Grafik der Woche

Optimistische Gewinnschätzungen

Die konjunkturellen Frühindikatoren geben noch keine Entwarnung. Das globale Wachstum dürfte sich weiter abschwächen und auch die Unternehmensgewinne belasten.

Sandro Rosa

Analysten sind von Natur aus zuversichtliche Zeitgenossen – das zeigt sich besonders in ihren notorisch optimistischen Gewinnschätzungen. Während die Gefahr eines verschärften Handelskriegs, die Industrierezession in Deutschland und die Spannungen im Nahen Osten auf den diesjährigen Gewinnprognosen lasten, liegt die Erholung für die Profis gleich um die Ecke.

F¨ür den Weltaktienindex von MSCI (der auch Schwellenländer umfasst) rechnen die Auguren für das aktuelle Jahr zwar bloss noch mit einem Gewinnwachstum pro Aktie von aufgerundet 2% – zum Jahresbeginn war es noch ein Plus von 7,5%. Für das kommende Jahr erwartet der Konsens aber bereits wieder einen Gewinnanstieg von respektablen 10,3%.

Dass diese Prognose sportlich ist, verdeutlicht ein Blick auf unsere Grafik der Woche. Sie zeigt die Jahresveränderung der koreanischen Exporte und die Entwicklung der Gewinne des Weltaktienindex mit einer Verzögerung von drei Monaten:

Quelle: HSBC

Quelle: HSBC

Der Gleichlauf der beiden Datenreihen ist frappant – und beunruhigend. Denn die Ausfuhren der koreanischen Volkswirtschaft, die ein guter Gradmesser für den Zustand der globalen Konjunktur sind, stehen gewaltig unter Druck. Im Vergleich zum Vorjahr gingen sie zuletzt um über 10% zurück.  

Das verheisst wenig Gutes für die Unternehmensgewinne: Wiederholt sich das in der Vergangenheit beobachtete Muster, müssen sich Anleger auf fallende Profite einstellen – positive Grundeinstellung der Analysten hin oder her.