Mister Market

Kaufgelegenheit in Comet

Zwei Monate nach seiner Kampfwahl übernimmt VR-Präsident Heinz Kundert bei der Flamatter Technologiegruppe interimistisch auch das Amt des CEO. Das ist nur konsequent.

Mark Dittli

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Vor knapp zwei Monaten gewann Heinz Kundert die Wahl für das Amt des Verwaltungsratspräsidenten der Technologiegruppe Comet. Gestern Donnerstag und heute Freitag traf sich das Gremium zu seiner Sitzung – und bereits kam es zu einem gewichtigen Personalentscheid: René Lenggenhager, seit knapp zwei Jahren CEO, muss das Unternehmen verlassen.

Interimistisch übernimmt Kundert das Amt des Geschäftsführers, bis die Nachfolge von Lenggenhager geregelt ist.

Die Comet-Aktien büssten am Freitagmorgen im Nachgang der Meldung zeitweise mehr als 5% ein.

Der Grund dafür liegt allerdings weniger in der Personalmeldung, sondern in den Angaben zum Geschäftsgang: Wegen der schwachen Nachfrage im Halbleitermarkt werde sich die Geschäftsentwicklung der Gruppe im ersten Halbjahr gegenüber dem zweiten Halbjahr 2018 nicht verbessern, meldet das Unternehmen. Comet erwartet kurzfristig keine deutliche Belebung des Marktumfelds.

Meiner Ansicht nach ist der Kursrückschlag für mutige Investoren eine Kaufgelegenheit. Der Abgang von Lenggenhager ist kein Verlust für Comet. Dass Kundert rasch Entscheidungen durchsetzt und bis auf weiteres selbst das CEO-Amt übernimmt, ist nur konsequent.

Der frühere CEO des Rheintaler Vakuumventilherstellers VAT wird das Unternehmen durchleuchten und schonungslos die Frage stellen, ob wirklich alle vier der bestehenden Geschäftsbereiche noch unter das Dach von Comet passen. Kunderts Aufgabe ist es, Comet zu fokussieren – und dazu kann auch der Verkauf einer Division gehören.

Dass die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr schwach geblieben ist, darf nicht überraschen. Der Halbleiterzyklus befindet sich in – oder nahe – der Talsohle.

Für Investoren bieten sich nun zwei Möglichkeiten:

  • Sie können abwarten und schauen, für welche strategischen Massnahmen sich Kundert entscheidet. Diese Strategie empfiehlt Alexander Koller, Analyst der Zürcher Kantonalbank.
  • Oder sie können die heutige Kursschwäche nutzen und auf die Fähigkeiten von Kundert setzen, die richtigen Entscheide für Comet zu fällen. Auf diese Strategie setzt Michael Foeth von der Bank Vontobel.

Ich empfehle Letzteres.

Freundlich grüsst im Namen von Mister Market,

Mark Dittli