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Infrastruktur-Investments: Greenfield bietet mehr

In Infrastruktur muss investiert werden, und zwar viel und schnell: Allein in Europa sind in den nächsten zehn Jahren 335 Mrd. Euro per anno nötig, schätzt die Europäische Investitionsbank. Um diese Summen zu stemmen, schafft die Politik überall in Europa neue Rechtsvorschriften und Anreize für den Privatsektor.

Im Auftrag von M&G Investments
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Martin Lennon

Leiter Infracapital, ein Unternehmen von M&G Investments

Leiter Infracapital, ein Unternehmen von M&G Investments

Dabei geht es in erster Linie um so genannte „Greenfield“-Investments, also den Bau neuer Projekte sowie die Erweiterung und Entwicklung bestehender Infrastrukturanlagen. „Brownfield" hingegen ist der Begriff, der für bestehende, betriebsbereite Anlagen verwendet wird. Vereinfacht ausgedrückt, eröffnen Greenfield-Projekte frühe Zugangsmöglichkeiten zu Infrastruktur, die sich schliesslich zu Brownfield-Anlagen entwickeln werden.

Für Pensionsfonds und andere langfristig orientierte Investoren hat sich die Anlageklasse Infrastruktur aufgrund der soliden, inflationsgebundenen Cashflows in den letzten Jahren immer mehr zu einem Kernbestandteil ihrer Portfolios entwickelt. Bisher standen dabei die typischerweise risikoärmeren Brownfield-Assets im Vordergrund. Deren Bewertungen werden jedoch in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt nach oben getrieben – und die Renditen damit nach unten.

Bisher nur geringe Zuflüsse

In Infrastruktur auf der grünen Wiese, die noch als relativ neue Anlageform betrachtet wird, ist dagegen bislang nur wenig Kapital geflossen. Doch ein Investment schon zum Projektstart kann attraktivere Renditen bieten als traditionelle Brownfield-Engagements.

Bei der Entstehung eines Infrastrukturprojektes gibt es im Wesentlichen drei Phasen, wobei die ersten beiden Phasen dem Greenfield-Bereich zugerechnet werden. Erstens die frühe, risikoreiche Entwicklung mit Entwurf, die Planung und die Einholung der erforderlichen Genehmigungen und Lizenzen; zweitens die konkrete Entwicklungs- und Bauphase, und drittens nach Errichtung oder Erweiterung der Anlage die Inbetriebnahme für die nächsten 25 Jahre oder noch länger.

Wer sich in der Phase der fortgeschrittenen Entwicklung oder während des Baus engagiert, kann potenziell eine Rendite erzielen, die mehrere hundert Basispunkte über der eines vergleichbaren Brownfield-Projekts liegt. Mit dem Wechsel von der Baustelle zur operativen Einheit werden typischerweise prognostizierbare Erträge erzielt, so dass Eigenkapitalinvestoren eine vergleichsweise höhere Rendite erwarten können als bei Brownfield-Anlagen, die zu einem höheren Marktpreis erworben werden. Langfristig werden Anleger somit für die entgangenen Erträge während des Financial Close und des Betriebsstarts des Projekts entschädigt. Im Vergleich dazu muss ein Investor, der sich später in ein Brownfield-Projekt einkauft, typischerweise mehr Geld aufwenden, um Zugang zu der Anlage und ihren Einkommensströmen zu erhalten, was die erzielte Gesamtrendite verringert.

Ein starker Brownfield-Markt bietet Investoren mit einer kürzeren Haltedauer zudem die Möglichkeit, sich in der frühen Betriebsphase von Vermögenswerten zu trennen, um einen erheblichen Kapitalgewinn zu erzielen.

Wege zur Risikominimierung

Neue Infrastrukturprojekte sind jedoch nicht ohne Risiko. Vermögensverwalter müssen deshalb eine strikte Kostenkontrolle, die Berücksichtigung von Zeit- und Budgetüberschreitungen sowie eine sorgfältige Vertragsgestaltung leisten. Auch Risiken von außen können Probleme verursachen, selbst wenn die Politik angesichts der Finanzierungslücke im Infrastruktursektor davon absehen dürfte, die Rahmenbedingungen für Investoren zu verschlechtern. Negative Auswirkungen von regulatorischen oder politischen Änderungen lassen sich durch die Konzentration auf vertraglich vereinbarte Cashflows, die Dynamik von Angebot und Nachfrage und starke Vertragspartner mildern.

Zur Risikostreuung können Plattformen beitragen. Diese engagieren sich im Laufe der Zeit in vielen Projekten, anstatt sich auf einzelne Großprojekte festzulegen. Ein Beispiel dafür ist die Bioenergy Infrastructure Group (BIG), die für den Bau von Biomasse- und Waste-to-Energy-Anlagen eingerichtet wurde und inzwischen zu den grössten Unternehmen ihrer Art in Grossbritannien zählt. Ein solcher Ansatz führt zu früheren Erträgen und bietet die Chance, operative Synergien im gesamten Portfolio zu nutzen.