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Das Potenzial von Small Caps nutzen

Small Caps erzielen eine langfristige Outperformance, da sie schneller auf globale Veränderungen reagieren und grundlegende Neuerungen mitgestalten können. 

Im Auftrag von AXA Investment Managers

Author:
Isabelle De Gavoty, Head of Framlington Equities Small Cap Team, AXA Investment Managers

Übernahmen stützen ihre Performance, und eine aktive und sorgfältige Titelselektion ist unabdingbar. Investoren müssen verschiedene grundsätzliche Entscheide fällen. Zur Wahl des Anlagehorizonts, der Risikobereitschaft, der Region, der Anlageklasse und des Investitionsthemas gesellt sich auch die Frage, ob sie eine aktive oder passive Anlagestrategie verfolgen wollen. Generell können effiziente Märkte, wie beispielsweise amerikanische Blue Chips, durch passive Anlagelösungen abgebildet werden. Für ineffiziente Märkte oder Marktsegmente, zu denen weltweit die Small und Mid Caps gehören, ist jedoch grundsätzlich ein aktiver Investitionsansatz besser geeignet.

Aber wieso überhaupt in die volatileren Small-Caps-Werte investieren und nicht auf die «sicheren» Blue Chips setzen? Small Caps sind ein ausgezeichneter Portfoliobaustein für eine langfristige Wachstumsstrategie mit einer attraktiven Outperformance. Ein Faktor für ihren Erfolg ist, dass sie klein und agil genug sind, um rasch auf globale Veränderungen zu reagieren. Viele Disruptoren und Kreatoren neuer Technologien sind typischerweise Start-ups oder kleinkapitalisierte Unternehmen.

Nischen besetzen und Marktanteile gewinnen

Seit Ende der Finanzkrise haben viele kleinere Unternehmen ihren Umsatz und ihren Ertrag trotz schleppenden volkswirtschaftlichen Wachstumsraten jedes Jahr deutlich steigern können. Sie stehen an vorderster Front des transformativen Wachstums und besetzen erfolgreich Nischen in der Wertschöpfungskette. Sie gewinnen Marktanteile von den traditionellen, grösseren Playern oder verdrängen sie gar. Zudem profitieren Small Caps eher von Fusionen und Übernahmen als grössere Unternehmen. 90 Prozent der M&A-Transaktionen zwischen 2010 und 2019 umfassten auch Small und Mid Caps, was die Renditen der Anlageklasse massgeblich unterstützte.

In der jüngeren Vergangenheit hinkten Small Caps der Wertentwicklung von Large Caps hinterher, was normalerweise ein Zeichen von Marktstress und einer erhöhten Vorsicht respektive Risikoaversion der Investoren ist. Sie bergen Aufholpotenzial und ihre langfristige Leistungskraft ist ungebrochen. Small Caps weisen untereinander eine niedrigere Korrelation auf als Large Caps, was dazu führt, dass mit Titeln von kleineren Unternehmen diversifizierte Portfolios allgemein weniger volatil sind als reine Large-Caps-Portfolios. Small Caps sind in der Regel auch weniger stark von technischen Bewegungen betroffen, wie zum Beispiel von grossen Zu- oder Abflüssen, die aus dem Kauf und Verkauf von kotierten Indexfonds (ETF) resultieren können.

Bewertungsaufschlag von Small Caps gegenüber
Large Caps

<em>Quellen: AXA IM, Bloomberg, Differenz der KGVs (auf Grundlage der für die nächsten 12 Monaten erwarteten Erträge) des MSCI Europe Small Cap und des MSCI Europe Large Cap in %, <br>Stand 30. September 2019</em>

Quellen: AXA IM, Bloomberg, Differenz der KGVs (auf Grundlage der für die nächsten 12 Monaten erwarteten Erträge) des MSCI Europe Small Cap und des MSCI Europe Large Cap in %,
Stand 30. September 2019

Strukturelle Wachstumsführer wählen

Vor dem Hintergrund des schwachen Wirtschaftswachstums sollten Investoren als Erstes strukturelle Wachstumstreiber identifizieren. Dazu gehören neue Technologien, demografische Trends und sich rasch ändernde Konsumgewohnheiten. Solche Treiber sind branchenübergreifend, und sie sprengen herkömmliche Unternehmenssilos und Marktzyklen. Innerhalb dieser Themen müssen Unternehmen mit Geschäftsmodellen gesucht werden, die höhere Wachstumsraten erzielen als ihre Konkurrenten. Anhand vier Charakteristiken können vielversprechende Unternehmen erkannt werden:

Leader und Konsolidierer: Unternehmen, die in einem fragmentierten Markt mit hohen Eintrittsbarrieren führend sind und gegenüber ihren Konkurrenten einen klaren Wettbewerbsvorteil aufweisen. Sie wachsen organisch oder nutzen Akquisitionen, um ihre Entwicklung zu sichern und ihre operative Marge zu verbessern.

Disruptives Geschäftsmodell: Unternehmen, die innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anbieten und dank ihrem innovativen Geschäftsmodell in der Lage sind, neue Märkte und Segmente zu erschliessen und zu erschaffen.

«The winner takes all»: Unternehmen, die von neuen Technologien oder Regulierungen profitieren und mit hochdifferenzierten Geschäftsmodellen ihre Branchen neu aufmischen.

Wachstumserholung: Unternehmen, die sich nach einem Management- oder Strategiewechsel in einer Turnaround-Phase befinden und durch Optimierung ihres Geschäftsportfolios ihre Ertragskraft steigern.

Keine Frage, Large Caps gehören in jedes Portfolio, nicht zuletzt aus Gründen des Risikomanagements. Small Caps bieten die besseren langfristigen Renditechancen und sollten Bestandteil jeder Wachstumsstrategie sein.