Mister Market

Erste Warnsignale bei Partners Group

Das Private-Equity-Haus enttäuscht die Erwartungen. Offenbar stockt der Beteiligungsverkauf.

Gregor Mast

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Was passieren kann, wenn hoch bewertete Unternehmen die Erwartungen nicht erfüllen, zeigt sich heute am Beispiel Partners Group. Trotz stattlichem Wachstum verlieren die Titel des Baarer Private-Equity-Hauses zwischenzeitlich fast 6%, weil der Gewinn die Konsensschätzung der Analysten um 2% verfehlt hat.

Grund sind die performanceabhängigen Gebühren, die weniger hoch ausgefallen sind als erwartet. Offensichtlich könne man in stürmischen Marktgewässern auch am Zugersee nicht übers Wasser laufen, schreiben die Analysten der ZKB zum heute vorgelegten Halbjahresausweis.

Performancegebühren fallen vor allem dann an, wenn Beteiligungen veräussert werden. Offenbar war das im ersten Semester weniger einfach als gedacht.

Das ist umso bemerkenswerter, als viele Private-Equity-Häuser ihre Beteiligungen nicht mehr ans Publikum verkaufen, sondern unter sich weiterreichen, wie der britische Hedge Fund Manager Crispin Odey im Juni im Gespräch mit The Market sagte.

Odey bezeichnete Partners Group als interessante Short-Idee, weil er im Private-Equity-Bereich die grössten Exzesse ortet. Auf der Jagd nach Rendite ist viel Geld in Privatmarktanlagen geflossen und hat so die Bewertungen in die Höhe getrieben. Dazu kommt, dass viele Deals massiv mit Schulden unterlegt sind.

Die Valoren von Partners Group notieren heute in etwa gleich hoch wie vor einem Jahr. Wirklich gelohnt hätte sich der Leerverkauf bisher also nicht. Zudem dürfte die Erholung der Börsen seit Anfang Jahr im zweiten Semester positiv zu Buche schlagen.

Ein Einbruch droht wohl erst, wenn die Zinsen nachhaltig steigen oder die Weltwirtschaft in die Rezession abgleitet.

Herzlich grüsst im Namen von Mister Market,

Gregor Mast