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Zinsen: Es dreht sich alles ums Wachstum

Die zunehmend vorsichtigeren Töne aus der US-Notenbank verdeutlicht ihre Intention, die Zinspolitik anzupassen. Dies zielt zum Teil darauf ab, ein wirtschaftliches Umfeld zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten, welches Wachstum auf Basis verschiedenster wirtschaftlicher Kräfte ermöglicht.

Im Auftrag von Legg Mason

Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass ein wirkliches Wachstum nicht allein durch Veränderungen in der Geldpolitik erreicht werden kann. Jedoch hat sich die Fed in Ermangelung anderer Instrumente und mit ihrem Mandat, sich von den politischen Kämpfen um die Finanz-, Steuer- und Handelspolitik fernzuhalten, nun den anderen großen Zentralbanken angeschlossen und hält die Zinsen niedrig, um das globale Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden.

Die wichtigsten Anleihemärkte scheinen diese Botschaft aufzunehmen. Wie in der Grafik gut zu sehen, sind die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Chinas akkommodierende Haltung, die jüngste Wende der Europäischen Zentralbank und das zinspolitische Zurückrudern der Fed haben die Renditen deutlich schmelzen lassen - im Falle Deutschlands sogar in negatives Terrain.

Man könnte jedoch die jüngste Wende der weltweiten Notenbankpolitik durchaus auch als positives Signal werten, denn neben zunehmenden Sorgen lassen sich darin auch zusätzliche Möglichkeiten hineindeuten.

Im Aufschwung: Die Gruppe der negativ verzinsten Anleihen

Im Umfeld der jüngsten Ankündigungen durch die EZB und dem Rückzieher der US-Notenbank in Bezug auf Zinserhöhungen hat der Gesamtmarktwert der Anleihen mit einer Rendite unter null im Bloomberg Barclays Global Aggregate Index einen Wert von 10,09 Billionen US-Dollar erreicht. Dies entspricht knapp 20% des gesamten Marktwertes aller im Index enthaltenden Anleihen (etwa 52,3 Billionen Dollar).

Chart mit freundlicher Genehmigung von Western Asset. Quelle: Bloomberg, Stand: 19.3.2019. Die vergangene Wertentwicklung stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar. Diese Informationen dienen nur der Veranschaulichung und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Investition wider.

10 Billionen US-Dollar sind historisch betrachtet noch kein Rekordwert; diese Ehre geht an den 30. Juni 2016 als der Wert etwa 12,17 Billionen US-Dollar erreichte. Jedoch liegt der Anteil am gesamten ausstehenden Marktwert nahe dem Höchststand von 20,3% im Jahr 2017. Dieser wurde am 8. September 2017 erreicht.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Zahlen nicht nur den Marktwert von Investment-Grade-Anleihen mit negativen Renditen darstellen - einige davon könnten in den 10,09 Billionen US-Dollar enthalten sein, andere wiederum nicht - abhängig von den Marktmaßnahmen nach der Emission. Zudem sind einige deutsche 10-jährigen Anleihen mit ursprünglich niedrigen, aber positiven Renditen im Preis gestiegen, so dass ihre Renditen nun als negativ berechnet werden - da sie bei einem Verkauf zu aktuellen Marktwerten einen Verlust generieren würden.

Mit Blick auf das kommende Jahr ist die Renditeentwicklung ein Zeichen für den akkommodierenden Kurs der Zentralbankpolitik und sollten in Betracht gezogen werden für die weitere Entwicklung der Märkte.

Im Abseits: Der Euro, mehr noch als das Pfund Sterling

Während sich das Brexit-Drama weiter entfaltet, scheint der Euro etwas stärker unter Druck zu stehen als das britische Pfund. Seit Ende Februar ist das Pfund gegenüber dem US-Dollar um 0,41% auf 1,3210 $ gefallen, während der Euro um 0,84% auf 1,1275 $ nachgab.

Einige Beobachter glauben, dass das Pfund unter Krisenmüdigkeit leidet – bzw. dass die politischen Wahrscheinlichkeiten sowie die Auswirkungen der möglichen Ergebnisse unmöglich zu berechnen sind. Gleichzeitig wird es immer offensichtlicher, dass die Erwartungen für das BIP innerhalb der Eurozone unabhängig vom Ausgang in jedem Fall reduziert werden müssen. 

Ein Barometer für die finanziellen Spannungen ist der Preis des Schweizer Frankens, welcher oft als relativ sicherer - wenn auch illiquider - Hafen innerhalb Europas angesehen wird. Der Franken ist gegenüber dem US-Dollar seit Ende des letzten Monats um 0,44% auf 0,994 $ gestiegen.

Quelle für alle Daten: Bloomberg, Stand: 26. März 2019, sofern nicht anders angegeben.