replikation in der Regel der Vorzug gegeben. Bei Aktien werden die Währungsrisiken normalerweise nicht abgesichert. Schliesslich soll der ETF an der SIX kotiert sein.

The Market wird künftig regelmässig – insbesondere bei Anpassungen in der Vermögensaufteilung – über die Wertentwicklung des Portfolios berichten.