Grafik der Woche

Brasilien: From Zero to Hero

Vor einem Jahr noch gehörten brasilianische Aktien zu den schwächsten überhaupt. Die Hausse der Rohstoffpreise sorgt nun aber für Rückenwind.

Sandro Rosa
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Während die meisten Börsenindizes auch nach der Erholung der vergangenen rund zweieinhalb Wochen weiterhin im Minus verharren, sticht ein unerwarteter Handelsplatz positiv hervor: Brasilien. Klammheimlich hat sich der Bovespa an die Spitze der wichtigsten Indizes vorgearbeitet. Seit Jahresbeginn ist er (in Lokalwährung) um 13,6% nach oben geklettert, während der Swiss Market Index 5,8% an Wert eingebüsst hat.

Bester Aktienmarkt für Schweizer Investoren

Schweizer Anleger können sich indes über eine nochmals deutlich bessere Performance freuen: weil sich der Real in diesem Jahr kräftig aufgewertet hat, notiert der Bovespa in Franken gerechnet satte 33% im Plus. Kein anderer wichtiger Börsenindex hat in diesem Jahr auch nur annähernd so gut abgeschnitten. Abgeschlagen auf Platz zwei liegt die mexikanische Börse mit einem Zuwachs von 8,9% – wobei auch hier die Währung einen signifikanten Performancebeitrag geleistet hat –, gefolgt vom kanadischen Leitindex S&P/TSX Composite.

Generell fällt auf, dass die Börsenplätze, die 2022 Kursavancen verzeichnet haben, allesamt vergleichsweise rohstofflastig sind. Im Bovespa kommen die beiden Commodity-Sektoren Grundstoffe (dominiert vom Grosskonzern Vale) und Energie (mit dem Ölriesen Petrobras) auf ein Gewicht von rund 38%.

Ihnen spielt das aktuelle Umfeld in die Hände, in dem nahezu alle Rohstoffnotierungen in die Höhe schiessen. So ist der Bloomberg Commodity Total Return Index, ein wichtiges Rohstoffbarometer, seit Jahresanfang in Franken gerechnet um 31% gestiegen.

Deshalb passt auch ins Bild, dass der Londoner FTSE 100, der über einen grossen Anteil an Öl-, Gas- und Bergbaukonzernen verfügt, der einzige europäische Index ist, der heuer (knapp) im Plus notiert.

Rohstoffkonzerne dominieren im Bovespa

Das allein erklärt das überaus erfreuliche Abschneiden allerdings nicht. Ebenfalls ein wichtiger Grund ist die Korrektur des zuvor übertriebenen Pessimismus. Denn der Bovespa gehörte im vergangenen Jahr zu den schwächsten Indizes überhaupt. In Franken büsste er 15% ein, während andere Börsenbarometer kräftig avancierten. Hohe Inflation, resolute Zinserhöhungen durch die Notenbank, die Ausweitung des Budgetdefizits und das politische Hickhack liessen die Anleger in Deckung gehen.

Doch nun scheint sich die Anlegerstimmung endlich aufzuhellen – den steigenden Rohstoffpreisen sei Dank.