Strategische Stärken in Asien im Vergleich

Ein Überblick über die Bevölkerungsgrösse und der Militärbudgets der wichtigsten Länder im Raum Asien-Pazifik.

Philippe Welti
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Bevölkerung in Mio., Budget in Mrd. $:

Die Tabelle versucht, die relative Bedeutung der ost- und südostasiatischen Staaten und ihres Umfeldes in strategischer Hinsicht grafisch möglichst «sprechend» zu erfassen.

Die Anordnung der Felder folgt so weit wie möglich der wirklichen Geografie, ohne diese jedoch in ihren Proportionen wiederzugeben. Die rote Einfärbung bringt den Grad der strategischen Relevanz zum Ausdruck:

  • Tiefrot für China: die asiatische Supermacht an sich; wegen der Bevölkerungszahl, dem weltweit zweithöchsten Verteidigungsbudget und dem nicht ausdrücklich erwähnten «power-projection potential», das China erst recht als eine reale globale Militärmacht definiert.
  • Mittelrot für Indien, Japan, Australien, die beiden Korea und Taiwan: entscheidend ist hierbei das Vorhandensein eines eindeutig zweistelligen US$-Milliardenbetrages für militärische Zwecke; strukturell sind die Streitkräfte sehr unterschiedlich und darum nicht vergleichbar.
  • Hellrot für sieben weitere südostasiatische Staaten: berücksichtigt dafür wurden Verteidigungsetats in Milliardenhöhe sowie eine erkennbare aussenpolitische Handlungsfähigkeit. Mögen sich ihre aussenpolitisch-strategischen Optionen auch unterscheiden, so ist ihnen doch gemeinsam, dass sie, graduell unterschiedlich und mit
    Ausnahme von Myanmar, alle eine traditionelle oder eine neugewonnene politisch-strategische Nähe zu den USA haben oder suchen. Allen gemeinsam ist auf jeden Fall die Herausforderung durch die chinesische Expansion, denen sie sich gegenübergestellt sehen. Auf wirtschaftlichem Gebiet hängt in einzelnen Fällen die nützliche
    Entwicklung von Infrastruktur mit der Teilnahme an der chinesischen «Belt and Road»-Initiative zusammen. Militärisch ist die Region in erster Linie vom hegemonialen Anspruch Chinas auf das Südchinesische Meer betroffen.

In der Grafik nicht berücksichtigte Staaten können geostrategisch als nicht relevant betrachtet werden.

Quelle: IISS – The International Institute for Strategic Studies, The Military Balance 2021, London 2021

Philippe Welti

Philippe Welti ist ehemaliger Botschafter der Schweiz in Indien und in Iran. Davor war er Politischer Direktor im Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) im Range eines Botschafters. Heute arbeitet er als Experte für Geopolitik und Strategie mit regelmässiger Vortragstätigkeit und Veröffentlichungen über den Grossraum Asien-Pazifik, speziell über den Mittleren Osten und den Raum um den Persischen Golf. Zusammen mit dem ehemaligen Botschafter Daniel Woker hat Welti das Unternehmen Share-an-Ambassador gegründet, das sich auf geostrategische Analysen und geopolitische Due Diligence spezialisiert.
Philippe Welti ist ehemaliger Botschafter der Schweiz in Indien und in Iran. Davor war er Politischer Direktor im Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) im Range eines Botschafters. Heute arbeitet er als Experte für Geopolitik und Strategie mit regelmässiger Vortragstätigkeit und Veröffentlichungen über den Grossraum Asien-Pazifik, speziell über den Mittleren Osten und den Raum um den Persischen Golf. Zusammen mit dem ehemaligen Botschafter Daniel Woker hat Welti das Unternehmen Share-an-Ambassador gegründet, das sich auf geostrategische Analysen und geopolitische Due Diligence spezialisiert.