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Wie können wir unsere Renten sichern?

Das Rentensystem kann mit verschiedenen Massnahmen gestärkt werden. Am wichtigsten sind die Anpassungen der institutionellen Parameter wie Umwandlungssatz und Kapitalvorbezug an die veränderten Realitäten.

Im Auftrag der Maklerzentrum Schweiz AG
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Umfragen zeigen es: Die Altersvorsorge ist seit mehreren Jahren die grösste Sorge von Herr und Frau Schweizer – und das zu Recht. Gemäss Bundesamt für Statistik verfügen fast zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung über ein Reinvermögen von weniger als 100'000 Franken; rund ein Viertel besitzt gar kein Vermögen. Zudem rechnet nur gerade die Hälfte damit, mit dem Altersvermögen aus den Vorsorgewerken nach der Pensionierung ein komfortables Leben bestreiten zu können.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Die demografische Entwicklung und die längere Lebenserwartung setzen den Vorsorgeeinrichtungen und Pensionsfonds zu. Die rekordtiefen Zinsen belasten die Performance von Pensionskassen, die aufgrund regulatorischer Vorschriften einen hohen Anteil an festverzinslichen Anlagen halten müssen. Der Kapitalmarkt als «dritter Beitragszahler» liefert nicht mehr die erforderlichen Beiträge. Die Umwandlungssätze wurden aus politischen Gründen viel zu lange nicht gesenkt, und sie sind immer noch viel zu hoch.

Heilige Kühe schlachten

Es scheint, dass viele politische Akteure und der Regulator die Augen vor der Realität verschliessen. Angedachte Konsensreformen gehen zu wenig weit. Die BVG-Kommission hat dem Bundesrat z.B. Ende August empfohlen, den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge für 2021 von heute 1 Prozent auf 0,75 Prozent zu senken. Der Schweizerische Pensionskassenverband (ASIP) fordert eine Senkung auf maximal 0,5 Prozent, der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) schlägt 0,25 Prozent vor. Tatsache ist, dass die von der BVG-Kommission empfohlenen 0,75 Prozent mit Blick auf die Anlagemärkte deutlich zu hoch liegen.

Die Einsicht ist nötig, dass heilige Kühe wie das Rentenalter, der Mindestzinssatz und der Umwandlungssatz auf obligatorischem Kapital geopfert werden müssen, um die Renten auch für die jüngeren Generationen zu sichern. Doch es gibt auch politisch weniger kontroverse und leichter umsetzbare Massnahmen, die zur Sicherung der Renten – und zum Erreichen eines bestimmten Alterskapitals – beitragen könnten.

Kapitalvorbezug einschränken

Als Erstes ist das Thema Kapitalvorbezug im Versicherungsobligatorium zu überdenken. Kapitalbezüge mindern den Strom der lebenslangen Altersrenten und somit die finanzielle Sicherheit der Betroffenen. Sie müssen deutlich eingeschränkt werden. Das Alterskapital sollte nicht für die (risikoreiche) Aufnahme einer selbstständigen Geschäftstätigkeit gebraucht werden dürfen, und die schweizweit so beliebten WEF-Vorbezüge (Wohneigentumsförderung) sollten auf das Überobligatorium oder auf 25 Prozent des Vorsorgekapitals beschränkt werden.

Die Bundesverfassung sieht das Ziel der Wohneigentumsförderung vor. Dieses Ziel mithilfe von Vorsorgegeldern umzusetzen, ist jedoch keine echte Wohneigentumsförderung, denn sie geht zulasten der Rente oder der Kapitalauszahlung im Vorsorgefall. Echte Wohneigentumsförderung könnte über steuerbegünstigtes Bausparen erreicht werden, ein Modell, das im Kanton Baselland mit Erfolg betrieben wurde.

Personen, die bei Pensionierung den teilweisen oder ganzen Kapitalbezug wählen, müssen sich der einhergehenden Verantwortung für die Finanzierung ihres restlichen Lebens bewusst sein. Es ist zudem stossend, dass der Einmalbezug des Vorsorgevermögens bei Pensionierung zu einem geringeren Satz besteuert wird als die Renten. Dies ist ein steuerlicher Fehlanreiz zu Lasten der Allgemeinheit, der zu beheben ist.

Anreize für die Säule 3a steigern

Da die AHV ein Sanierungsfall ist und die 2. Säule ihre Rentenversprechen unter den zurzeit gültigen Parametern langfristig nicht einhalten kann, kommt der 3. Säule zwecks Deckung von Vorsorgelücken eine immer wichtigere Bedeutung zu. Die steuerlichen Anreize für das Sparen in der 3. Säule müssen verstärkt werden. Weiter sollten alle Personen das gesamte Sparpotenzial über die 46 respektive 47 Arbeitsjahre ab Alter 18 bis zur Pensionierung ausschöpfen können – und somit rückwirkend zum 18. Geburtstag 3a-Beiträge nachzahlen können.

Optimierungspotenzial liefern auch die Witwen- und Witwerrenten. Sie sollten nur bis zum 18. Altersjahr der Kinder ausgerichtet werden, allenfalls mit einer kulanten Lösung für die überlebende Partnerin/den überlebenden Partner im Alter von über 55, die nicht arbeitstätig waren. Unter das Thema mehr Eigenverantwortung fällt auch die Altersrente für Kinder, die abgeschafft werde sollte. Wer in höherem Alter noch Kinder hat, sollte ebenso die Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen wie jüngere Eltern.

Erwerbstätige Personen mit Kindern müssen bei der Kinderbetreuung im Sinne der gesamten Volkswirtschaft jedoch mehr unterstützt werden, wobei eine diesbezügliche Grundsatzdiskussion nötig ist. Zudem könnten die Beiträge für Erwerbstätige ohne Kinder im Sinne der Solidarität und des Generationenvertrags erhöht werden.

Was können Arbeitgeber tun?

Ein weiteres Problem der beruflichen Vorsorgewerke ist die aktuell vorgenommene Umverteilung. Im Gegensatz zum Umverteilungsvehikel AHV ist die Idee der 2. Säule ganz klar, dass die einzelnen Versicherten individuell ein Guthaben anhäufen, das nach Pensionierung ihre Leistungen finanziert (Kapitaldeckungsverfahren). Doch viele Pensionskassen müssen Gelder vom überobligatorischen Bereich umverteilen, um ihre Rentenversprechen zu halten. Der gesetzlich vorgegebene Umwandlungssatz von 6,8 Prozent im Vorsorgeobligatorium führt dazu, dass Neurenten zu hoch ausfallen – sie werden von den aktiven Versicherten quersubventioniert.

Deshalb werden in der Schweiz jährlich mehrere Milliarden Franken Vorsorgevermögen zulasten der Erwerbstätigen umverteilt. Mittels einer 1e-Lösung lassen sich Lohnbestandteile ab der Höhe von 127 980 Franken von den obligatorischen BVG-Spargefässen trennen und somit vor einer Umverteilung schützen. Zudem können 1e-Versicherte durch die Wahl einer persönlichen Investitionsstrategie in grösserem Umfang an der Entwicklung der Aktienmärkte partizipieren. 1e-Lösungen gehen jedoch auch mit mehr Eigenverantwortung einher – denn auch allfällige Anlageverluste gehen zulasten der Versicherten.

Für Arbeitgeber lohnen sich 1e-Gefässe ebenfalls. Ihre Verpflichtung beschränkt sich auf die Beiträge an die Pensionskasse. Das Sanierungsrisiko fällt weg, da die Versicherten das Anlagerisiko tragen. Das führt zu einer Verringerung der Pensionskassenverpflichtungen. Und nicht zuletzt steigern Arbeitgeber, die ihren Angestellten mit einem 1e-Plan eine interessante Vorsorgelösung bieten, ihre Attraktivität am Arbeitsmarkt.

Zum Schluss ist auch der Regulator gefordert, die Probleme der Vorsorgewerke endlich nachhaltig anzugehen. Er muss die starren BVV2-Anlagerichtlinien anpassen, die teilweise aus einer Zeit stammen, in der die Renditen von Bundesobligationen nicht negativ waren, sondern zehnjährige «Eidgenossen» 4 bis 5 Prozent p.a. abwarfen.

Autor: Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung der Maklerzentrum Schweiz AG, der führenden Anbieterin von Krankenkassen- und Versicherungslösungen im Privatkundenbereich in der Schweiz.


Über die Maklerzentrum Schweiz AG
Die Maklerzentrum Schweiz AG ist eine führende Anbieterin von Versicherungslösungen im Privatkundenbereich. Die eigentümergeführte Gesellschaft wurde Anfang 2006, mit Hauptsitz in Basel, gegründet. Heute sind 200 Mitarbeitende an zehn Standorten in der Schweiz tätig und beraten Privat- und Firmenkunden in den Bereichen Kranken-, Sach- und Vermögensversicherungen sowie der privaten Vorsorge. Über 140'000 Personen zählen inzwischen zum festen Kundenbestand.

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