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Zur Rose: Grossaktionärin verkauft gesamtes Aktienpaket

Die KWE Beteiligungen, bis anhin grösste Anteilseignerin der Versandapotheke Zur Rose, hat ihr Aktienpaket in einem Bookbuilding-Verfahren verkauft. Der Abschlag betrug knapp 8%.

Mark Dittli

Am Donnerstagabend um 18:30 Uhr ging die Offerte an den Markt: Eine Bank - gemäss Informationen von The Market handelte es sich um die UBS - bot rund 900'000 Aktien der Versandapotheke Zur Rose für 114 Fr. das Stück in einem Bookbuilding-Verfahren zum Kauf an.

Kurz vor Mitternacht wurden die Bücher geschlossen, die Titel wurden gemäss Informationen von The Market zu 115 Fr. platziert. Das entspricht gegenüber dem Schlusskurs von Donnerstagabend einem Abschlag von 7,5%. Die Transaktion hatte einen Gesamtwert von etwas mehr als 103 Mio. Fr.

Der Sachverhalt wird von mehreren voneinander unabhängigen Quellen bestätigt.

Hinter dem Paket kann nur eine Aktionärin stehen: Die KWE Beteiligungen der Familie Frey. Sie besass bis anhin als grösste Einzelaktionärin 10,8% an Zur Rose.

Vor einem Jahr hatte sich Vanessa Frey, damals noch Mitglied des Verwaltungsrats von Zur Rose, mit CEO Walter Oberhänsli überworfen. Auslöser für die Meinungsverschiedenheit war die forsche – und teure – Akquisitionsstrategie, die Oberhänsli in Deutschland verfolgte. Im Frühjahr 2019 traten Frey und Heinz Baumgartner, CEO der Industriegruppe Schweiter, sodann aus dem VR zurück.

Seither kursierten an der Börse wiederholt Gerüchte, die Familie Frey werde sich von ihrer Beteiligung trennen – ein Faktor, der während Monaten einen potenziellen Angebotsüberhang bildete und auf der Kursentwicklung von Zur Rose lastete: Das ganze Jahr hindurch schwankte der Aktienkurs der Gruppe um 90 Fr.

Erst seit Ende November brach der Kurs nach oben aus, als sich die Valoren innert kurzer Zeit um mehr als 30% verteuerten. Frey hat diesen Kurssprung nun genutzt, um sich von der Beteiligung zu trennen.