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Inflation: Weltweit eine andauernde Herausforderung

Dass Inflation weder mit konventionellen noch mit unkonventionellen Mitteln zu erzeugen ist, bleibt rätselhaft und lässt Notenbanker auf der ganzen Welt verzweifeln. 

Im Auftrag von Legg Mason

Selbst die beispiellose – und einst noch unvorstellbare – Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), einen negativen nominalen Einlagenzins von –0,40% zu verlangen, hat es nicht geschafft, die Preise massgeblich zu beeinflussen. Anfang 2018 kamen sowohl die Federal Reserve (Fed) als auch die EZB zu dem Schluss, dass die wachstumsindizierte Inflation stark genug sein dürfte, um eine Normalisierung der nach der Krise eingeführten Konjunkturmassnahmen zu rechtfertigen.

Diese Einschätzung ist umso bemerkenswerter, wenn man den starken Impuls mitberücksichtigt, den die steuerlichen Anreize in den letzten zwei Jahren auf das Wirtschaftswachstum hatten. Angesichts einer eher gemischten Datenlage haben die beiden Institute jedoch eine Kehrtwende vollzogen, so dass die EZB nun sogar noch stärker davon überzeugt ist, dass negative Zinsen zu einer positiven Inflation in Europa führen werden.

Die chronisch unter dem Zielwert liegende Kerninflation ist ein globales Phänomen

<sup>Chart mit freundlicher Genehmigung von Western Asset. Quelle: Bureau of Economic Analysis, Bloomberg, Stand: 30. April 2019. Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar. Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider</sup>

Chart mit freundlicher Genehmigung von Western Asset. Quelle: Bureau of Economic Analysis, Bloomberg, Stand: 30. April 2019. Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar. Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider

Für viele ist es daher heute ganz klar, dass die Zinsen bis auf Weiteres niedrig gehalten werden. Paradoxerweise ist es dabei in den USA so, dass gerade zu dem Zeitpunkt, zu dem die anhaltend niedrige Inflation eine gewisse inflationsbereinigte Rendite einfacher erreichbar macht, die Nachfrage nach (nominal) hochverzinsten Anleihen stark ansteigt.

Für Anleger, die am Kapitalmarkt Erträge erzielen müssen, ohne dabei übermässige Risiken eingehen zu können, ist dies jedoch kaum ein Trost. Denn die Suche nach auskömmlichen Renditen hat einige Investoren dazu gebracht, dennoch insgesamt mehr Risiken zu akzeptieren bzw. akzeptieren zu müssen, als sie sonst in Betracht gezogen hätten.

Im Aufschwung: Dreijährige Staatsanleihen der USA

Obwohl die Zinskurve für US-Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen 3 Monaten und 3 Jahren weiterhin invers bleibt, ist der Renditeanstieg von 15 Basispunkten, den die Dreijährigen über die letzte Woche gesehen haben, beachtenswert.[1]

Der inverse Verlauf der Zinskurve zieht weiterhin Aufmerksamkeit als Indikator für eine mögliche Rezession auf sich. Die Sorge vor einer wirtschaftlichen Abkühlung könnte etwas gemildert werden, wenn man sich den Grund für den Anstieg bei den Dreijährigen anschaut. Der jüngst erschienene monatliche Beschäftigungsbericht hat in der vergangenen Woche ein starkes Signal ausgesendet. Demnach wächst die Wirtschaft nach wie vor robust, was wiederum die Fed-Beobachter dazu veranlasst, für den Rest des Jahres 2019 eine geringere Zahl - und Grösse - an Zinssenkungen von der Notenbank zu erwarten.

Man sollte an dieser Stelle jedoch darauf hinweisen, dass eine echte, vollständige Inversion der Zinskurve noch nicht eingetreten ist. Mit 2,5411% liegt die Rendite der 30-Jährigen messbar über der Rendite der Dreimonatspapiere (2,432%). Zudem ist sie in der aktuellen Runde der Rezessionssorgen nie unter das Renditeniveau anderer (kurzer) Laufzeiten gefallen. Wobei das natürlich nicht heisst, dass dies nicht noch passieren kann: «Noch nicht passiert» ist eben nicht dasselbe wie «wird nicht passieren».

Im Abseits: Das Britische Pfund zum Dollar

Mit 1,246 zum US-Dollar ist das Pfund seit Mitte März um rund 6,5% bzw. 8,76 Cents gefallen. Der Grossteil dieses Absturzes fand im Mai statt. «Sell in May» sollte in diesem Zusammenhang vielleicht in «Sell because of May» geändert werden, denn der Abstieg beim Pfund spiegelte nichts anderes als den Abtritt der Premierministerin wider.

Das politische Gedränge sowohl innerhalb der Konservativen Partei als auch zwischen ihr und der scheinbar stärker geeinten Labour Party hat vermutlich auch nicht geholfen. Ebenso wenig die Aussicht auf Parlamentswahlen, bei der zwei hochkarätige aber umstrittene Kandidaten (Boris Johnson und Jeremy Corbyn) gegeneinander antreten. Und das alles vor dem Hintergrund einer bis zum 31. Oktober tickenden Brexit-Uhr.

Entlastung für das Pfund könnte von ausserhalb kommen. Sollten jedoch die Aussagen zur Schwächung des Dollars, welche kürzlich aus dem Weissen Haus zu vernehmen waren, in die Tat umgesetzt werden, könnte dies zu ganz anderen Verzerrungen führen.

[1] Quelle: Bloomberg, Stand: 9. Juli 2019 (17:00 Uhr New Yorker Zeit)