Mister Market

BFW bleibt eine Hängepartie

Das Kaufangebot für die Immobiliengesellschaft wird vollzogen, obwohl die verlangte Mindestquote nicht erreicht wurde.

Andreas Kälin

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Eine Bedingung für das Kaufangebot an die Minderheitsaktionäre der BFW Liegenschaften bleibt unerfüllt. The Market hat das im Januar vorausgesagt.

Nach der Nachfrist für das Angebot, die am 7. Februar endete, kontrolliert Bieter Beat Frischknecht lediglich 84,3% der Stimmrechte und 63,5% des Aktienkapitals. Bei der Bekanntgabe des Angebots im November war zur Bedingung für den Vollzug gemacht worden, dass Frischknecht am Ende der Angebotsfrist mindestens 90% der Stimmrechte hält.

Trotzdem Vollzug

Aber was soll’s. Auf die Bedingung wird verzichtet. Der Vollzug des Angebots erfolgt nun trotzdem, voraussichtlich am 14. Februar, wie der gestrigen Mitteilung von BFW Liegenschaften zu entnehmen ist.

Was heisst das? Frischknecht hat jetzt noch mehr Aktien der BFW Liegenschaften als vorher und das Kräfteverhältnis ist noch etwas einseitiger. Aber er kann die Minderheitsaktionäre nicht wie gewünscht hinausdrängen, dafür bleiben sie zu stark.

Nur kleine Prämie

Ich hätte als Minderheitsaktionär ebenfalls nicht angedient. Der gebotene Preis wäre mir zu niedrig gewesen. Dazu nur ein kleiner Vergleich: Gemessen am zuletzt ausgewiesenen inneren Wert (NAV) hat das Angebot für BFW Liegenschaften eine Prämie von nur 5,5%% enthalten.

Die in der Fairness Opinion zum Vergleich herangezogenen mittelgrossen Immobiliengesellschaften Mobimo und Allreal werden mit einem Agio, also zu einer Prämie auf den inneren Wert von 33 bis 50% gehandelt.

Wahnsinnige Agios im Markt

Die Aktien des grössten Kalibers unter den kotierten Schweizer Immobiliengesellschaften, Swiss Prime Site, weisen sogar ein Agio von über 75% auf. Solch hohe Aufschläge erklären sich zwar grossteils mit dem allgemeinen Marktwahnsinn, der zurzeit herrscht.

Dennoch hätte Frischknecht für BFW Liegenschaften schon mehr bieten müssen, um mich und vor allem die oppositionellen Minderheitsaktionäre zu überzeugen.

Freundlich grüsst im Namen von Mister Market,

Andreas Kälin