Grafik der Woche

Warnsignal von den US-Konsumenten

Die Stimmung unter den amerikanischen Verbrauchern trübt sich seit einigen Monaten ein. Das ist ein schlechtes Omen für den US-Aktienmarkt. 

Sandro Rosa

Die Erleichterung war mit Händen zu greifen: Der G20-Gipfel in Osaka hat den Hoffnungen auf ein baldiges Ende im Handelsstreit zwischen den USA und China neue Nahrung gegeben. An einem Treffen mit Xi Jinping liess US-Präsident Donald Trump verlauten, er werde keine neuen Zölle auf chinesische Güter verhängen.

Die Nachricht verlieh den Börsen weltweit neuen Schub. So schloss der S&P 500 am Montag auf einem neuen Rekordhoch von 2964 Punkten.

Anleger sollten sich allerdings davor hüten, allzu euphorisch zu werden. Denn trotz dieser erfreulichen Meldung verliert die US-Wirtschaft weiter an Schwung. Der von der Grossbank Citigroup ermittelte Economic Surprise Index, der die tatsächlichen Konjunkturdaten mit den Erwartungen der Marktteilnehmer vergleicht, ist jüngst auf tiefrote –68 gefallen.

Das ist ein miserabler Wert: Wie der Stratege Graham Secker von Morgan Stanley schreibt, notierte das Barometer in der vergangenen Dekade bloss während zwölf Wochen darunter.

Zu den Datenpunkten, die jüngst enttäuschten, zählt auch das Konsumentenvertrauen. Das zeigt die monatliche Umfrage des US-Wirtschaftsforschungsinstituts The Conference Board. Wie die Grafik der Woche illustriert, ist das Barometer der Konsumentenstimmung im Juni auf 121,5 Punkte gefallen – das ist der niedrigste Wert seit September 2017.

«Das enttäuschende Konsumentenvertrauen ist bemerkenswert, da es historisch ein verlässlicher Frühindikator für die Wirtschaft war», meint Secker. Doch nicht nur das: Das Barometer hat oft auch das Höchst des US-Leitindex S&P 500 signalisiert.

In den vergangenen fünfzig Jahren betrug die durchschnittliche Dauer zwischen einem Höchst im Konsumentenvertrauen und demjenigen am Aktienmarkt rund acht Monate. Das ist nicht gerade beruhigend: Denn seit dem Höhepunkt im Oktober 2018 im Consumer Confidence Index sind mittlerweile neun Monate vergangen. 

Neigt sich damit die Börsenparty bald dem Ende zu?