Thailand – eine geopolitische Grossaufnahme

Thailand entspricht in vielerlei Hinsicht dem Cliché eines Landes der Gegensätze. Daniel Woker, ehemaliger Schweizer Botschafter in Singapur, wirft einen Blick auf Geschichte, Politik und Wirtschaft des Landes.

Daniel Woker
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Thailand liegt im Herzen von Südostasien, Teil der weltweit wichtigsten Wachstumsregion Asien-Pazifik, welche aber unter unabhängigen Experten als eine der instabilsten und politisch rückständigsten Regionen der Welt gilt.

Thailand ist «das Land des Lächelns», aber eine Militärdiktatur.

Thailand ist ein bevorzugtes «nicht-chinesisches» Produktionszentrum in Asien, ebenso ein Touristenparadies, aber ein Land voll von Korruption und ohne Rechtsschutz für Jedermann.

Einführung

Dies ist eine geopolitische Grossaufnahme, die das grosse Bild von Thailand und seiner Nachbarschaft zeichnet. Beschrieben werden die politischen und wirtschaftlichen Hauptlinien, welche vor dem Hintergrund von Geographie und Geschichte das Thailand von heute prägen und das Thailand von morgen mitbestimmen werden.

Es handelt sich weder um eine detaillierte Compliance-Anweisung für den Marktzugang noch um eine datengestützte Risikoanalyse, sondern um geopolitisches due diligence, das den Grundsatzentscheid über allfällige Geschäftstätigkeit und/oder länger dauernden Aufenthalt in Thailand erleichtern soll.

Wenn das Cliché vom «Land der Gegensätze» überhaupt je zutrifft, dann allenfalls mit Bezug auf Thailand. Viele haben das Land von Ferien in positiver Erinnerung, was aber nur eine von zahlreichen Facetten darstellt. Die Realität ist vielschichtiger, oft dunkler als die Etikette «Land des Lächelns» dies wahrhaben will. Unsere Grossaufnahme erfolgt frei von irgendwelchen Verpflichtungen und vorgeprägten Erwartungen.

Thailand und seine Umgebung

Thailand ist Mitglied der ASEAN (Association of South East Asian Nations), welche ihrerseits oft als das Herz und die Seele von Asien bezeichnet wird. Der langjährige Werbespruch «Malaysia – truly Asia» lässt sich tatsächlich auf ganz Südostasien umlegen. Er umreisst einen chinesischen, eingewanderten Kern, umfasst von indisch-malaiischer Geschmeidigkeit, verankert in zahlreichen lokalen Kleinreichen, welche sich seit Beginn der Zeitrechnung die fruchtbaren Flussebenen und Inseln der Region streitig gemacht haben.

Die Thai wanderten vor rund 1000 Jahren aus südchinesischen Gebieten in das heutige Thailand ein, bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch Siam geheissen. Dort trafen sie insbesondere auf die Khmer, was noch heute zu Spannungen führt, integrierten sich aber gleichzeitig.

Ihre Sprache war seit jeher verschieden vom Mandarin, ihre Namen wurden im Laufe der Zeit «thaisiert», was auch auf Einwanderer der Neuzeit zutrifft. Thaksin Shinawatra, früherer thailändischer Premierminister und noch heute de facto – wenn auch aus dem Exil – Chef der Opposition, ist beispielsweise reinrassiger Chinese und besuchte nach seiner Entmachtung zunächst das Dorf seiner Ahnen auf dem chinesischen Festland.

Anders als die zahlreichen, wirtschaftlich und politisch begründeten Anklagen und Vorwürfe in seiner alten Heimat, wurde die ethnische Herkunft von seinen Gegnern in der regierenden Militärjunta nie thematisiert. Dieses Beispiel ist durchaus typisch für die ASEAN, welche biegsamen Gesetzen von wirtschaftlichem Profit und politischer Rationalität folgt. Letztere fordert gemeinsame Positionen der zehn Mitglieder, da auch die bevölkerungsmässig Grossen in der ASEAN (Indonesien, Vietnam) einzeln gegenüber den «Elefanten» der Region (China, USA, Indien) keine Chancen haben. Das schliesst allerdings Alleingänge keineswegs aus. Das ASEAN-Mitglied Laos beispielsweise ist unter seinem gegenwärtigen Regime de facto eine chinesische Kolonie.

Der wirtschaftliche Profit wird in der ASEAN (noch?) meist national gemessen. Freie Wirtschaftszone ja, aber nur solange nicht konkurrierende Interessen (z. B. eigene Autoindustrie, Landwirtschaft, Gastarbeiter) im Wege stehen. Mit der EU kann die ASEAN nur beschränkt verglichen werden. Beide Organisationen haben kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedstaaten verunmöglicht, aber in der ASEAN wird weder institutionell (Mini-Generalsekretariat mit entsprechendem Budget), noch finanziell (keine Kohäsionszahlungen) auf regionalen Ausgleich, geschweige denn auf eine gemeinsame Werteorganisation (Gerichtsbarkeit, Menschenrechte) hingearbeitet.

Und doch kann der grössten aktuellen Herausforderung an die ASEAN nur gemeinsam entgegengetreten werden: Die Positionierung von Südostasien im Rahmen des Grossraums Asien-Pazifik und speziell gegenüber einem immer expansiver auftretenden China.

Hier steht im Moment die Regelung der Beziehungen im südchinesischen Meer im Vordergrund, wo verschiedene der ASEAN-Staaten, (Meeres)grenzkonflikte mit China haben, das dort allerdings bereits zahlreiche faits accomplis geschaffen hat. Einen gewissen strategischen Ausgleich erhofft sich die ASEAN durch das Viereck USA-Japan-Australien-Indien («The Quad»). Ein hoher malaysischer Beamter zeigte sich aber kürzlich im Gespräch mit diesem Autor pessimistisch; der chinesische Druck auf die gesamte ASEAN sei sehr stark, zumal die sprunghafte Politik der USA kaum effektiv dagegenhalte.

Thailand und seine Politik

Was für die ASEAN gilt, gilt auch für Thailand. Der chinesische Einfluss ist im Moment stark. Dies geht besonders zurück auf chinesisch inspirierte und finanzierte Grossvorhaben im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI) - eine ausufernde, auf bessere Infrastruktur von China nach Asien, Europa und Afrika angelegte Jahrhundertinitiative von Beijing.

Es handelt sich dabei insbesondere um drei Grossprojekte die Thailand direkt betreffen, um China besser mit Indochina und den Weltmeeren zu verbinden: zwei Nord-Süd-Verbindungen, davon eine via Bahn durch ganz Indochina bis hinunter nach Singapur und die andere auf dem Mekong (der auch durch Nordthailand fliesst) sowie ein neuer West-Ost-Kanal an der schmalsten (120km) Stelle des thailändischen Isthmus, um das Südchinesische Meer mit dem Indischen Ozean zu verbinden ohne Umweg über die Strasse von Malakka.

Diese gegenwärtige Hinwendung zu China ist historisch gesehen atypisch und lässt sich erklären, weil sehr viel Geld im Spiel ist, wovon sich die in Thailand regierenden Generäle eine dicke Scheibe abschneiden wollen (mehr darüber im nächsten Abschnitt über die Wirtschaft).

Thailand hat es immer recht gut verstanden, ungebunden zu bleiben: In der Kolonialzeit schwacher, aber unabhängig bleibender Pufferstaat zwischen England und Frankreich, während den beiden Weltkriegen relativ neutral, wenn auch unter zeitweiliger japanischer Besetzung zu Beginn der 1940er Jahre den Achsenmächten zugewandt, während dem Vietnamkrieg einer pro-amerikanischen, antikommunistischen Linie verpflichtet, ohne aber selbst in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Aus dieser Zeit stammen heute noch geltende sicherheitspolitische Bande mit den USA. Thailands grosse und gut ausgerüstete Streitkräfte - insbesondere gehört die Luftwaffe zu den Besten in der Region - gehen darauf zurück. Amerikanische Sanktionen in der Folge der Errichtung der Militärdiktatur 2014 haben die Generäle jedoch veranlasst, sich neben wirtschaftlicher auch einer militärischen Zusammenarbeit mit China zu öffnen. Sie halten sich damit alle strategischen Optionen offen.

Die Innenpolitik wird dominiert durch den Gegensatz zwischen einer eher im Norden ansässigen, oft noch landwirtschaftlich tätigen, ärmeren Mehrheit, den «Rothemden», einerseits und den «Gelbhemden» andererseits, welche sich aus dem wirtschaftlich weiter entwickelten, teilweise städtisch geprägten (Metropole Bangkok) Süden rekrutieren.

Die Vielfalt der Parteien ist beträchtlich, ihre Namen wechseln oft, die Verfassungen noch öfter aber letztlich geht es immer um den erwähnten Gegensatz. Wenn mehr oder weniger demokratische Wahlen möglich sind, gewinnen die Rothemden, welche über die letzten 20 Jahre von der Familie Shinawatra dominiert worden sind. Der Telecom-Milliardär Thaksin S. hat dank bodenloser Wahlkampfkasse und ausufernder Sozialpolitik als Premierminister treue Gefolgschaft unter den Rothemden, welche diese auf seine Schwester Yingluck S. übertrugen.

Beide wurden indes durch Militärputsche entmachtet, mit Unterstützung durch weite Teile der Gelbhemden, welche um ihre Privilegien fürchteten, was insbesondere auf die aufgeblähte Kaste hoher Offiziere zutrifft. Diese herrschen seit 2014 und machen so Thailand zu einer der letzten reinen Militärdiktaturen der Welt. Die Wahlen im Frühjahr 2019 waren demokratiepolitisch lediglich ein Feigenblatt; die wirkliche Macht liegt weiterhin bei den Putschgenerälen von 2014 und den traditionellen militärischen und zivilen Eliten.

Dem trotz lediglich konstitutioneller Monarchie gottähnliche Verehrung und entsprechende Funktionen zukommenden König ist letzte politische Instanz. Unter dem langjährigen König Bhumibol funktionierte dies leidlich als demokratisches Korrektiv. Sein heute herrschender Sohn hat sich demgegenüber auf die Seite der Generäle geschlagen, was ihm diese mit einer immer grotesker wirkenden Durchsetzung des Verbotes von lèse majesté verdanken.

Demokratische Regungen werden so als Majestätsbeleidigung im Keim erstickt. Jeder Ausländer ist gut beraten, den König nicht einmal zu erwähnen; seine «Beleidigung» wird streng bestraft.

In einem ganz anderen Bereich, Drogenkonsum und -Handel, werden übrigens ebenfalls drastische Strafen, auch und gerade gegen Ausländer verhängt. Der neue König hat zudem die bislang im öffentlichen Besitz liegenden Krondomänen auf seine Person übertragen, was ihm ein persönliches Milliardenvermögen eingetragen hat, dessen Tentakel weit in die thailändische Realwirtschaft reichen.

Die politische Macht im Staat hält zwar das hohe Militär, das aber nicht unbedingt auf Gefolgschaft aller Soldaten zählen kann, da grundsätzlich jeder männliche Thai militärdienstpflichtig ist. Die Übergänge von Demokratie zu Diktatur und zurück sind jeweils Perioden politischer Instabilität; sie können unblutig und geordnet verlaufen, aber auch von Unruhen begleitet sein, was jeweils öffentliche Infrastruktur, und damit die meiste Geschäftstätigkeit lahmlegt.

In diesen Zusammenhang gehört auch die in Thailand wie anderenorts in Südostasien (Indonesien, Philippinen) latente Terrorismusgefahr. Diese kann autochthon sein, wie im Falle des seit Jahrzehnten in Südthailand andauernden Konflikts der dort ansässigen Malaien, Muslime im Gegensatz zu den buddhistischen Thai, welche von der Zentralgewalt mehr Autonomie erstreiten wollen. Aber auch ausländische Terrorgruppen sind schon in Thailand tätig geworden.

Ebenso disruptiv können Naturereignisse sein; das verheerende Erdbeben und der nachfolgende Tsunami vom Jahreswechsel 2004/5 bleiben auch in Erinnerung wegen mangelnder staatlicher Bereitschaft und dem Chaos nachher, welche dieser Autor vom benachbarten Singapur aus hautnah miterlebt hat.

Thailand und seine Wirtschaft

Hier ist keine detaillierte Darstellung von Wirtschaftsdaten und Branchen zu erwarten; wie in der Einleitung erwähnt, will dieser Beitrag den Überblick erleichtern, indem Hintergrund und grosse Linien gezeigt werden.

Ausgangspunkt jeder wirtschaftlichen Betrachtung muss die im Lande grassierende Korruption sein. Dies sowohl im Alltagsleben von Thailand, als auch auf hoher Ebene mit massiver unrechtmässiger Bereicherung von Machthabern. Kaum eine staatliche Dienstleistung, sowohl für gewöhnliche Thais als auch für Ausländer, ist ohne tea money erhältlich. Es ist müssig darüber zu diskutieren, ob mit einem «Trinkgeld» an schlecht bezahlte Staatsangestellte beschleunigte (oder auch abgewandte, wie im Strassenverkehr) Dienstleistungen im lokalen Kontext verständlich sind oder nicht. Tatsache bleibt, dass diese Alltagskorruption Vertrauen in den Staat untergräbt und die wirtschaftliche Wettbewerbskraft beeinträchtigt.

Noch schwerer wiegt die masslose Bereicherung der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Machthaber. Das Militär in Thailand mag keine so dominierende Rolle in der Wirtschaft spielen, wie das auf andere Schwellenländer wie etwa Myanmar oder Ägypten zutrifft, aber die unzähligen Offiziere im Generalsrang bereichern sich schamlos. Ein Junta-General machte einmal Schlagzeilen mit der öffentlichen Zurschautragung einer Sammlung schweizerischer Luxusuhren, welche jede einzelne mehr kostete als sein offizielles Jahresgehalt.

Nicht dass zivile Potentaten unbedingt besser wären, auch nicht jene in der Opposition. Thaksin S. verdankt einen Teil seines enormen Vermögens einem seltsamen Deal in den 2000er Jahren mit einer Singapuraner Staatsholding, was dieser Autor direkt miterlebt hat.

Die soliden Wachstumszahlen der Thai-Binnenwirtschaft der allerletzten Jahre verbergen somit eine komplexere sozialpolitische Realität. Die Ungleichheit im Lande wächst und damit auch das Potenzial an politischer Sprengkraft. Die Wachstumszahlen könnten sich in dem Masse weiter verbessern, als sich Thailand, neben dem entsprechenden Branchenleader Vietnam, weiter als «nicht-chinesisches» Produktionszentrum in Südostasien etablieren kann, also in der Nachbarschaft der weltgrössten Märkte.

Dabei stehen noch nicht einmal wirtschaftliche Kennzahlen, etwa Arbeits- und Produktionskosten im Vordergrund, sondern das wachsende Misstrauen in weiten Teilen der Weltwirtschaft in die politischen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingen für Auslandsinvestitionen in China.

Einmal abgesehen von Handelsscharmützeln zwischen Beijing und Washington, ist festzustellen, dass die von Xi Jinping etablierte, absolute Allmacht der Partei mit ihm als «neuem Mao» an der Spitze, ausländische Investoren in China nach Alternativen Ausschau halten lässt – und dies keineswegs nur im traditionellen Westen. Ein grosser koreanischer Konzern hat eben alle Produktion in China gestoppt, und dies aus politischen Gründen, um sie nach Vietnam zu übertragen. Ähnliches mag sich in Zukunft für Thailand ereignen, wenn das Land es fertigbringt, politischer und wirtschaftlicher Umklammerung durch China zu entgehen.

Ausblick

Es sei hier wiederholt: Die absolut wichtigste geopolitische Entwicklung in der Grossregion Asien-Pazifik (AP), mit eindeutigen, globalen Konsequenzen, liegt im Verhältnis zwischen China einerseits und den USA sowie dem Rest der Welt, speziell Chinas asiatischen Nachbarn andererseits.

Neben zahlreichen Alarmzeichen, was chinesischen Expansionismus anbelangt, bestehen auch einzelne Lichtblicke. So etwa beim Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP), unter Anstoss von Beijing ausgehandelter Freihandelsvertrag der ersten Generation (Zollsenkungen) im AP - wo Thailand aktiv mitwirkt und der China in traditionelle völkerrechtliche Verpflichtungen einbinden wird.

Nicht beteiligt ist Thailand momentan am CP-TPP - Comprehensive and Progressive Trans Pacific Partnership –, einem, bis zum Rückzug unter Trump, von den USA initiierten Freihandelsvertrag der dritten Generation (Zölle, nichttarifarische Handelshemmnisse, Rahmenbedingungen von Produktion und Investition) im AP.

Falls tatsächlich diese beiden grossen Wirtschaftsvereinbarungen in der Zukunft verknüpft werden können, würde der weltweit weitaus grösste Wirtschaftsverbund geschaffen, mit all seinen auch politischen Auswirkungen.

Was Europa anbelangt, so sind EU-Wirtschaftsvereinbarungen mit Thailand sowohl bilateral als auch im Rahmen der ASEAN möglich und teilweise in Verhandlung. Dies gilt gleichermassen für die Schweiz, die solche Abkommen normalerweise im Rahmen der EFTA (European Free Trade Association) abschliesst. Die EU wird indes mit Thailand kein Abkommen unterzeichnen, solange dort das Militär an der Macht ist.

Die digitale Zukunft wird auch in Thailand nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politik verändern. Beobachter sehen die social media im Moment als grundsätzlich positives Phänomen für Thailand, da es den Alleindeutungsanspruch der Eliten, und des Königs, infrage stellt.

Offen ist natürlich, wann und wie sich die, uns allen immer bewusster werdende, dunkle Unterseite der digitalen Zukunft bemerkbar machen wird. Positiv scheint mit der digitalen Entwicklung ein wachsendes Bewusstsein für aktivere Klimapolitik auch in Thailand einher zu gehen. Ausgehend von einem tiefen Niveau sind insbesondere Massnahmen gegen Luft- und Wasserverschmutzung für Thailands Zukunft von grosser Bedeutung. Ohnehin ist hier auf die selbstverständliche digitale Affinität der Jugend Thailands hinzuweisen, wie das im AP ja allgemein ausgeprägt der Fall ist.

Weil ihr politische und wirtschaftliche Schranken gesetzt sind (siehe vorne den Abschnitt über Thailands Nachbarschaft), konzentriert sich die ASEAN speziell auf digitale Interoperabilität zwischen und innerhalb ihrer Mitgliedsländer, eingeschlossen AI (Artificial Intelligence). Ein kommender Wettbewerbsvorteil für Asien, eingeschlossen Thailands, gegenüber dem Rest der Welt, damit auch Europa, ist absehbar.

Wer schliesslich mehr über Thailand und seine Nachbarschaft wissen, aber nur ein einziges, geopolitisch ausgerichtetes Buch lesen will und kann, dem sei empfohlen: Michael Vatikiotis, Blood and Silk, Power and Conflict in South East Asia, London 2017.

Vatikiotis, ein alter Freund dieses Autors, ist ehemaliger Chefredaktor des Far Eastern Economic Review (Honkong) und seit Jahren von Singapur aus als Topdiplomat in zwischenstaatlicher Mediation tätig. Seine Analyse von Südostasien ist geprägt von brutaler Offenheit, jahrzehntelanger Erfahrung und tiefem Verständnis dieser «instabilen und politisch rückständigen Region», welche aber in der sprichwörtlichen Zukunftsregion der Welt gelegen ist.

Daniel Woker

Daniel Woker ist ehemaliger Botschafter der Schweiz in Australien, Singapur und Kuwait. Davor war er erster Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik (GCSP), mit dem Titel eines Botschafters. Frühere diplomatische Posten umfassten Paris (Ministre Conseiller), Stockholm (stv. Missionschef) sowie Wirtschaftsrat an der Uno-Mission in New York. Heute arbeitet er als Spezialist für Geopolitik und Strategie, mit regelmässiger Vortragstätigkeit und Veröffentlichungen über den Grossraum Asien-Pazifik, speziell die ASEAN und Australien, über die arabische Halbinsel und die Entwicklung der EU. Zusammen mit dem früheren Schweizer Diplomaten Philippe Welti hat Woker das Unternehmen Share-an-Ambassador gegründet, das sich auf geopolitische Due Diligence spezialisiert.
Daniel Woker ist ehemaliger Botschafter der Schweiz in Australien, Singapur und Kuwait. Davor war er erster Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik (GCSP), mit dem Titel eines Botschafters. Frühere diplomatische Posten umfassten Paris (Ministre Conseiller), Stockholm (stv. Missionschef) sowie Wirtschaftsrat an der Uno-Mission in New York. Heute arbeitet er als Spezialist für Geopolitik und Strategie, mit regelmässiger Vortragstätigkeit und Veröffentlichungen über den Grossraum Asien-Pazifik, speziell die ASEAN und Australien, über die arabische Halbinsel und die Entwicklung der EU. Zusammen mit dem früheren Schweizer Diplomaten Philippe Welti hat Woker das Unternehmen Share-an-Ambassador gegründet, das sich auf geopolitische Due Diligence spezialisiert.