Grafik der Woche

Der SMI zielt auf einen Podestplatz

Das Schweizer Börsenbarometer ist nach sieben Monaten so gut unterwegs wie selten zuvor.

Sandro Rosa

Der Kursgewinn des Swiss Market Index (SMI) von rund 18% innerhalb von bloss sieben Monaten kann sich sehen lassen. Mit diesem Anstieg hat der Index den Anlegern schon deutlich mehr als eine durchschnittliche Jahresperformance beschert. Dabei sind die Dividenden von etwas über 3% noch nicht einmal eingerechnet.

Im langfristigen Mittel belief sich der Anstieg des Schweizer Leitbarometers auf ziemlich genau 8% pro Jahr (schwarze Kurve in der Grafik):

Auch im internationalen Vergleich muss sich der SMI nicht verstecken. Italien, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Japan, Russland oder Indien – sie alle bleiben 2019 hinter dem SMI zurück.

Von den wichtigeren Indizes haben einzig der S&P 500 und der chinesische CSI 300 eine bessere Rendite erzielt (auch in Franken umgerechnet).

Dass der Schweizer Aktienindex im Aufwärtstrend vorne mitmischt, ist ungewöhnlich, ist er doch von defensiven Werten wie Nestlé, Novartis und Roche dominiert. Zusammen machen die drei Riesen mehr als die Hälfte des Indexgewichts aus. Die Stärke hiesiger Aktien ist ein Beleg dafür, dass die Anleger weiterhin ein grosses Sicherheitsbedürfnis haben und zyklische Valoren meiden. Nicht einmal die Frankenaufwertung vermochte den Höhenflug zu stoppen – oder war sie für ausländische Investoren gar mit ein Grund für den Kauf von Schweizer Aktien?

Das Zugpferd im SMI ist bislang der Luxusgüterkonzern Richemont mit einem Zuwachs von 38%, gefolgt vom Pharmazulieferer Lonza mit einem Plus von 35%. Aber auch die Schwergewichte Nestlé (+32%) und Novartis (+23%) überzeugten mit eindrücklichen Kursgewinnen. Von den zwanzig Werten notiert seit Anfang Jahr einzig die UBS im Minus (-7,9%).

Wie die Grafik illustriert, notierte der SMI nach sieben Monaten nur selten so kräftig im Plus wie in diesem Jahr. Einzig 1991, 1997 und 1998 war der Index besser unterwegs. 

Und wie ging es für den SMI in den erwähnten Jahren weiter?

1997 legte er – trotz der bereits stattlichen Avancen zum Jahresauftakt – in den Folgemonaten weiter an Wert zu. 1991 verzeichnete der Index keine weiteren Avancen mehr, während er das Jahr 1998, nachdem er zwischenzeitlich einen heftigen Einbruch verzeichnet hatte, schliesslich praktisch unverändert beendete.