Risk Barometer

Die Stimmung an den Börsen kühlt sich weiter ab

Der Rückgang der deutschen Einkaufsmanagerindizes und das Hin und Her im Handelskonflikt verunsichern die Anleger. Dennoch sendet das Risk Barometer von The Market noch kein Kaufsignal.

Gregor Mast

Der Handelskonflikt und die weltweite Konjunkturabkühlung belasten die Finanzmärkte weiterhin. So ist der deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf 41,4 gesunken und signalisiert damit eine Rezession der dortigen Industrie.

Der Weltaktienmarkt – gemessen am MSCI World Index – verlor im Wochenvergleich 1%. Die Schwellenländerbörsen büssten 1,9% ein.

Die Vorsicht der Anleger zeigt sich auch am Anleihen- und Devisenmarkt. So sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in den Industrieländern durchs Band gesunken. Gestiegen sind die Risikoaufschläge auf Schwellenländer- und hochverzinsliche Papiere sowie der handelsgewichtete Dollar.

Es erstaunt deshalb nicht, dass das Risk Barometer von The Market auf 42 gefallen ist – nach 46 in der Vorwoche. Zur Erinnerung: Die Skala des Barometers reicht von 0 bis 100, der langfristige Mittelwert liegt bei 50.

Verursacht wurde der Rückgang hauptsächlich durch zwei Entwicklungen: So haben grosskapitalisierte Werte besser abgeschnitten als kleinere, und defensive Branchen wie Basiskonsum und Versorger haben zyklische Segmente wie Industrie und Rohstoffe hinter sich gelassen.

Beides zeigt, wie sich Anleger in sicherere Segmente zurückziehen. Kleinere Titel werden in einem Abschwung üblicherweise stärker abgestraft als die Multis, die weltweit diversifiziert sind. Dasselbe gilt für konjunktursensitive Werte.

Trotz der erhöhten Vorsicht herrscht indes noch kein exzessiver Pessimismus unter den Investoren. Ein Contrarian-Kaufsignal sendet das Risk Barometer deshalb noch nicht.