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Worauf beim Krankenkassenwechsel geachtet werden muss

Die Beurteilung von Alternativen zur eigenen Krankenkasse kann viel Geld sparen. Der Wechsel der Grundversicherung ist meist unproblematisch, doch bei der Zusatzversicherung gilt es einiges zu beachten.

Im Auftrag der Maklerzentrum Schweiz AG

Die Krankenkassenprämien legen eine Verschnaufpause ein – sie steigen 2020 im Durchschnitt nur um 0,2 Prozent. Im Kanton Zürich sinken sie gar um 0,4 Prozent, was ein Novum ist. Die Differenzen in den einzelnen Kantonen sind jedoch beträchtlich, was auf die Altersstruktur, den Gesundheitszustand und den unterschiedlichen Bezug von Gesundheitsleitungen der jeweiligen Bevölkerung zurückzuführen ist.

Ein Krankenkassenwechsel kann unabhängig von Prämienanpassungen sinnvoll sein. Viele Versicherte zahlen zu viel, das Sparpotenzial kann im Einzelfall mehrere hundert Franken betragen. Sie sind sich dessen nicht bewusst oder bleiben ihrer Krankenkasse treu, weil sie Angst haben, beim Wechsel etwas falsch zu machen. Wann lohnt sich ein Wechsel, und worauf muss geachtet werden?

Bedürfnisse abklären und geeignetes Versicherungsmodell wählen

Als erstes sollten die Prämien und Leistungen der verschiedenen Krankenkassen verglichen werden, um das jährliche Einsparpotenzial zu eruieren. Auch wenn Versicherte mit den Leistungen ihrer Krankenkasse zufrieden sind, kann ihr Anbieter zu teuer sein. Bei der Grundversicherung muss überprüft werden, ob sich ein Heraufsetzen der Franchise lohnt und ob alternative Versicherungsmodelle (Hausarztmodell, HMO, telemedizinische Beratung, etc.) in Frage kommen. Die Höhe der Franchise und das gewählte Modell haben einen grossen Einfluss auf die Höhe der Prämien.

Nicht nur in der Grundversicherung, auch in den Zusatzversicherungen besteht viel Sparpotenzial. Mit den höchsten Kosten verbunden ist der Spitalzusatz, bei dem die Versicherten wählen, ob sie bei einem Spitalaufenthalt in der halbprivaten oder privaten Abteilung behandelt werden wollen. Für Versicherte, denen eine halbprivate oder private Versicherungsdeckung zu teuer ist, eignet sich die flexible Spitalversicherung (Flex-Modell). Vor Spitaleintritt wird gewählt, welche Abteilung gewünscht wird. Entscheidet sich der Versicherte für halbprivat oder privat, muss er sich im Gegensatz zu einer halbprivaten oder privaten Versicherungsdeckung an den Kosten beteiligen, dafür sind seine laufenden Prämien deutlich niedriger.

Krankenkassen sind verpflichtet, Kunden ohne Einschränkung in die Grundversicherung aufzunehmen, nicht jedoch in die Zusatzversicherung. Wer eine Zusatzversicherung abschliessen oder ein Upgrade von halbprivat auf privat vornehmen möchte, wird von vielen Krankenkassen ab einem bestimmten Alter oder bei einem schlechteren Gesundheitszustand abgewiesen. Dasselbe gilt für Zahnversicherungen für Kinder. Die Grundversicherung der Krankenkasse zahlt nichts an Zahnkorrekturen. Viele Versicherer verlangen ab dem 6. Geburtstag ein zahnärztliches Attest; bei Bestehen einer Zahnfehlstellung kann die Deckung nicht mehr abgeschlossen werden – und die Korrektur solcher Fehlstellungen kann extrem teuer werden.

Zusatzversicherung erst kündigen, wenn Aufnahmebestätigung der neuen Kasse vorliegt

Ist der Entscheid für einen Wechsel der Kasse gefallen, müssen verschiedene Faktoren und Termine beachtet werden. Dabei gelten für die Grundversicherung und die Zusatzversicherung unterschiedliche Bestimmungen.

Die Grundversicherung muss bis spätestens am 30. November 2019 gekündet werden, wobei nicht der Poststempel, sondern der Zeitpunkt, an dem die Kündigung bei der Krankenkasse eingeht, massgebend ist. Bis am 30. Dezember kann ein neuer Versicherungsvertrag abgeschlossen werden, und die Grundversicherung wird auf den 1. Januar 2020 gewechselt. Die Grundversicherung kann gekündigt werden bevor die Aufnahmebestätigung der neuen Kasse vorliegt, da weder Gesundheitszustand noch Alter eine Rolle spielen.

Bei der Zusatzversicherung hingegen darf die bestehende Police erst gekündigt werden, wenn die schriftliche Zusage der Aufnahme in eine andere Kasse vorliegt – denn im Gegensatz zur Grundversicherung besteht für die Zusatzversicherung keine Aufnahmepflicht. Bei den meisten Krankenkassen beträgt die Vertragsdauer für Zusatzversicherungen 5 Jahre und die Kündigungsfrist drei Monate. Das bedeutet, dass die Kündigung bis spätestens am 30. September eingetroffen sein muss. Besonders wichtig ist, eine allfällig geforderte Gesundheitsdeklaration korrekt auszufüllen, um einen nachträglichen Ausschluss aus der Kasse – oder den nachträglichen Ausschluss bestimmter Leistungen – zu verhindern.

Autor: Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung der Maklerzentrum Schweiz AG