Mister Market

Starke Zahlen von Zur Rose – Fortschritt für Basilea

Die Versandapotheke Zur Rose überzeugt mit kräftigem Umsatzwachstum, die Biotechgruppe Basilea Pharmaceutica vertieft ihre Partnerschaft mit Roche. Beide Aktien setzen ihren Kursanstieg fort.

Mark Dittli

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Zur Rose kann für das abgelaufene Geschäftsjahr ein kräftiges Umsatzwachstum präsentieren: In Franken gerechnet stiegen die Verkäufe der Versandapotheke um 12,4% auf 1,36 Mrd. Fr. Unter Einbezug der Verkäufe der im vergangenen Jahr akquirierten Medpex stieg der Umsatz um gut 30% auf 1,57 Mrd. Fr.

Den grössten Wachstumsbeitrag lieferte der für Zur Rose wichtigste Markt Deutschland, wo der Umsatz inklusive Medpex um 45,4% auf 976 Mio. Fr. stieg. In der Schweiz erreicht das Unternehmen trotz einer staatlich verordneten Preissenkung 5,2% Umsatzwachstum auf 554,4 Mio. Fr., während der Rest Europas – vorab Spanien und Frankreich – mit einem 48%-Wachstum auf 39,7 Mio. Fr. überzeugte.

Alles in allem sind das sehr solide Zahlen, die die Konsenserwartungen der Analysten leicht übertrafen. 

Den detaillierten Abschluss wird Zur Rose am 19. März publizieren. Das Unternehmen bestätigt seine Prognose für 2019 von einer Ebitda-Marge zwischen null und minus 1%, wobei das Resultat eher am unteren Ende dieser Spanne zu liegen kommen werde. Zudem bestätigt Zur Rose das Ziel, den Umsatz zwischen 2018 und 2022 zu verdoppeln und im Geschäftsjahr 2022 eine Ebitda-Marge von 5 bis 6% zu erreichen.

Die Börse reagiert positiv auf die Zahlen: Mit 127 Fr. steigen die Zur Rose-Aktien am Mittwoch auf den höchsten Stand seit November 2018.

Seit der Kaufempfehlung von The Market im Juli ist der Aktienkurs der Apothekengruppe um 40% gestiegen. Besonders ausgeprägt ist die Kursavance seit Anfang Dezember ausgefallen:

Aufwind für Zur Rose

Zur Rose Na., in Fr., von Januar 2019 bis Januar 2020

Wie ich aus dem Markt höre, lasteten bis Ende November die Verkäufe eines grösseren Schweizer Aktienfonds auf dem Kurs. Erst mit dem Wegfall dieses Drucks konnte eine kräftige Aufwärtsbewegung einsetzen.

Gefreut hat mit Anfang Januar die Ernennung des 53-jährigen früherem Amazon-Managers Bernd Gschaider zum Chief Operating Officer der Gruppe. Gschaider bringt dringend benötigte Expertise im Bereich Lagerlogistik und Fulfillment in die Geschäftsleitung von Zur Rose.

Vom Geschäftsgang her wird 2020 eher ein Übergangsjahr; die Einführung des E-Rezepts in Deutschland dürfte die Verkäufe erst gegen Ende Jahr positiv beeinflussen. Erfreulich wäre, wenn sich Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn mit der Apothekenbranche und mit der EU-Kommission bald auf eine tragfähige Lösung rund um das Thema Rabattverbote einigen kann. Im Raum steht für ausländische Versandapotheken wie Zur Rose eine Rabattlimite von 2.50 € je Versand – ein Vorschlag, mit dem Zur Rose-CEO Walter Oberhänsli nach eigenen Aussagen gut leben könnte.

Der Investment Case für Zur Rose ist weiterhin spannend, die Aktien sind ein Kauf.

Basilea mit kräftigem Momentum

Ein zweites Unternehmen aus dem Gesundheitssektor fiel heute Mittwoch mit einer erfreulichen Nachricht auf: Basilea Pharmaceutica vertieft die Zusammenarbeit mit Roche im Rahmen einer klinischen Studie mit dem Krebsmedikament Derazantinib.

Konkret stellt Roche sein Krebsmedikament Tecentriq zur Verfügung, um Derazantinib in einer klinischen Phase I/II-Studie in der Bekämpfung von Magenkrebs zu testen. Eine vergleichbare Partnerschaft in der Anwendung von Tecentriq und Derazantinib hatten Roche und Basilea bereits in einer klinischen Studie mit Blasenkrebs-Patienten geschlossen.

Die Ausweitung der Partnerschaft kann als Zeichen gewertet werden, dass Roche weiteres Potenzial in der Kombination der beiden Wirkstoffe sieht und Gefallen an den bisherigen Forschungsarbeiten Basileas mit Derazantinib im Bereich Magenkrebs gefunden hat. Magenkrebs ist eine deutlich grössere Indikation als Blasenkrebs; Basilea rechnet mit jährlich rund 190'000 neuen Erkrankungsfällen in Europa, Japan und den USA.

Gewiss, es handelt sich bei der Ankündigung um eine frühklinische Phase, aber die Ausweitung der Partnerschaft mit Roche ist ein weiteres Puzzlestück in der Strategie von Basilea, sich neben den zwei bereits erfolgreich vermarkteten Antipilz- und Antibiotika-Präparaten ein weiteres Standbein in der Onkologie aufzubauen.

Dass Basilea besonders mit den Verkäufen seines Antipilzmedikaments Cresemba momentan ein starkes Momentum geniesst, zeigten die am 10. Januar publizierten Verkaufszahlen für das vergangene Jahr.

Seit der Kaufempfehlung von The Market Anfang Juli 2019 hat der Aktienkurs von Basilea mehr als 60% zugelegt.

Kräftige Kursgewinne für Basilea

Basilea Pharmaceutica Na., in Fr., von Januar 2019 bis Januar 2020

Auch hier gilt: Der Investment Case stimmt weiterhin, die Aktien sind ein Kauf.

Freundlich grüsst im Namen von Mister Market

Mark Dittli