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Globales Vertrauen: Schütteln, schwanken, drehen?

Die sich in dieser Woche zuspitzende Rhetorik in Bezug auf Handel und Politik erinnert daran, dass die Ängste der Marktteilnehmer kurzfristig schnell den Effekt der Fundamentaldaten überlagern können. Ein schwankendes Vertrauen kann jedoch auch nützlich sein, um die Sicht auf diese Fundamentaldaten neu zu ordnen.

Im Auftrag von Legg Mason

Dies scheint in der gegenwärtigen Diskrepanz zwischen dem Vertrauen der Verbraucher und dem der Unternehmen in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt, sowohl in den entwickelten als auch in den anderen, zum Ausdruck zu kommen. Wie in den USA hat das Verbrauchervertrauen in den übrigen Industrieländern – und in einem Grossteil der Entwicklungsländer – in den letzten ein bis zwei Jahren stark zugenommen, was sich in robusten Einzelhandelszahlen widerspiegelt. So stiegen beispielsweise die US-Konsumausgaben im zweiten Quartal 2019 mit einer annualisierten Rate von 7,5%, was darauf hindeutet, dass die US-Verbraucher zuversichtlich sind.

Das Vertrauen der Unternehmen tendiert jedoch in die entgegengesetzte Richtung, was in den letzten drei Jahrzehnten nur selten der Fall war, wie Jay McIntyre von Brandywine Global feststellt.

Ein kurzfristiges Missverhältnis des Vertrauens

<sup>Chart mit freundlicher Genehmigung von Brandywine Global. Quellen: OECD, Haver Analytics, Stand: 30. Juni 2019. Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar. Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider</sup>

Chart mit freundlicher Genehmigung von Brandywine Global. Quellen: OECD, Haver Analytics, Stand: 30. Juni 2019. Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar. Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider

Diese Entwicklung muss jedoch natürlich unter dem Blickwinkel der sich ändernden Wahrnehmung der Auswirkungen von Handelsspannungen durch die Investoren gesehen werden.

Es gibt aber auch viele Gründe für allgemeinen Optimismus. Über die Einzelhandelsumsätze hinaus war die Beschäftigung stark und die Löhne zeigen Anzeichen eines stetigen Wachstums. Interessanterweise bleibt auch der Optimismus der US-Kleinunternehmen relativ hoch. Offensichtlich leidet somit derzeit vor allem das Vertrauen grösserer multinationaler Unternehmen sowie stark handelsorientierter Unternehmen.

Im Aufschwung: Sicherer Hafen – japanischer Yen?

Mit einem Intraday-Hoch [1] von 105.5 japanischen Yen pro Dollar erreichte die japanische Währung noch nicht die Höhen von 2011 und 2012, als sie aufgrund der europäischen Finanzkrise auf bis zu 75.35 pro Dollar anstieg.

Aber das Hoch Anfang August war dennoch eine deutliche Aufwärtsbewegung (3,5%) gegenüber dem Intraday-Tief vom 31. Juli von 109.3 pro Dollar, dem offensichtlichen Ergebnis mehrerer Gegenströmungen in den dazwischenliegenden fünf Tagen. Zu den erklärenden Faktoren zählen die seit langem ungelösten Handelsstreitigkeiten zwischen Japan und Südkorea, die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen China und den USA und die wachsende Unsicherheit über den Brexit.

Obwohl nicht alle Faktoren Druck in die gleiche Richtung ausüben, könnte die Notwendigkeit eines sicheren Hafens für Devisenhändler – bei gleichzeitig andernorts schwelenden Handelskonflikten – die regionalen Probleme Japans überlagern. Die nächste Frage: Wird sich der Wert des Yen wieder abschwächen, wenn sich der Handelskonflikt zwischen China und den USA abkühlt?

Im Abseits: 10-jährige US-Staatsanleihen

Am 8. November 2018 konzentrierte sich die Debatte unter den Anleiheinvestoren auf die Fragen, ob die Rendite der 10-jährigen Treasuries von ihrem Niveau von 3,237% weiter steigen würde und ob der jahrzehntelange Bullenmarkt für Anleihen vor einem weiteren letzten Kapitel stand.

Am 5. August dieses Jahres erreichte diese Rendite 1,6705%, was einem Rückgang von rund 158 Basispunkten entspricht. Von diesem Gesamtrückgang wurden alleine 40 Basispunkte [2] in den vier Tagen zwischen dem Ende des Zinssenkungsmeetings des Fed am 31. Juli und dem erneuten Anstieg der Handels- und Währungsspannungen zwischen China und den USA am 5. August eingepreist.

Es ist klar, dass ein Teil des Rückgangs seit dem Fed-Treffen von einer unerwarteten Verschlechterung im Ton der Verhandlungen zwischen den USA und China getrieben wurde. Dazu zählt insbesondere die überraschende Erklärung des US-Finanzministeriums, dass China offiziell als «Währungsmanipulator» angesehen werden würde – eine Kehrtwende gegenüber in früheren Verhandlungen zwischen den USA und China getroffenen Vereinbarungen.

Derzeit scheint einer der grössten und liquidesten Anleihenmärkte der Welt von einer plötzlich schlechter werdenden Stimmung hinsichtlich des globalen Wachstums erfasst zu werden. Ob sich die aktuellen Rekordrenditen in diesem Teil der Zinskurve jedoch längerfristig halten lassen, bleibt abzuwarten, da sich die USA darauf vorbereiten, weitere Anleihen zur Finanzierung ihres Budgetdefizits auszugeben.

Quelle für alle Daten: Bloomberg, Stand: 30. Juli 2019, sofern nicht anders angegeben.
[1] Quelle: Bloomberg, 6. August, 2019, 7:00 Uhr Japanische Zeit
[2] Quelle: Bloomberg, 5. August 2019, 18:00 Uhr ET