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Coronavirus-Krise im Vergleich mit historischen Finanzmarkt-Crashs

Die aktuellen Ereignisse an den Finanzmärkten werden mit Sicherheit in die Geschichtsbücher eingehen. Im Schnitt haben die Aktienmärkte für die 25% bis 30% Korrektur lediglich 24 Tage benötigt. Ist Corona somit der grösste Finanz-Crash aller Zeiten?

Erstellt im Auftrag von Baloise Asset Management AG
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Die Aktienmärkte haben für die 25% bis 30% Korrektur im März aufgrund der Coronavirus-Krise lediglich 24 Tage benötigt. Damit hat die aktuelle Panik derartige Verluste mehr als doppelt so schnell ausgebildet wie die Wall Street-Panik des Jahres 1929. Damals benötigte es 56 Tage, ehe der 25% Verlust eingetreten ist. Der anfänglichen Panik in 1929 folgte der Crash der 1930er Jahre, der in die Geschichte als die «Great Depression» oder die «Weltwirtschaftskrise» eingegangen ist. Die Verluste der Aktienmärkte haben sich in dieser Zeit von den 25% im Oktober 1929 auf weitere 80% bis 90% bis in den Sommer des Jahres 1932 ausgebaut. Damit gilt dieser Crash bis heute als der schlimmste Crash in der Geschichte der Finanzmärkte der vergangenen 120 Jahre.

Berühmte Aktienmarkt-Crashs im Vergleich mit den ersten Wochen der Coronavirus-Krise

Weitere Infografiken zu Finanzmarkt-Crashs hier

Aktienmarkt-Crashs treten indes viel häufiger auf als man glauben möchte. In vielen Fällen legt sich die erste Panik jedoch schnell und die Märkte kehren wieder zur Normalität zurück. In einigen Krisen häufen sich hingegen Verluste auf, die weit über die ersten 25% hinaus gehen und Niveaus von 50% bis über 70% erreichen. Neben der Great Depression sind die Ölkrise der 1970er Jahre, die Dotcom-Bubble zu Beginn dieses Jahrhunderts als auch die Finanzkrise des Jahres 2008 als derartige Megacrashs zu nennen. All diese Megacrashs besitzen typische Eigenschaften, auf die wir im Folgenden genauer eingehen möchten.

Grosse Crashs treten verzögert, simultan und in
Rezessionen auf

Bei der Analyse der Eigenschaften dieser Crashphasen offenbaren sich wiederkehrende Muster. Historisch bedurfte die Ausbildung eines 25%-Verlustes von einem vorherigen Allzeithoch stets einer Vorlaufzeit. Selbst der neue Rekordhalter in dieser Kategorie, die aktuelle Coronavirus-Krise, benötigte für diesen Verlust drei bis vier Wochen. Während ein derartiger Verlust auch 1929 noch recht zügig in zwei Monaten auftrat, benötigte es in den allermeisten historischen Crashphasen im Durchschnitt mehr als sechs Monate, in manchen Fällen sogar mehr als ein Jahr. Betrachtet man die grösseren Verlustphasen von 40% und mehr, so nimmt diese Tendenz noch zu. Derartige Verluste benötigten historisch im Schnitt über ein Jahr bis zur Realisierung.

Was erwartet uns jetzt?

Die ersten Wochen der aktuellen Krise haben die Wall Street Panik von 1929 zwar in puncto Geschwindigkeit auf die Plätze verwiesen, muss aber nicht zwangsläufig einen vergleichbaren Crash zur Folge haben. Leider sind aktuell zwei Zutaten im Corona-Cocktail auszumachen, welche weitere Verluste an den weltweiten Finanzmärkten erahnen lassen. Neben dem simultanen Eintreten der Verluste an Aktienmärkten weltweit scheint auch eine Rezession unvermeidbar. Auch die zwischenzeitliche Erholung vieler Aktienmärkte konnte erst etwa 50% der vorherigen Verluste aufholen, sodass man trotz der aktuell wieder positiveren Marktstimmung weiter Vorsicht walten lassen sollte.

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Zum Autor: Bertan Güler ist Senior Portfolio Manager Multi Assets bei Baloise Asset Management. Nach einem Studium der Wirtschaftsmathematik folgten berufliche Stationen im quantitativen Risiko- und Investmentmanagement. Aktuell liegt sein Schwerpunkt in der Entwicklung systematischer Investmentstrategien mit einem besonderen Fokus auf Absicherungen sowie dem Management von regelbasierten Multi Assets Fonds.


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