Hinter der Headline

Die Covid-19-Pandemie in 21 Grafiken

The Market zeigt die täglich aktualisierte Entwicklung der weltweit gemeldeten Infektions- und Todesfälle mit dem Virus Sars-CoV-2. Zusätzlich mit Daten zu einzelnen Gliedstaaten in den USA.

The Market Aktualisiert
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Die Coronavirus-Pandemie hält die globalen Finanzmärkte in Atem.

Um den Verlauf der Pandemie abzuschätzen, ist ein Blick auf die täglich neu bestätigten Erkrankungsfälle aufschlussreich. The Market präsentiert die Daten täglich aktualisiert, basierend auf den Veröffentlichungen des Johns Hopkins University Center for Systems Science and Engineering (JHU CSSE).

1. Erkrankungsfälle weltweit

Die erste Grafik zeigt die täglich weltweit neu bestätigten Infektionsfälle. Weil die täglichen Daten stark schwanken, zeigt die Grafik auch den rollenden 7-Tages-Durchnittswert. Damit werden die Ausschläge geglättet, und es lässt sich ein Trend feststellen:

Die Zahl der neuen Infektionsfälle zieht deutlich an. Nach einer Seitwärtsphase von Juli bis September tendiert der gleitende Durchschnitt seit Oktober deutlich höher.

Die nächste Grafik zeigt die Situation in China. Dort hat die Pandemie Anfang Februar mit gut 3800 Fällen pro Tag den oberen Wendepunkt überschritten. Bis jetzt kam es in China zu keiner zweiten Welle (in den Daten zu China sind Hongkong und Macao enthalten):

Die folgende Grafik zeigt die kumulierte Anzahl der weltweit gemeldeten Infektionsfälle.

Am 29. Juni wurde die Marke von 10 Mio. Infektionsfällen weltweit überschritten. Am 9. November stieg die Zahl auf über 50 Mio. und liegt aktuell über der Marke von 90 Mio.:

Die folgenden Grafiken zeigen die Zahlen und Trends in ausgewählten Ländern und Regionen. Selbstverständlich dürfen die Länder nicht direkt miteinander verglichen werden, da sie sich in der Bevölkerungszahl unterscheiden. Es geht in der vorliegenden Übersicht primär um eine Feststellung der Trends: Wenn sich die absolute Zahl der täglich neu gemeldeten Infektionsfälle stabilisiert und danach wieder sinkt, ist das ein Signal, dass der obere Wendepunkt überschritten ist.

2. Infektionsfälle Europa: Italien, Deutschland, Frankreich

In Europa ist die Pandemie Ende Februar in Italien ausgebrochen und hat sich im Verlauf des Monats März über den Kontinent ausgebreitet. Nach einem ruhigen Sommer ist die zweite Welle voll im Gang.

Die folgende Grafik zeigt den Trend der täglich neu gemeldeten Infektionsfälle in Italien, Deutschland und Frankreich, dargestellt mit dem rollenden 7-Tages-Durchschnitt:

In Italien hat die Pandemie Ende März, in Deutschland und Frankreich Anfang April den ersten Peak überschritten. In allen drei Ländern breitet sich das Virus seit Ende Sommer erneut schnell aus. Überall wurde der Zenit der ersten Welle deutlich überschritten. Nun sinkt die Anzahl Neuinfektionen jedoch wieder.

Die nächste Grafik zeigt die kumulierte Zahl der Infektionsfälle in Italien, Deutschland und Frankreich:

3. Infektionsfälle Europa: Schweiz, Österreich, Dänemark

Die folgende Grafik zeigt den Trend der täglich neu gemeldeten Infektionsfälle in der Schweiz, Österreich und Dänemark, dargestellt mit dem rollenden 7-Tages-Durchschnitt:

Auch in diesen drei Ländern wurde der erste «Peak» Anfang April überschritten, doch seit dem Spätsommer steigen die Zahlen wieder stark an. In der Schweiz und in Österreich breitet sich das Virus sehr schnell aus, der Zenit von März ist weit überschritten. Am steilsten war der Anstieg in der Schweiz. Seit der ersten Novemberhälfte geht die Zahl der Neuinfektionen jedoch wieder zurück, wobei jüngst eine erneute Trendwende zu beobachten war. In Dänemark nehmen die Fallzahlen nach einem kurzfristig rückläufigen Trend ebenfalls zu, allerdings weniger ausgeprägt.

Hier zur detaillierteren Übersicht die Entwicklung der Infektionen, der Hospitalisationen und der Todesfälle in der Schweiz:

Quelle: BAG

Quelle: BAG

Die nächste Grafik zeigt die kumulierte Zahl der Infektionsfälle in der Schweiz, Österreich und Dänemark:

4. Infektionsfälle USA

Wie Europa sind die Vereinigten Staaten schwer von der Pandemie betroffen. Die nächste Grafik stellt die Zahl der dort täglich neu bestätigten Infektionsfälle dar, inklusive dem rollenden 7-Tages-Durchschnitt:

In den USA zeigen die Daten, dass ein erster Zenit Mitte Juli erreicht wurde und die täglich neu gemeldeten Fälle danach zurück gingen. Seit Mitte September geht der Trend erneut deutlich nach oben. Mitte November überschritt die Zahl der täglichen Krankheitsfälle 150'000 und sank Ende November nur vorübergehend unter diese Marke.

Die nächste Grafik zeigt die kumulierte Zahl der bestätigten Infektionsfälle in den USA. Seit Mitte November sind es mehr als 10 Millionen, aktuell sind mehr als 20 Mio. Fälle gezählt:

Politisch relevant in den USA ist vor allem die Zahl der gegenwärtig hospitalisierten Patienten. Auch diese Kurve überschritt Mitte Juli einen Höhepunkt und sank danach stetig. Unterdessen nehmen die Hospitalisierungen wieder markant zu. In der Spitze sind nun mehr als 130'000 Patienten hospitalisiert, verglichen mit weniger als 30'000 Ende September:

Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle, die der Entwicklung bei den Covid-19-Erkrankungen mit einigen Wochen Verzögerung folgt, tendiert weiterhin auf hohem Niveau. Seit Ende Juli sank sie unter 1000 pro Tag und bewegte sich seit Mitte September auf rund 800. Danach stieg die Kurve auf über 2500 Fälle pro Tag und zeigt aktuell mehr als 3000 Todesfälle pro Tag:

Wichtig ist in den USA ein Blick auf die verschiedenen Gliedstaaten. Nachdem in mehreren Staaten des «Sun Belt» zunächst eine neuerliche Beschleunigung der Pandemie festzustellen war, hat sich dort die Situation etwas stabilisiert. Derweil nehmen die Erkrankungsfälle besonders im Midwest rasch zu.

Wir zeigen in unserer Übersicht New York, Kalifornien, Texas und Florida sowie Illinois, Missouri, Wisconsin und Indiana (Quelle: The COVID Tracking Project).

Die linke, rote Grafik zeigt die täglich neu gemeldeten Erkrankungsfälle. Die rechte, blaue Grafik zeigt die Zahl der gegenwärtig hospitalisierten Patienten im betreffenden Staat.

Zuerst New York:

Der «Peak» wurde in New York Anfang April überschritten, seither konnte die Zahl der Erkrankungen und der hospitalisierten Personen effektiv gesenkt werden. Später als anderswo startet aber auch hier die zweite Welle. Seit November steigen die Infizierungen wieder deutlich und übersteigen 15'000 Fälle pro Tag.

Anders sieht die Lage in Kalifornien aus. Auch dort tendierten die Fallzahlen wie die Hospitalisierungen nach dem Peak vom Hochsommer nach unten. Ab Anfang September stagnierte die Zahl der neuen Infizierungen auf rund 3500 täglich. Bereits seit Mitte Oktober zeigt die Entwicklung aber wieder steil noch oben. Ins Auge sticht der Anstieg der Hospitalisierungen:

Ähnlich ist die Situation in Florida. Die Fallzahlen tendieren dort schon seit Anfang Oktober erneut höher.

(Florida publizierte bis Mitte Juli keine verlässlichen Daten zur Zahl der hospitalisierten Patienten.)

Dito in Texas. Dort fällt der abermalige Anstieg der bestätigten Infektionsfälle und der Hospitalisierungen auf:

Im Mittleren Westen des Landes ist die Lage am schlimmsten. Speziell in Bundesstaaten wie Illinois, Missouri, Wisconsin und Indiana nehmen die Erkrankungen sowie Hospitalisierungen überall rasant zu. Der neue Höhepunkt der Neuansteckungen scheint zwar überschritten, doch die Fälle fluktuieren weiterhin auf hohem Niveau:

5. Infektionsfälle Asien: Korea, Japan, Taiwan, Singapur

Die folgende Grafik zeigt den Trend der täglich neu gemeldeten Infektionsfälle in vier ausgewählten Ländern Asiens: Südkorea, Japan, Taiwan und Singapur, dargestellt mit dem rollenden 7-Tages-Durchschnitt:

In diesen vier Staaten fallen zwar grosse Unterschiede auf, aber sie alle haben die Pandemie deutlich besser im Griff als die USA und die Staaten Europas:

  • Südkorea hat die Trendwende Anfang März geschafft. Im August zeigten die Zahlen nach einem erneuten Ausbruch in einer Kirche in Seoul nach oben. Die Situation hatte sich aber vergleichsweise rasch stabilisiert. Ab November nahmen die Infektionen jedoch wieder zu, wobei auch der dritte Anstieg bereits wieder im Griff zu sein scheint.
  • In Japan flammte die Pandemie Anfang April auf, ab Mitte April sank der Trend deutlich. Im August kämpfte das Land mit einem neuerlichen Ausbruch, der sich nur vorübergehend abgeschwächt hat und jetzt wieder deutlich anzieht.
  • Taiwan ist kaum von der Pandemie betroffen und meldet lediglich einstellige tägliche Ansteckungszahlen.
  • Singapur hatte die Pandemie lange unter Kontrolle, doch ab Mitte April stieg die Zahl der Erkrankungen im Stadtstaat deutlich an. Die Ansteckungswelle breitete sich vor allem in den Unterkünften von Gastarbeitern aus. Ab Ende September hat sich die Lage beruhigt. 

Die nächste Grafik zeigt die kumulierte Zahl der Infektionsfälle in Südkorea, Japan, Taiwan und Singapur:

6. Todesfälle weltweit

Die nächste Grafik zeigt die Zahl der täglich neu bestätigten Todesfälle weltweit, inklusive rollendem 7-Tages-Durchschnitt:

Die letzte Grafik gibt einen Überblick über die kumulierte Zahl der weltweit bestätigten Todesfälle. Per 19. Januar sind über 2'050'000 gezählt:

Anmerkung: Wer sich für die laufend aktualisierten Zahlen und weitere Informationen interessiert, findet eine gute Übersicht auf dieser Seite der Johns Hopkins Universität.