Mister Market

Forbo erwägt einen Aktienrückkauf

Die Generalversammlung gab im April das Plazet für ein neues Rückkaufprogramm. Der Verwaltungsrat des Mischkonzerns könnte den Beschluss dazu bald fällen. 

Andreas Kälin

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Die Aktien des Bodenbelags- und Kunststoffspezialisten Forbo haben rund 17% eingebüsst, seitdem sie im Juni nach einem langen Aufwärtstrend mit 1799 Fr. ihr Höchst erreicht hatten.

Wie ich im Markt höre, erwägt die Führung des Industrieunternehmens nun einen Aktienrückkauf.

Stete Rückkaufprogramme

Immer wieder hat Forbo in der Vergangenheit Aktienrückkaufprogramme lanciert. Im Rahmen des bisher letzten Programms wurden zuerst via eines Festpreisangebotes eigene Titel im Umfang von 3,5% des Aktienkapitals und dann via einer zweiten Handelslinie weitere 4,8% zurückgekauft.

Mit Beschluss des Verwaltungsrates wurde dieses Programm, das bis 2020 laufen sollte, per 5. März dieses Jahres vorzeitig beendet. An der Generalversammlung im April genehmigten die Aktionäre dann, dass die dabei zurückgekaufte Position von 150'000 Aktien vernichtet und das Kapital entsprechend herabgesetzt wird.

VR ist ermächtigt

Zugleich gaben die Aktionäre an der GV ihre Zustimmung für ein neues Aktienrückkaufprogramm. Der Verwaltungsrat ist damit grundsätzlich ermächtigt, eigene Aktien im Umfang von maximal 10% des Aktienkapitals über einen Zeitraum von drei Jahren zurückzukaufen, «wahlweise über eine zweite Handelslinie an der SIX Swiss Exchange oder auf andere Weise».

Die formalen Bedingungen für ein weiteres Rückkaufprogramm sind also gegeben. Auch finanziell kann Forbo es sich leisten. Im Halbjahresbericht verwies das Unternehmen darauf, dass ein «hoher Bestand an flüssigen Mitteln» von netto 96 Mio. Fr. per Ende Juni vorhanden sei und die Eigenkapitalquote solide 58,3% betrage.

«Forbo ist gesund»

Im Interview mit The Market vor drei Wochen erklärte Michael Pieper, Vizepräsident des Verwaltungsrats und mit einem Anteil von 27% grösster Aktionär von Forbo, dass das Unternehmen «gesund» sei und strategisch gut dastehe. Klar sei allerdings, dass auch Forbo leide, sollte es einen Einbruch der Baukonjunktur geben.

Der Gruppe, die Bodenbeläge, Bauklebstoffe und Transportbänder anbietet, gelang es im ersten Halbjahr, den Umsatz in einem global heterogenen und abgeschwächten Konjunkturumfeld stabil zu halten: Der Rückgang betrug lediglich 0,6% in Lokalwährungen.

Als Investor gefällt mir die gut geführte Forbo-Gruppe. Zudem sind ihre Aktien nicht hoch bewertet. Auf Basis der von Bloomberg ermittelten Konsensgewinnschätzung für 2020 beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis weniger als 17.

Freundlich grüsst im Namen von Mister Market, 

Andreas Kälin