Grafik der Woche

Rezession ahoi!

Die US-Wirtschaft expandiert seit über zehn Jahren – das ist ein neuer Rekord. Doch das Ende des Aufschwungs zeichnet sich ab.

Sandro Rosa

Während die Börsianer noch immer das Ende des US-Zinserhöhungszyklus feiern und die Nomination von Christine Lagarde als neue EZB-Präsidentin bejubeln, schreitet die Abkühlung der globalen Konjunktur munter voran.

Diverse Frühindikatoren signalisieren eine Eintrübung des Wachstums, die Zinsen sacken ab und der Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt ist so weit von einer baldigen Lösung entfernt wie eh und je. Das drückt auf die Stimmung und belastet zusehends die Realwirtschaft.

Kein Wunder, zeigt das Rezessionsmodell der Distriktnotenbank von New York, dass die Gefahr eines baldigen Konjunktureinbruchs in den USA so hoch ist wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Auf nahezu 33% schätzt es die Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs innerhalb der kommenden zwölf Monate. Im Mai lag der Wert noch bei 29,6%.

Leider scheint das Signal recht zuverlässig zu funktionieren – praktisch immer folgte eine Rezession, wenn das Barometer die Marke von 30% überschritten hatte. David Rosenberg, Chefökonom des kanadischen Vermögensverwalters Gluskin Sheff, liess denn auch umgehend auf Twitter verlauten: «Die Geschichte zeigt, dass es ab einem solchen Niveau kein Zurück mehr gibt».

Ganz so sicher, wie der Ökonom behauptet, ist die Rezession zwar nicht – immerhin gab das Modell in den Sechzigerjahren ein Fehlsignal. Doch angesichts der immer zahlreicher aufleuchtenden Warnlampen müssen sich Anleger gut überlegen, ob sie wirklich darauf wetten möchten, dass diesmal alles anders ist.