Sponsored Content

Plastikabfall ist das Thema der Stunde. Was ist mit Elektroschrott?

Elektroschrott ist der am schnellsten wachsende Abfallstrom der Welt. Sein Recycling ist teuer und komplex, weltweit werden nur gerade 20 Prozent davon rezykliert. Neue Technologien versprechen Abhilfe.

Im Auftrag von AXA Investment Managers

Das Thema Plastikabfall ist konstant in den Schlagzeilen. Umweltverbände und Regierungsorganisationen drängen auf eine Lösung des überbordenden Plastikverbrauchs, und 2018 gelangte zumindest etwas weniger Plastikmüll in die Meere als in den Jahren zuvor. Erstaunlicherweise erhält der Elektroschrott jedoch nur wenig Aufmerksamkeit, obwohl er der am schnellsten wachsende Abfallstrom der Welt ist – quasi im Einklang mit der Digitalisierung.

Die Schweiz rezykliert rund 25 Prozent ihrer Kunststoffabfälle, Schweden mehr als 40 Prozent. Doch bei Pet-Flaschen und Altpapier sind wir mit einer Quote von mehr als 80 Prozent Weltmeister. Für das Elektroschrott -Recycling gibt es keine Schweizer Zahlen. Die neuste Statistik des Bundesamts für Umwelt weist für das Jahr 2017 lediglich aus, dass insgesamt 123 000 Tonnen E-Waste, also Elektroschrott gesammelt wurden – 14,5 Kilogramm pro Kopf. Seit 1994 wird in der Schweiz auf neue elektronische Geräte eine vorgezogene Recyclinggebühr erhoben. Kunden können das Gerät am Ende seiner Lebensdauer ins Geschäft zurückbringen, welches die Entsorgung organisiert, und es ist verboten, ausgedienten Geräte via Kehrichtabfuhr oder Sperrgutsammlung zu entsorgen. Dieses System stösst durch den Einkaufstourismus im Ausland und durch Online-Käufe jedoch an seine Grenzen. Zudem halten sich viele Konsumenten nicht an die Vorgaben.

Wo landet unser Elektroschrott?

Weltweit wurden 2018 rund 50 Millionen Tonnen E-Waste, also Elektroschrott, produziert. Bis im Jahr 2050 bis zu 120 Millionen Tonnen sein, so eine Studie, die das World Economic Forum (WEF) zusammen mit der E-Waste-Koalition der Vereinten Nationen erstellt hat. Was passiert mit diesem Elektroschrott? Bis Ende 2017 wurde ein Grossteil davon nach China verfrachtet. Als China die Einfuhr aus Umweltgründen stoppte, kamen sudostasiatische Länder wie Vietnam um Thailand zum Zug, aber auch sie wollen nicht mehr die Elektroschrotthalde der Welt sein.

Das Problem gewinnt also an Brisanz, da die westlichen Länder es nur noch begrenzt auslagern können. Insgesamt werden nur gerade 20 Prozent des weltweiten Elektromülls rezykliert (vgl. Grafik). Von den 80 Prozent, die nicht für das Recycling gesammelt werden, ist bei 76 Prozent nicht klar, was damit geschieht. Sie werden auf Müllhalden deponiert, wiederverkauft oder unter gesundheits- und umweltschädigenden Bedingungen verarbeitet. Die restlichen 4 Prozent landen im Haushaltkehricht.

Die Gründe für die rasante Zunahme von Elektroschrott sind vielfältig. Einerseits nimmt die Zahl der gebrauchten Geräte explosionsartig zu. Die Digitalisierung und das Internet of Things (IoT) führen dazu, dass unzählige Geräte elektronische Komponenten enthalten – vom Smartphone und Tablet über die Zahnbürste und das Fitnessarmband bis zum Kühlschrank und Elektroauto. Bis 2020 sollen gemäss Statistica 31 Milliarden Geräte übers Internet miteinander verbunden sein. Zudem wird die Lebensspanne dieser Geräte immer kürzer, sie landen immer schneller und ohne Reparatur im Abfall, Smartphone-Akkus z. B. können meist gar nicht mehr gewechselt werden.

Vielversprechende Forschung und Mikrofabriken

Andererseits ist das Recycling dieser Geräte teuer und schwierig. Elektronische Geräte und Komponenten enthalten unzählige Metalle, darunter Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium, sowie Kupfer, Aluminium, Kobalt oder Lithium. Sie enthalten auch giftige Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Kadmium und Beryllium sowie gefährliche Chemikalien, z. B. bromierte Brandschutzmittel, die Mensch und Umwelt gefährden. Komplexe elektronische Geräte können bis zu 60 Elemente aus der Periodentabelle enthalten. Es braucht komplexe Prozesse und Technologien, um die einzelnen Komponenten zu trennen und um Metalle zurückzugewinnen. Diese Prozesse ihrerseits sind oft umweltschädigend und müssen entsprechend professionell durchgeführt werden.

Es müssen neue Technologien entwickelt werden, um das weltweite Elektroschrottproblem zu lösen. Vielversprechende Beispiele für solche Technologien gibt es bereits. Das kanadische Technologieunternehmen Ronin8 versucht, eine Kreislaufwirtschaft für Elektronik zu schaffen – ein Unterfangen, das auch vom WEF und seinen Partnerorganisationen unterstützt wird. Die Yale University hat ein Verfahren entwickelt, das die Elemente im Elektroschrott mithilfe von Kohlenstoffnanoröhren-Filtern, die unterschiedlichen Spannungen ausgesetzt werden, voneinander trennt. Während Kupfer eine niedrige Spannung benötigt, braucht das Metall Europium aus der Gruppe der seltenen Erden eine hohe Spannung, um gelöst zu werden. Mit dieser Methode lässt sich jedes Metall aus Smartphones und Tablets extrahieren.

Eines der interessanteren Projekte sind auch Mikrofabriken. Das Recycling von Elektroschrott benötigt viel Platz. Modular aufgebaute Mikrofabriken nehmen nur eine Fläche von 50 Quadratmetern in Anspruch und können das Platzproblem lösen und durch ihre dezentrale Platzierung die Transportwege verkürzen. Eine solche Mikrofabrik wurde bereits in Australien in Betrieb genommen: In verschiedenen Modulen werden die einzelnen Metalle aus Computerfestplatten und Mikroprozessoren extrahiert und teilweise direkt zu Legierungen verbunden.

Finanzielle Anreize – auch für Investoren

Zu erwähnen ist auch, dass das Recycling von Elektroschrott auch aus finanzieller Sicht sinnvoll sein kann. Der «Global E-Waste Monitor 2017» schätzte den Wert der Sekundärrohstoffe im Elektromüll, darunter Gold, Silber, Kupfer und Aluminium, für das Jahr 2016 auf 55 Milliarden Euro. Mit neuen, sauberen Technologien kann zumindest ein Teil dieses Werts zurückgewonnen werden. Eine Studie in China ergab, dass der Abbau von Kupfer, Gold und Aluminium aus Erz dreizehn Mal teurer ist, als die Rückgewinnung der Metalle aus Elektroschrott.

Viele dieser Recycling- und Extraktionstechnologien stecken noch in den Kinderschuhen. Ihre Skalierbarkeit und ihre Wachstumsaussichten sind noch nicht klar. Für Anleger, die in neue Technologien und Unternehmen im Zusammenhang mit dem Recycling von Elektroschrott investieren möchten, bietet sich das Thema «Clean Energy» an. Clean Energy allgemein bietet Investoren viele interessante und nachhaltige Möglichkeiten – gekoppelt mit Umweltschutz und nachhaltigen Renditen. Eine aktive Titelselektion basierend auf einer gründlichen Analyse ist dabei notwendig, da nicht alle Unternehmen erfolgreich sein werden und es keinen replizierbaren Index gibt. Deshalb sollten Investoren ihr eigenes, zum Investitionsthema passendes Titeluniversum zusammenstellen, oder in einen aktiv bewirtschafteten Themenfonds investieren.

Evolving Economy - die Wirtschaft der Zukunft

Investoren, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen ihren Investitionsansatz überdenken. Weil die digitale Transformation die Grenzen herkömmlicher Sektoren vermischt, sollten sie sich vermehrt auf vielversprechende Themen und nicht nur auf einen klassischen Sektoransatz konzentrieren. Innovation findet überall und in allen Branchen statt. Diese Entwicklung greift die Evolving Economy auf, sie basiert auf langfristigen demografischen Trends und technologischem Fortschritt. Die fünf zentralen Investitionsthemen der Evolving Economy sind Automation, der vernetzte Verbraucher, Alterung und Lifestyle, Gesellschaften im Wandel und saubere Technologie.

Erfahren Sie mehr zur Evolving Economy. Zum Bericht