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Wie sieht die Zukunft der Offenlegung von Daten zum Klimawandel aus?

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Unternehmen ihre klimabedingten Risiken werden offenlegen müssen. Sie sollten damit beginnen, indem sie die entsprechenden Prozesse bereits jetzt implementieren, rät Thibaud Clisson.

Erstellt im Auftrag der BNP Paribas Asset Management
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Damit der Finanzsektor angemessen auf den Klimawandel reagieren kann, benötigt er entsprechende Daten bezüglich der Risiken, die der Klimawandel für Anlageportfolios, bestimmte Sektoren und einzelne Unternehmen mit sich bringt. Aktuell sind diese Daten jedoch schwierig zu finden, und wenn sie verfügbar sind, dann lassen sie oft keinen einfachen Vergleich zu.

Viele Unternehmen arbeiten daran, dieser Situation freiwillig oder mit einer regulatorischen Perspektive entgegenzuwirken. Wie sieht die Situation in Bezug auf die Offenlegung von Daten zum Klimawandel aus, und wie wird sie sich in Zukunft verändern?

Die Gesamtsituation – Kontrolle ist besser

Die gute Nachricht ist, dass eine steigende Anzahl von Unternehmen klimabedingte Risiken offenlegt.

Daten [1] des CDP (früher bekannt als «Carbon Disclosure Project») zeigen, dass im Jahr 2020 über 9500 Unternehmen, die 50% der globalen Marktkapitalisierung repräsentieren, klimarelevante Daten über das Rahmenwerk der gemeinnützigen Organisation offengelegt haben, die im Einklang steht mit den Empfehlungen der Taskforce on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD).

Das sind 14% mehr im Vergleich zu 2019, und 70% mehr als bei der Unterzeichnung des Übereinkommens von Paris im Jahr 2015.

Derweil stellt der jüngste TCFD-Statusbericht [2] fest, dass 85% mehr Unternehmen – insgesamt 1500 – in diesem Jahr das freiwillige Offenlegungsrahmenwerk unterstützen als noch 2019.

Trotz dieser positiven Trends hält die TCFD das derzeitige Offenlegungsniveau in mehreren Sektoren für unzureichend. Separate Untersuchungen [3] zeigen, dass die Emissionsdaten aus vier unbenannten Drittanbieter-Datenbanken für Unternehmensemissionen qualitativ minderwertig sind und mit den tatsächlich gelieferten Daten nicht übereinstimmen, wobei zudem Emissionsprognosen ebenfalls fehlerhaft sind.

Insofern ist es für alle Interessierten wichtig, die Richtigkeit und die Quelle der verwendeten Emissionsdaten zu prüfen. Daten, die von einem Unternehmen selbst offengelegt wurden, sowie geprüfte Emissionsberichte sind zu bevorzugen.

Anleger, denen der Fortschritt beim Kohlenstoffausstoss von Unternehmen wichtig ist, sollten daher von diesen Unternehmen fordern, ihre Emissionen und Klimarisiken direkt zu analysieren und offenzulegen.

Offenlegung funktioniert und zahlt sich aus

Untersuchungen [4] zeigen, dass Anleger einen starken Einfluss ausüben können, da Unternehmen mehr als doppelt so wahrscheinlich Klimadaten offenlegen, nachdem dies seitens der Anleger gefordert wurde.

Auch mehren sich die Hinweise darauf, dass die Offenlegung von Klimadaten dazu führt, dass weniger Investitionen in umweltverschmutzende Branchen getätigt werden, die das Erreichen der Zielsetzungen des Übereinkommens von Paris gefährden. So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Banque de France [5] auf, dass französische Anleger aufgrund obligatorischer Klimadaten-Offenlegung ihre Anteile an Fossilbrennstoff-Unternehmen um 40% reduzierten.

Darüber hinaus verspricht die Offenlegung stärkere Finanzergebnisse. Das CDP konnte einen direkten Zusammenhang zwischen effektiver Klimadaten-Offenlegung und finanzieller Performance herstellen. Unternehmen, die im Offenlegungsrahmenwerk eine hohe Punktzahl erreichen, übertrafen über einen Zeitraum von sieben Jahren die Vergleichsindizes nach Angaben der Organisation um durchschnittlich 5,3% pro Jahr.

Obligatorische Offenlegung ist die Zukunft

Autor: Thibaud Clisson

Autor: Thibaud Clisson

Senior ESG Analyst

Die Offenlegung von Klimadaten ist im Moment freiwillig, aber letztendlich werden Unternehmen nicht mehr selbst entscheiden können, ob sie ihre Daten offenlegen möchten.

Die britische Financial Conduct Authority plant die obligatorische Offenlegung der Klimarisiken im Einklang mit der TCFD für alle Asset Manager und Rentenversicherungen. Die an der britischen Börse höchstdotierten Unternehmen müssen Anlegern bis zum Frühjahr 2022 Klimadaten im Einklang mit der TCFD offenlegen. Da diese Regelungen bis 2025 verbindlich werden, wird dies in Zukunft auch für alle anderen grossen britischen Unternehmen gelten.

Die «Sustainable Finance Policy» der Schweiz verfolgt das Ziel, die Offenlegung im Einklang mit der TCFD verbindlich zu machen.

In den USA wird die Securities and Exchange Commission auf Anweisung der Biden-Regierung in den kommenden Jahren Regelwerke und Leitlinien für obligatorische Offenlegungen von Klimarisiken implementieren, die dann die aktuellen freiwilligen Regelungen ersetzen werden.

In Europa geht die EU-Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor («Sustainable Finance Disclosure Regulation»/SFDR) über die Einrichtung durch Unternehmen eines Verfahrens zur Due-Diligence-Offenlegung über die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen hinaus, und implementiert eine spezifischere Offenlegung über Klima- und Umweltziele bis zum Jahr 2022.

Fehlende Universal-Standards

Ein Hindernis, das bei der Diskussion über die Klimadaten-Offenlegung regelmässig zur Sprache kommt, ist das Fehlen von Universal-Standards. Das macht es schwierig, Fortschritte zu bewerten und Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen.

Das britische Financial Stability Board hat erklärt – vielleicht deshalb, weil es die Notwendigkeit, diese Hürde zu überwinden, klar erkennt –, dass es die Erarbeitung einer koordinierten Strategie zur Bewertung von Klimarisiken für das Finanzsystem plant. Dazu gehört auch die Berichterstattung an die G20-Länder darüber, wie die Offenlegung konsistent im Einklang mit der TCFD umgesetzt werden kann.

Kommentatoren und Unternehmen haben empfohlen, das TCFD-Rahmenwerk als Standardvorgabe für die Klimarisiko-Berichterstattung zu nutzen.

Die Offenlegung von Emissionsdaten ist eine Sache. Gleichzeitig müssen Unternehmen ihre Anstrengungen zur Emissionsreduzierung selbst verbessern. Daten [6] von 6000 Unternehmen deuten darauf hin, dass trotz einer Reihe von Netto-Null-Zusagen die aktuellen Pläne zur Emissionsreduzierung derzeit einem weltweiten Temperaturanstieg von 4°C entsprechen. Das verfehlt das Ziel des Übereinkommens von Paris, die Erhöhung deutlich unter 2°C zu halten.

Beim Thema Klimadaten-Offenlegung sollten alle Unternehmen versuchen, ein robustes und umfangreiches Rahmenwerk für das Monitoring und die Offenlegung ihrer Emissionen und klimarelevanten Risiken zu implementieren. Das wird ihnen nicht nur dabei helfen, effektiv zu planen und der Regulierung vorauszugreifen. Es wird auch dem breiten Finanzsystem ermöglichen, wirksam auf den Klimawandel zu reagieren.

[1] Siehe https://www.cdp.net/en/companies/companies-scores[2] Siehe https://www.fsb.org/2020/10/2020-status-report-task-force-on-climate-related-financial-disclosures/

[2] Siehe
https://www.fsb.org/2020/10/2020-status-report-task-force-on-climate-related-financial-disclosures/

[3] Siehe
https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3722973

[4] Siehe
https://www.bloombergquint.com/onweb/investor-pressure-boosted-climate-disclosures-in-2020-says-cdp

[5] Siehe
https://www.banque-france.fr/sites/default/files/medias/documents/wp800.pdf

[6] Siehe
https://www.ft.com/content/798f752a-5db1-498c-8d1d-6389b66f317d