Grafik der Woche

Der Goldpreis setzt zur Rekordjagd an

Die Feinunze kostet in Euro und Pfund so viel wie noch nie. Die Rekorde dürften demnächst auch in anderen Währungen fallen.

Gregor Mast

Gold ist wieder in Mode. Die geldpolitische Kehrtwende der Notenbanken, der Handelskonflikt oder der Abschwung der Weltwirtschaft – vieles spricht derzeit für das Edelmetall. Seit Anfang Jahr ist die Feinunze von 1280 auf 1530 $ gestiegen – ein Plus von fast 20%. Damit schlägt Gold den Weltaktienmarkt, der inklusive Dividenden knapp 14% vorgerückt ist.

Trotz der jüngsten Avancen ist das Höchst von 2011 noch ein Stück weit entfernt – es sei denn, man rechnet in Euro oder Pfund. In Pfund notiert das Edelmetall so hoch wie noch nie, in Euro ist es demnächst so weit.

Gold kostet in Euro und Pfund so viel wie noch nie

Feinunze in €
Feinunze in £

Die Erklärung ist einfach: Beide Valuten sind schwach. Kostete das Pfund 2011 noch 1.65 $, sind es derzeit 1.22. Der Euro ist von 1.50 auf 1.11 $ gesunken.

In Grossbritannien belastet die Gefahr eines unkontrollierten Brexit, in der Eurozone ist es die Aussicht auf weitere Stimuli der Europäischen Zentralbank, die das Negativzinsumfeld verschärfen dürften.

Da die Notenbanken weltweit in den Lockerungsmodus übergegangen sind, dürften die Höchst früher oder später auch in anderen Währungen erreicht werden. Dazu zählt auch der Franken, wo die Schweizerische Nationalbank ihre Politik nicht völlig unabhängig von der EZB gestalten kann.