Grafik der Woche

Making America Great Again (Vielleicht)

Ende Juni wird die amerikanische Wirtschaft die längste Expansionsphase ihrer Geschichte verzeichnen. 

Mark Dittli

Donald Trump wird in fünf Tagen jubeln. Sofern die Vereinigten Staaten gegenwärtig noch nicht in einer Rezession stecken, wird der Präsident Ende Juni die längste wirtschaftliche Expansionsphase in der Geschichte des Landes verkünden können.

Quelle: NBER, themarket.ch

Quelle: NBER, themarket.ch

Die Balken in der Grafik zeigen die Dauer aller Expansionsphasen in den USA, in Monaten, seit Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Der jüngste Aufschwung (oranger Balken rechts) begann im Juni 2009. Mit 120 Monaten Dauer hat er bereits den zehnjährigen Aufschwung der Neunzigerjahre egalisiert. Bald darf Trump mit 121 Monaten den Rekord verkünden.

Ganz so sicher ist die Sache allerdings noch nicht. In den USA agiert das National Bureau of Economic Research (NBER) als Hüterin über die Definition einer Rezession. Anders als der oft verwendete Massstab von zwei Quartalen mit rückläufiger Wirtschaftsleistung verwendet das NBER eine ausgeklügeltere Definition: Demnach ist für eine Rezession eine «signifikante Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität, mit einer Dauer von mehreren Monaten, normalerweise sichtbar im realen Bruttoinlandprodukt, in den realen Einkommen, in der Beschäftigung, der Industrieproduktion und in den Detailhandelsverkäufen» nötig.

Die Krux mit dieser Definition: In den meisten Fällen deklariert das Institut erst mit mehreren Quartalen Verspätung den Beginn einer Rezession. Die letzte Rezession in den USA, die von Dezember 2007 bis Juni 2009 dauerte, wurde vom NBER erst im Dezember 2008 offiziell deklariert.

Wer weiss, vielleicht wird das NBER dereinst rückblickend feststellen, dass die USA im Juni 2019 bereits in einer Rezession steckten. Doch das sind Details, mit denen sich Trump kaum befassen wird.