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Wir werden immer älter. Was bedeutet das?

Weltweit steigt die Lebenserwartung kontinuierlich. Neue Denkweisen, Lebenskonzepte und Arbeitsmodelle sind gefragt.

Im Auftrag von AXA Investment Managers

Wir werden immer älter, und ältere Leute machen einen immer grösseren Anteil an der Bevölkerung aus. Die grafische Darstellung der Altersstruktur vieler Länder mutiert von der Pyramide zum Pilz (vgl. Grafik 1). Gemäss einer Studie der Vereinten Nationen gab es 2018 weltweit erstmals mehr Personen, die 65 Jahre und älter waren, als Kinder unter fünf Jahren (vgl. Grafik 2).

<em>Grafik 1: Aus Pyramide wird Pilz</em>

Grafik 1: Aus Pyramide wird Pilz

<em>Grafik 2: Peak Youth – Die ältere Bevölkerungsgruppe wächst rasant </em>

Grafik 2: Peak Youth – Die ältere Bevölkerungsgruppe wächst rasant

In der Schweiz hat sich die Lebenserwartung der Bevölkerung allein in den letzten dreissig Jahren von 77 auf 83 Jahre erhöht. Das stellt Gesellschaft, Regierungen, Vorsorgesysteme und Gesundheitswesen vor grosse Herausforderungen – und auch private Unternehmen müssen klare Zukunftsstrategien entwickeln, wie sie der demografischen Entwicklung begegnen.

Die steigende Lebenserwartung ist kein neuer Trend. Sie ist schon seit 200 Jahren zu beobachten, und mit Unterbrüchen hat die durchschnittliche Lebenserwartung jede Dekade um rund zwei Jahre zugenommen. Bis vor etwa 50 Jahren war diese Entwicklung vor allem auf einen Rückgang der Todesfälle in jungem und mittlerem Alter zurückzuführen, zum Beispiel wegen besserer Hygiene, sauberem Trinkwasser, Impfungen und Antibiotika. In der jüngeren Vergangenheit ist jedoch auch die Lebenserwartung bereits alter Personen deutlich angestiegen – mit bedeutenden Konsequenzen.

Die mit der immer älter werdenden Bevölkerung einhergehenden Probleme der Alters- und Gesundheitsvorsorge müssen gelöst werden, und Unternehmen müssen die Bedürfnisse der «Alten» adressieren und gleichzeitig trotz der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten. Eines ist klar: Das traditionelle Lebenskonzept «Ausbildung, Arbeit, Rentnerleben ab 65 Jahren» muss überdacht werden. Lebenslanges Lernen, mehrere Berufskarrieren und Flexibilität sind künftig angesagt.

Flexible Arbeits- und Lebensmodelle

Die Vorsorgesysteme sind mit immer mehr Pensionierten und immer weniger arbeitstätigen Personen konfrontiert. Um das Verhältnis zwischen aktiven und passiven Versicherten (Abhängigkeitsquotient) auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren, müsste das Pensionsalter gemäss einer Studie der OECD in den industrialisierten Ländern um mehr als acht Jahre angehoben werden. Die Bevölkerung muss länger arbeiten, um im Alter das längere Leben bezahlen zu können.

Diese finanzielle Notwendigkeit könnte jedoch sowohl Unternehmen als auch älteren Arbeitskräften in die Hand spielen. Einerseits müssen Unternehmen wegen dem zunehmenden Mangel an Talenten auf ältere Semester als Arbeitskräfte zurückgreifen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Andererseits möchten viele ältere Personen gerne länger – auch über das Pensionierungsalter hinaus – arbeiten. Wie können diese Bedürfnisse aufeinander abgestimmt werden?

Unternehmen können älteren Arbeitskräften konkrete Anreize bieten, wie z.B. flexible Arbeitszeiten, Teilzeitpensen oder die Möglichkeit von Arbeitsunterbrüchen. Neue Arbeits- und Karrieremodelle über alle Generationen hinweg sowie generationenübergreifendes Mentoring sollten zum Standard werden. Damit die digitale Transformation auch von älteren Personen gemeistert werden kann, sollten sie mit gezielten Ausbildungsmöglichkeiten unterstützt werden. Unternehmen, die ESG-Kriterien berücksichtigen, Diversität leben und auch eine altersmässig durchmischte Belegschaft haben, sind resilienter und können einem verstärkten Wettbewerb standhalten.

Nicht nur Probleme, sondern auch Chancen

Die Alterung der Bevölkerung bringt jedoch nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch Chancen. Die älteren Generationen dominieren die Konsumausgaben weltweit, ein Trend, der sich noch verstärken wird (vgl. Grafik 3). Das McKinsey Global Institute z.B. stellt mehr als eine Verdoppelung der Konsumausgaben älterer Semester zwischen 2010 und 2020 fest.

<em>Grafik 3: Ältere Konsumenten dominieren Konsumausgaben</em>

Grafik 3: Ältere Konsumenten dominieren Konsumausgaben

Diese Ausgaben verteilen sich auf fast alle Branchen, wobei Sektoren wie das Gesundheitswesen, Versicherungen, Pflegedienstleistungen und altersgerechtes Wohnen besonders davon profitieren. Aber ganz oben auf der Einkaufsliste der Senioren stehen auch Produkte wie Reisen, Freizeitaktivitäten allgemein, Wellness und Schönheit, Hausverschönerung und viel Tierfutter.

Zudem sind ältere Leute entgegen der landläufigen Meinung wichtige E-Commerce-Konsumenten: Sie kaufen immer mehr online, und sie kaufen online teurere Produkte als jüngere Generationen. Unternehmen sollten ihre Produktentwicklung, Produkte und Dienstleistungen entsprechend anpassen. Interessanterweise wird gerade diese so kaufkräftige Konsumgruppe in Sachen Marketing oft vernachlässigt. Dort besteht viel Handlungsbedarf, und zwar auf allen Kommunikationskanälen.

Doch nicht nur als Konsumenten können ältere Semester einen wirtschaftlich wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Der in vielen Ländern beklagte Fachkräftemangel kann mit gut weitergebildeten und erfahrenen Arbeitnehmern entschärft werden. Für junge Arbeitnehmer sind die Unternehmen heute schon weitgehend bereit, flexible Arbeitsmodelle zu schaffen. Mit entsprechender Flexibilität bleiben sie auch für Leute im klassischen Pensionsalter ein attraktiver Arbeitgeber.

Auch Investoren können auf die sich rasch ändernde demografische Struktur reagieren. Neben einer sorgfältigen Auswahl von Investitionsthemen – die Alterung der Bevölkerung ist branchen- und sektorübergreifend – sollten Anleger Unternehmen auswählen, die bereits Anstrengungen in die erwähnten Richtungen machen sowie durch innovative oder disruptive Geschäftsmodelle und Produkte für Senioren auf sich aufmerksam machen.

Autor: Dany Saurymper, Portfolio Manager, AXA Investment Managers