Grafik der Woche

Die US-Aktiensektoren mit dem grössten China-Risiko

Das Coronavirus beschäftigt die Anleger nicht mehr besonders. Flaut die Epidemie jedoch nicht bald ab, dürften gewisse Branchen kräftig unter Druck geraten.

Sandro Rosa

Es ist etwas ruhiger geworden um das Coronavirus. Doch die Zahl der infizierten Menschen in China ist zuletzt auf über 42'600 gestiegen, und mehr als 1000 Personen sind inzwischen gestorben. Damit hat die Epidemie bereits mehr Opfer gefordert als der Sars-Ausbruch 2003. Ausserhalb Chinas wurden zwei Todesfälle bestätigt, mittlerweile sind nahezu dreissig Länder von Krankheitsfällen betroffen.

Trotz der beunruhigenden Zahlen haben die Anleger ihre Angst vor dem Coronavirus abgelegt, wie die Börsenentwicklung der vergangenen Woche belegt. Der US-Leitindex S&P 500 handelt auf einem Rekordhoch, der Swiss Market Index ebenso. Offenbar rechnen die Marktteilnehmer mit einem baldigen Abflauen der Epidemie.

Technologieaktien in Front

Angetrieben wurde die Rally einmal mehr von den Technologiegiganten, die seit Jahresanfang rund 9% an Wert zugelegt haben. Offensichtlich vermochte der Sektor den Schwung von 2019 ins neue Jahr hinüberzuretten. Ganz anders der Energiesektor: Er trägt auch heuer mit einem Verlust von nahezu 10% die rote Laterne unter den globalen Aktiensektoren.

Wie lange sich die Technologiegiganten noch der Schwerkraft entziehen können, wird sich weisen. Sollten die Börsianer mit ihrer Erwartung eines raschen Endes der Virusausbreitung falsch liegen, droht mit grosser Wahrscheinlichkeit ein böses Erwachen. 

Denn wie Zahlen der US-Investmentbank Morgan Stanley zeigen, ist der amerikanische Technologiesektor besonders stark in China engagiert. Nur Energieunternehmen erzielen einen höheren Umsatzanteil im Land. Rund 13% des Umsatzes der IT-Giganten entfallen auf China, wobei Hardware und Halbleiterunternehmen den Löwenanteil ausmachen. 

Für einzelne Unternehmen ist China klar der wichtigste Absatzmarkt. Gemäss US-Grossbank Goldman Sachs setzen zum Beispiel die Halbleiterkonzerne Qorvo (74% des Umsatzes in China), Qualcomm (67%) oder Micron Technology (66%) einen signifikanten Anteil im Reich der Mitte um. Aber auch die Chiphersteller Texas Instruments (44%) und Intel (42%) sowie Apple (20%) haben eine grosse Präsenz in China.  

Bessert sich die Situation in China nicht bald, dürfte es bei diesen Unternehmen zu spürbaren Umsatzeinbussen – und womöglich zu einem nicht minder heftigen Kurseinbruch – kommen.