Hinter der Headline

Veraison steigt bei Implenia ein

Die für ihren aktivistischen Ansatz bekannte Beteiligungsgesellschaft bildet neu mit dem Implenia-Grossaktionär Max Rössler eine Gruppe. Zusammen halten sie mehr als 18% am Schweizer Baukonzern.

Mark Dittli

Veraison Capital hat ein neues Ziel: Implenia. Die Zürcher Beteiligungsgesellschaft hat einen Aktienanteil im Umfang von knapp 2% am grössten Schweizer Baukonzern erworben.

Das klingt zwar auf den ersten Blick nach wenig, doch Veraison hat sich mit einem Grossaktionär verbündet: Zusammen mit der Parmino Holding des Schweizer Investors Max Rössler bildet Veraison neu eine Aktionärsgruppe. Rössler hält 16,3% an Implenia, zusammen halten die beiden Aktionäre nun etwas mehr als 18% am Unternehmen.

Dies geht aus einer am Freitagmorgen von Veraison verschickten Mitteilung hervor.

Der 79-jährige Rössler ist seit vielen Jahren als Investor mit Implenia verbunden. Er war bereits 2006 dabei, als die beiden Schweizer Baukonzerne Zschokke und Batigroup zu Implenia fusionierten. In seiner früheren Karriere hatte Rössler für die Schweizerische Kreditanstalt sowie als Anlagechef der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gearbeitet.

Zweitgrösster Implenia-Aktionär hinter der neu gebildeten Gruppe von Rössler und Veraison ist Rudolf Maag mit 5,4% der Aktien.

Die Tatsache, dass Rössler mit Veraison eine Gruppe bildet, kann als Signal gewertet werden, dass er eine Veränderung in der Ausrichtung von Implenia herbeiführen will: Die von Gregor Greber und Valentin Chapero gegründete Beteiligungsgesellschaft ist dafür bekannt, dass sie aktiv auf die Strategie von Unternehmen Einfluss nimmt und dabei nicht selten auf die Veräusserung einzelner Geschäftsbereiche pocht.

In der Mitteilung schreibt Veraison, Ziel der Aktionärsgruppe sei es, «Implenia zurück auf den Weg zum Erfolg zu begleiten und dabei den Wert des Unternehmens zu sichern und auszubauen.»

Aktuell hält Veraison Capital in der Schweiz Beteiligungen an Comet, Ascom, Calida, Orell Füssli, Zehnder, Rieter und Zur Rose.

Unterbewertete Landreserven?

Seit knapp einem Jahr amtet der frühere Novartis-Manager André Wyss als CEO von Implenia. Verwaltungsratspräsident ist seit März 2016 der frühere Credit-Suisse-Manager Hans Ulrich Meister.

Implenia ist im vergangenen November an der Börse tief gefallen, als das neue Management unter Wyss Wertberichtigungen von 90 Mio. Fr. aus Grossprojekten in Norwegen, Polen und Deutschland zulasten der Jahresrechnung 2018 verbuchen musste.

Tiefer Fall von Implenia

Implenia Na., in Fr., von Sept. 2018 bis Sept. 2019

Der Kurssturz von Implenia hat schon vor mehreren Monaten das Interesse von Substanzwert-Investoren geweckt. Im Juni sagte Ufuk Boydak, Manager des deutschen Loys-Value-Fonds, im Gespräch mit The Market, der Nettovermögenswert von Implenia liege deutlich über dem aktuellen Börsenwert.

Boydak bezeichnete besonders die zur Entwicklung und Veräusserung bestimmten Landreserven des Konzerns als deutlich unterbewertet. Sie stünden mit einem Wert von 185 Mio. Fr. in der Bilanz, würden aber einen deutlich höheren Verkehrswert aufweisen.