Grafik der Woche

Die Verwundbarkeit Chinas

Trotz aller wirtschaftlichen Erfolge bleibt die Volksrepublik in zwei zentralen Bereichen von Importen aus dem Ausland abhängig: Technologie und Energie.

Mark Dittli

Heute feiert China den 70. Jahrestag der Ausrufung der Volksrepublik. Mit viel Pomp wird dabei die militärische Potenz und die kulturelle Vielfalt des Reichs der Mitte zelebriert.

Ohne Zweifel sind die wirtschaftlichen Errungenschaften Chinas seit der Öffnung unter Deng Xiaoping im Jahr 1978 überwältigend. Hunderte Millionen Menschen fanden den Weg von der Armut in den Mittelstand.

Doch bei zwei zentralen Gütern bleibt China in hohem Mass von Importen aus dem Ausland abhängig – und damit als Volkswirtschaft verwundbar: Technologie und Energie.

Die Grafik des Hongkonger Analysehauses Gavekal Research schlüsselt die Komponenten auf:

Jeden Monat importiert China High-Tech-Produkte (rote Balken) im Wert von 50 bis 60 Mrd. $ sowie Erdöl und Kohle (schwarze Balken) im Wert von rund 20 Mrd. $ aus dem Ausland.

Donald Trump hat diese Verwundbarkeit erkannt; er setzt den Technologiesektor in seinem Handelskrieg als Waffe ein, indem die US-Regierung beispielsweise amerikanischen Unternehmen verbietet, strategische Schlüsselkomponenten – wie gewisse Halbleiterprodukte – an chinesische Käufer wie Huawei zu liefern.

Auch China weiss um die eigene Verwundbarkeit: Mit einem Milliardenaufwand entwickelt das Land eine eigene Halbleiterindustrie. An der Abhängigkeit von Energie-Importen aus dem Ausland wird Peking wenig ändern können, neue Pipelines aus Russland sollen zumindest die Quellen geografisch diversifizieren.