Risk Barometer

Der Risikoappetit nimmt leicht zu

Trotz zuletzt enttäuschender Konjunkturdaten sind die Anleger im Wochenvergleich etwas mutiger geworden. Die Marktstimmung ist aber weiterhin von Vorsicht geprägt.  

Sandro Rosa

Die konjunkturelle Schwäche in den USA und Europa akzentuiert sich, wie die in der vergangenen Woche veröffentlichten Frühindikatoren zeigen. So ist der vom Institute for Supply Management erhobene ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA auf 47,8 und damit auf ein Zehnjahrestief gefallen. In Europa ist der entsprechende Einkaufsmanagerindex von 47 auf 45,7 Punkte gesunken. Ein Wert unter 50 zeigt eine Kontraktion des Sektors an.  

An den Börsen waren trotz der schwachen Wirtschaftszahlen im Wochenverlauf keine allzu grossen Veränderungen zu beobachten. Der Weltaktienindex von MSCI büsste 0,9% ein, der US-Leitindex S&P 500 gab 0,3% nach, während der Swiss Market Index mit einem Verlust von über 2% stärker Federn lassen musste. 

Entgegen dem Nachrichtenfluss hat sich das Risk Barometer von The Market leicht erholt und ist von 42 in der Vorwoche auf aktuell 44 geklettert. Zur Erinnerung: Die Skala des Barometers reicht von 0 bis 100, der langfristige Mittelwert liegt bei 50.

Verantwortlich für den Anstieg waren die Abnahme des Put-Call-Ratios – Anleger sichern ihre Portfolios also weniger ab – sowie die amerikanischen Hedge Funds, die ihr Aktienexposure geringfügig erhöht haben. Die übrigen Inputdaten haben sich kaum bewegt.

Seit rund zwei Monaten schwankt unser Indikator zwischen 40 und 50. Damit spiegelt er die Zurückhaltung der Anleger – ein Contrarian-Kaufsignal sendet das Barometer allerdings noch keines.