Grafik der Woche

Bye-bye, Buybacks?

US-Unternehmen treten in den Käuferstreik: Erstmals seit langem hat Corporate America netto keine eigenen Titel mehr erworben. Damit fällt eine wichtige Stütze der US-Börse weg.  

Sandro Rosa

Sie waren in den vergangenen Jahren die Aktienkäufer der letzten Instanz: Die US-Unternehmen, die ihre eigenen Aktien zurückkauften. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Buybacks auf über 1 Bio. $.

Die von Donald Trump angestossene Steuerreform, niedrige Zinsen und eine erfreuliche Konjunktur begünstigten solche Transaktionen. Doch damit scheint nun Schluss zu sein: Gemäss BCA Research machen die jüngsten Daten der Ratingagentur Standard & Poor's zu den Aktienrückkäufen in den USA im zweiten Quartal deutlich, dass «einer der grössten Aktienkäufer seit der Grossen Rezession in einen Käuferstreik getreten ist».

Anastasios Avgeriou sieht zwei Gründe für die Trendumkehr: Erstens habe sich der fiskalische Rückenwind seit seinem Höhepunkt im vergangenen Jahr abgeschwächt. Und zweitens bereite die wirtschaftliche Abkühlung den CEO der Unternehmen zunehmend Kopfzerbrechen, was ihre Rückkauflust dämpft. Nach den Investitionsausgaben kürzen die Unternehmenslenker nun also auch die Buybacks.

Quelle: BCA Research

Quelle: BCA Research

«Ein solch umsichtiges Cash-Management ist typischerweise dann zu beobachten, wenn das Vertrauen in die Langlebigkeit des Konjunkturzyklus gering ist», schreibt Avgeriou in einem Kurzbericht.

Eine Belebung der Rückkäufe dürfte auf sich warten lassen, wie die Grafik der Woche illustriert. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie, einer der besten konjunkturellen Frühindikatoren, deutet auf eine weitere Kontraktion der Rückkäufe hin. Damit fällt eine der wichtigsten Stützen des US-Aktienmarkts weg.

Hoffen wir, dass die Unternehmen in den kommenden Wochen starke Resultate präsentieren. Sonst dürfte es für die US-Börse brenzlig werden.