Risk Barometer

Die Investoren warten ab

Trotz insgesamt freundlichen Märkten bleibt die Risikoneigung der Anleger stabil. Auch die angelaufene Berichtssaison vermochte bislang keine Impulse zu verleihen. 

Sandro Rosa

Der Oktober wurde seinem Ruf als schwieriger Börsenmonat bislang nicht gerecht. Der Weltaktienindex von MSCI legte in der vergangenen Woche 0,8% zu, wobei die Schwellenländer mit einem Plus von rund 1,25% wie bereits eine Woche zuvor die Nase vorn hatten.

Trotz erfreulichen Signalen punkto Brexit gehörte der FTSE 100 zu den Schlusslichtern (–1,3%). Der Grund dafür war primär die starke Währung: auf handelsgewichteter Basis hat das Pfund innerhalb einer Woche mehr als 2% zugelegt. Der hiesige Leitindex, der Swiss Market Index (–0,5%), musste ebenfalls einen Terrainverlust hinnehmen.

Das Risk Barometer von The Market zeigt sich im Vergleich zum vergangenen Montag stabil: Wie vor einer Woche notiert es ziemlich genau auf 50, dem langfristigen Durchschnitt, und zeigt damit weder eine euphorische noch eine ängstliche Stimmung unter den Marktteilnehmern an. Zur Erinnerung: Das Barometer besteht aus neun Einzelindikatoren, die Skala reicht von 0 bis 100.

Unter der Oberfläche machen sich dennoch Veränderungen bemerkbar. So hat der Volatilitätsindex Vix, der die erwarteten Schwankungen des S&P 500 abbildet, deutlich abgenommen. Das lässt auf eine gewisse Sorglosigkeit schliessen.

Unter den Privatanlegern dominieren inzwischen auch wieder die Optimisten – wenngleich nur knapp. In der Umfrage der American Association of Individual Investors stehen 33,5% Bullen 31% Bären gegenüber, die übrigen Befragten rechnen mit einer seitwärts tendierenden US-Börse.  

Im Gegenzug liess sich ein erhöhtes Absicherungsbedürfnis der Markteilnehmer feststellen: Der Anteil der Umgesetzten Puts ist gegenüber den Calls merklich gestiegen. Ein Teil der Anleger scheint sich auf eine enttäuschende Gewinnsaison vorzubereiten.

Netto heben sich die Verschiebungen allerdings auf.