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US-Zinsen: Das Fed bei der Arbeit

Die Preise am Fed Funds Futuresmarkt spiegelten eine Wahrscheinlichkeit von 96%, dass das FOMC seine Zielzinssätze nach Abschluss der Sitzung am 1. Mai unverändert lässt. Aber weiter in die Zukunft schauend wird das Bild unübersichtlicher.

Im Auftrag von Legg Mason

Der Terminmarkt für Tagesgeld in zwei Jahren wird weithin als Stimmungsbarometer für den Fed Funds Zielsatz akzeptiert. Seit der letzten Zinserhöhung des Fed im Dezember 2018 hat der Markt seine Stimmung mindestens zweimal geändert. Erst am 27. März wurde der Future so bewertet, als ob der nächste Schritt des Fed eine Zinssenkung wäre. Seitdem hat sich der Future diesbezüglich zwar abgeschwächt, bleibt aber deutlich unter der Obergrenze von 2,50% des Leitzinssystems der Fed. In einem Umfeld, in dem das Wirtschaftswachstum die Erwartungen weiterhin übertrifft, ist es durchaus möglich, dass der 2-jährige Future irgendwann nach oben zeigen könnte.

Einige Beobachter des Fed, darunter Western Asset, glauben, dass sich das Fed nun auf Fragen der Inflation und nicht mehr auf die Zinsen konzentriert. Sie untersuchen die von ihr verwendeten Modelle insbesondere hinsichtlich der zugrundeliegenden Annahmen und analysieren, ob diese im Widerspruch mit der derzeitigen Wirtschaftsstruktur stehen könnten. Ob dies bedeutet, dass das Fed moderater bleibt bis die Inflation tatsächlich eintritt, oder ein anderes quantitatives Ziel als die Inflation verfolgt, bleibt abzuwarten.

U.S. Tagesgeldzinsen in zwei Jahren vs. Fed Funds Zielsätze

<em></em><em>Chart in Anlehnung an Western Asset.</em> Quelle: Federal Reserve, Bloomberg, Stand: 30. April 2019. <strong>Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar.</strong> Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider.

Chart in Anlehnung an Western Asset. Quelle: Federal Reserve, Bloomberg, Stand: 30. April 2019. Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar. Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider.

Im Aufschwung: U.S. Verbraucherausgaben

Die starken US-Verbraucherzahlen für März wirkten den jüngsten Sorgen um die kurzfristige Invertierung eines Teils der US-Zinskurve im vergangenen Monat entgegen.

Die Ausgaben für den privaten Konsum stiegen im März um 0,9% gegenüber Februar. Dies war der grösste Anstieg in einem Monat seit Ende der Rezession 2008/09. Damit lagen die Ausgaben für den Monat 0,7% über dem Preisanstieg des Monats. Dabei scheinen die Ausgaben aus einem Sparverzicht entstanden zu sein, denn das persönliche Einkommen stieg lediglich um 0,1%. Die Daten stimmen mit dem steigenden Verbrauchervertrauen überein, das in anderen unabhängigen Umfragen festgestellt wurde.

Die Inflation blieb jedoch hartnäckig niedrig. Die beliebteste Messgrösse des Fed, die PCE-Inflation, stieg im März um 0,2%, so dass der nachlaufende 12-Monats-Wert auf 1,5% stieg. Die Kerninflation, ohne Nahrung und Treibstoff, stieg im März überhaupt nicht an und bewegte sich in den letzten 12 Monaten nur um 1,6% nach oben. Sowohl die Kern- als auch die PCE-Inflation blieben damit deutlich unter dem Zielkorridor von 2% des Fed, so dass dem FOMC noch mehr Daten zur Verfügung stehen, wenn es darum geht, die Preise anzuheben, sofern das Wachstum seine Aufgabe noch nicht erfüllt haben sollte.

Im Abseits: Prognostizierte Kreditaufnahme der US-Regierung

Die vierteljährlichen Schätzungen des Treasury Department über die Emission von Staatsanleihen für die folgenden sechs Monate enthielten eine Verringerung und keinen Anstieg des Gesamtwertes für das kommende Quartal, mit potenziell unerwarteten Auswirkungen auf das Angebot an Staatspapieren – und damit auf zukünftige Preise und Renditen.

Das Ministerium geht davon aus, dass es zwischen April und Juni 30 Milliarden Dollar an privat gehaltenen marktfähigen Anleihen ausgeben wird. Dieser Betrag ist rund 53 Milliarden Dollar niedriger als die Schätzung vom Januar und geht davon aus, dass das Department den Zeitraum mit einem Kassebestand von 270 Milliarden Dollar zum 30. Juni abschliessen wird.

Der Rückgang gegenüber der vorherigen Schätzung ist dabei eher auf die Politik des Fed als auf eine fiskalische Zurückhaltung zurückzuführen. Da das Fed ihre «quantitative Straffungspolitik», 30 Milliarden Dollar pro Monat an Treasuries zurückzuzahlen, verlangsamt, wird das Treasury Department entsprechend weniger Barmittel benötigen, um diese Rücknahmen zu bezahlen – und daher in den kommenden Monaten weniger Kredit auf dem freien Markt aufnehmen müssen.

Das soll nicht heissen, dass die gesamten Staatsausgaben gesenkt werden – weit gefehlt. Vielmehr wird ein Teil des Geldes, das zur Finanzierung der Regierungsgeschäfte benötigt wird, aus einer anderen Quelle kommen.

Quelle für alle Daten: Bloomberg, Stand: 23. April 2019, sofern nicht anders angegeben.