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Die US-Notenbank lässt den Aktienmärkten freien Lauf. Kann die Rally andauern?

Fed-Chef Jerome Powell beruhigt die Märkte mit der Aussicht auf niedrige Zinsen, solange die Inflation nicht extrem stark steigt.

Im Auftrag von Invesco Asset Management

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, hat den Märkten versichert, dass das Fed die Zinsen nicht anheben wird, solange die Inflation nicht kräftig anzieht.
  • Das lässt den Aktienmärkten quasi freien Lauf für weitere Kurssteigerungen, da die Anleger keine unerwartete Straffung der Geldpolitik befürchten müssen.
  • Drei Faktoren könnten die Rally stoppen. Wir rechnen in den nächsten Wochen aber mit einer stark positiven Tendenz an den Aktienmärkten.

Von Kristina Hooper

Die Sitzung der US-amerikanischen Notenbank (Fed) in der vergangenen Woche lief weitgehend wie erwartet ab. Deutlich wichtiger für die Aktienmärkte war die anschliessende Pressekonferenz.

Wie erwartet, senkte das Fed die Zinsen um 25 Basispunkte. Ausserdem wurde die Formulierung, dass man «angemessen handeln» werde, um «die wirtschaftliche Expansion zu erhalten», aus dem Fed-Statement gestrichen. Das war eine von vielen erwartete und manchen gefürchtete Änderung, die signalisiert, dass es vermutlich erst einmal keine weiteren Zinssenkungen mehr geben wird. Ich hatte befürchtet, dass die Aktienmärkte negativ auf die Entfernung dieser Formulierung aus dem Fed-Statement reagieren könnten. Schliesslich waren die Erwartungen an weitere Fed-Zinssenkungen relativ hoch.

Fed-Chef Powell tat jedoch etwas sehr Bedeutendes bei der Pressekonferenz: Er sicherte den Märkten zu, dass das Fed die Zinsen nicht anheben werde, solange die Inflation nicht extrem stark ansteigt – und wenn man sich die jüngsten Daten ansieht, ist das bis auf weiteres kaum zu erwarten. Das lässt den Aktienmärkten quasi freien Lauf für weitere Kurssteigerungen, da die Anleger keine unerwartete Straffung der Geldpolitik befürchten müssen. Die positive Reaktion der Aktienmärkte liess auch nicht auf sich warten: Vom Zeitpunkt des Beginns der Pressekonferenz am Nachmittag des 30. Oktober bis zum Börsenschluss am 1. November legte der S&P 500 um 1,06% zu.[1]

Kann die Aktienmarktrally andauern?

Wie ich an dieser Stelle bereits erklärt habe, kann die Geldpolitik positivere Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben als auf die Wirtschaft insgesamt. Ich glaube, dass das auch in Zukunft der Fall bleiben wird. Die Rally, die nach der Fed-Pressekonferenz in der letzten Woche eingesetzt hat, könnte noch länger andauern. Ich rechne in den nächsten Wochen zumindest mit einer stark positiven Tendenz an den Aktienmärkten.

Damit stellt sich natürlich aber auch die Frage, was eine vom Fed angeheizte Rally stoppen könnte. Ich sehe mehrere potenzielle Kursbremsen:

1.     Der US-chinesische Handelskonflikt. US-Finanzminister Steven Mnuchin hat in der vergangenen Woche bestätigt, dass die USA und China weiter auf Kurs sind, im November ein Abkommen über eine «Phase 1» einer Handelsvereinbarung zu unterzeichnen. Ich halte das aber noch nicht für eine ausgemachte Sache, da sich beide Seiten weiterhin widersprüchlich zu den Fortschritten der Handelsgespräche äussern. Selbst wenn sich die USA und China auf eine solche erste Phase einer Handelsvereinbarung einigen sollten, wären weitere Schritte in Richtung eines umfassenden Handelsabkommens zudem deutlich unwahrscheinlicher. Negative Meldungen von der Handelsfront — oder, was noch schwerwiegender wäre, zu einem Scheitern der Verhandlungen — dürften zu Kursverlusten an den Aktienmärkten führen. Ich glaube aber, dass ein derartiger Ausverkauf von kurzer Dauer wäre, da die Fed sich die Möglichkeit offen gehalten hat, die Zinsen erneut zu senken, falls die Handelsspannungen wieder zunehmen sollten.

2.     Sehr schwache Wirtschaftsdaten. Die US-Wirtschaftsdaten sind generell positiv ausgefallen, aber es gibt gewisse Hinweise auf eine Abschwächung. Während der jüngste Bericht vom Arbeitsmarkt sehr gut ausgefallen ist, hat das Chicago Business Barometer (auch bekannt als Chicago Purchasing Managers Index) für Oktober für Beunruhigung gesorgt. Mit einem Wert von 43,2 blieb dieser Geschäftsklimaindikator nicht nur hinter den Erwartungen zurück, sondern war auch so niedrig wie zuletzt vor vier Jahren.[2] Auch der Ausblick im verarbeitenden Gewerbe ist weiterhin verhalten: Der nationale ISM Einkaufsmanagerindex ist mit 48,3 hinter den Konsenserwartungen zurückgeblieben — und hat den dritten Monat in Folge nachgegeben.[3] Falls sich die Konjunkturdaten weiter verschlechtern sollten, könnte das weitere Kurssteigerungen an den Aktienmärkten verhindern. Allerdings dürfte die Fed auch hier bei Bedarf einschreiten und die Zinsen senken.

3.     Äusserungen des Fed. Mit seiner Erklärung bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche hat Fed-Chef Powell die Märkte zwar beruhigt. Sollten Powell selbst oder Fed-Vize Richard Clarida in den nächsten Wochen aber anders lautende Erklärungen abgeben, könnte das die Marktstimmung erheblich belasten. Meines Erachtens könnte das eine von der Fed angeheizte Aktienmarktrally am ehesten zum Erliegen bringen. In den ersten beiden Szenarien könnte die Fed das Problem beheben – in diesem Fall könnte sie das Problem sein.

Trotz dieser potenziellen Kursbremsen sollten Anleger die Wirkung der jüngsten Fed-Pressekonferenz nicht unterschätzen. Die US-Notenbank hat die Zügel gelockert und gibt US-amerikanischen Aktien für den Rest des Jahres erst einmal freien Lauf für weitere Kurssteigerungen.

1 Quelle: Bloomberg, L.P.
2 Quelle: Institute for Supply Management — Chicago, 31. Okt. 2019
3 Quelle: Institute for Supply Management, 1. Nov. 2019

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Daten vom 29. Oktober 2019, sofern nicht anders angegeben. Dieses Marketingdokument stellt keine Empfehlung dar, in eine bestimmte Anlageklasse, Finanzinstrument oder Strategie, zu investieren. Das Dokument unterliegt nicht den regulatorischen Anforderungen, welche die Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen/Anlagestrategieempfehlungen sowie das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung der Anlageempfehlung/Anlagestrategieempfehlung vorschreiben. Diese Information dient ausschließlich der Veranschaulichung und ist keine Empfehlung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Die in diesem Material dargestellten Prognosen und Marktaussichten sind subjektive Einschätzungen und Annahmen des Fondsmanagements oder deren Vertreter. Diese können sich jederzeit und ohne vorherige Ankündigung ändern. Diese Publikation ist nicht Bestandteil eines Verkaufsprospektes. Sie enthält lediglich allgemeine Informationen und berücksichtigt keine individuellen Erwartungen, steuerliche oder finanzielle Interessen.

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