Exklusiv

SoftwareOne wird am Montag ihr Milliarden-IPO ankündigen

Der noch weitgehend unbekannte Stanser IT-Konzern strebt unter Federführung der Konsortialbanken Credit Suisse, JPMorgan und UBS eine Marktkapitalisierung von gegen 4 Mrd. Fr. an.

Ruedi Keller

SoftwareOne wird am Montag den Gang an die Schweizer Börse SIX ankündigen, sagen mehrere mit der Transaktion vertraute Quellen gegenüber The Market. Das Initial Public Offering (IPO) dürfte noch vor Ende Oktober über die Bühne gehen.

Ein Sprecher von SoftwareOne lehnte einen Kommentar mit den Worten ab: «Das Unternehmen prüft verschiedene Optionen, darunter ein IPO.»

Der Stanser IT-Konzern strebt gemäss den Quellen eine Marktkapitalisierung von gegen 4 Mrd. Fr. an. Rund die Hälfte davon soll in Publikumshände gelangen. Im Rahmen des IPO sollen ausschliesslich bestehende Aktien der aktuellen Eigentümer platziert werden. Eine Kapitalerhöhung ist nicht vorgesehen.

Kontrollierende Aktionäre sind der Mitgründer Daniel von Stockar und die Witwe von Gründungsmitglied Patrick Winter sowie die später dazu gestossenen René Gilli und Beat Curti. Grösster Einzelaktionär ist der Finanzinvestor KKR mit einem Anteil von 25%.

Die Leadbanken der Transaktion sind Credit Suisse, JPMorgan und UBS. Ergänzt wird das Konsortium durch BNP Paribas, Citi, Deutsche Bank und die Zürcher Kantonalbank.

Zahlen zum Geschäftsverlauf sind noch wenige bekannt. Gemäss einem Unternehmensportrait der NZZ beläuft sich das jährliche Einkaufsvolumen von SoftwareOne auf 13 Mrd. Fr., wobei rund die Hälfte beim Unternehmen als Umsatz verbucht werden dürfte. Nach Übernahmen hat sich die Mitarbeiterzahl von SoftwareOne in den letzten Jahren auf über 5300 verdoppelt. Sie bedienen weltweit mehr als 65'000 Kunden.

Noch brachliegendes Synergiepotenzial

Die Akquisitionen, jüngst die Grossakquisition der deutschen Comparex, dürften gemäss den Quellen zum Thema des Preisfindungsprozess des IPO werden: Einerseits wird das Unternehmen den Investoren grosses noch nicht ausgeschöpftes Synergiepotenzial in Aussicht stellen können. Andererseits werden die IPO-Investoren sich überlegen müssen, wie viel davon sie bereits vor der Realisierung zu zahlen bereit sind.

Vom Emissionspreis dürfte letztlich auch der Umfang des Freefloats abhängen. Ausschlaggebend dafür wird KKR sein: Je höher der Ausgabepreis ausfällt, desto grösser dürfte der Anteil sein, den der Finanzinvestor im IPO losschlagen wird, sagt eine mit den Überlegungen vertraute Person.

Die Kernaktionäre um Mitgründer Daniel von Stockar würden mit gewichtigen Positionen investiert bleiben wollen, möglicherweise mit Ausnahme der Witwe von Patrick Winter, sagt diese Quelle. Entsprechend hoch sei das Interesse der kontrollierenden Aktionäre – von Stockar, Gilli und Curti – an einer erfolgreichen Marktentwicklung nach dem IPO.