Technische Analyse

SMI: Die Stimmung ist gut und wird es auch bleiben

Der Swiss Market Index konnte die Unterstützungszone bestätigen und sogar den alten Aufwärtstrend zurückerobern. Diese Woche wird die Dynamik zwar etwas nachlassen, der positive Grundton aber anhalten. Heute mit einer Einzelwertanalyse zu Allreal.

Christoph Geyer

Wichtige Marken

Widerstandszone (1)
um 9'150 Punkten
Quelle ©ProRealTime.com

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Der Swiss Markte Index hat in der vergangenen Woche wieder eine «grosse runde Zahl» (1) in Form der 11'000er-Marke erreicht. Solche runden Zahlen üben üblicherweise eine hohe Anziehungskraft auf die Marktteilnehmer aus. Naturgemäss stellen sie aber auch eine psychologische Schwelle dar.

Die Grundstimmung ist weiter positiv, auch wenn sich nach dem jüngsten dynamischen Anstieg auf ein neues Rekordhoch von 11'061 Punkten zum Wochenstart einige Gewinnmitnahmen einstellen werden. Diese werden dazu führen, dass der Index bis an die Aufwärtstrendlinie (1a), die derzeit bei ca. 10'800 Punkten verläuft, zurückfallen kann.

Von den inzwischen recht heiss gelaufenen Indikatoren wird diese Erwartung unterstützt. Der CCI (5) und der Willams (6) stehen kurz vor Verkaufssignalen.

Dagegen hat der MACD-Indikator (4) gerade ein Kaufsignal generiert, welches allerdings schnell wieder negiert werden kann.

Das besondere Augenmerk sollte erneut auf dem Abstand des Index zu seiner 21-Tage-Durchschnittslinie (7) liegen. Dieser notiert mit rund 2% wieder in einer Region, die in den letzten Monaten immer zu einer Korrekturbewegung geführt hat.

Dazu passt auch der Blick auf die Einzelwerte des Index. In dieser Woche drängt sich kein Wert aus der ersten Reihe für eine Longempfehlung auf, wenn man die Werte ausklammert, die ohnehin sehr langfristige Aufwärtstrends aufweisen (z.B. Givaudan, Roche, Swiss Life und Zurich).

Fazit:
Nach einer durch die Indikatoren und die 21-Tage-Linie unterstützte Phase der Gewinnmitnahmen zum Wochenstart steht die zweite Wochenhälfte wieder im Zeichen von Kursavancen. Diese dürften die Marke von 11'000 Punkten deutlich übersteigen. Der freundliche Grundton wird von den erwarteten Gewinnmitnahmen nicht beeinträchtigt werden. Sollten die Marktbedingungen gleich bleiben, ist mit einem Anhalten des Aufwärtstrends zu rechnen.

Score-Tabelle SMI

Einzelanalyse: Allreal muss konsolidieren

Quelle ©ProRealTime.com

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Ein langfristiger Aufwärtstrend zeichnet den Kursverlauf von Allreal seit Anfang 2019 aus. Von September bis Dezember letzten Jahres hat sich allerdings eine Seitwärtsrange zwischen 188 Fr. und 195 Fr. (1) etabliert. Aus dieser Range konnte der Kurs Anfang dieses Jahres nach oben ausbrechen.

Nach einem zunächst eher moderaten Anstieg erfolgte in der vergangenen Woche eine fast parabolische Aufwärtsbewegung. Dies ist nicht zuletzt am recht hohen Abstand des Kurses zur 21-Tage-Linie (5) mit über 4% abzulesen. Ein solcher Extremwert führte im vergangenen Jahr bereits mehrfach zumindest zu einer Verschnaufpause im Aufwärtstrend.

Die Indikatoren sind in den überkauften Bereich gestiegen und stehen vor Verkaufssignalen. Der CCI (2) und der RSI (3) haben noch kein Signal generiert. Beim Williams (4) ist bereits ein Abkippen zu beobachten.

Die Umsätze (6) sind trotz des starken Anstiegs rückläufig. Da nach der Lehre der Technischen Analyse der Umsatz mit dem Trend «gehen» muss, ist dies ein zusätzliches Warnsignal.

Fazit:
Der langfristige Aufwärtstrend ist unbestritten intakt und wird auch nicht in Gefahr geraten. Wegen des jüngsten starken Anstiegs und der heiss gelaufenen Indikatoren steht eine Konsolidierung bzw. Korrekturbewegung bevor.

Marken

Kurs am 28.02.2020 21 Tage - Linie Abstand 21-Tage-Linie MACD Indikator RSI Signal CCI Signal Volumen
20,81 23,28 11.87% zieht noch nach unten überverkauft überverkauft stark steigend bei fallenden Kursen – Ausverkaufssituation

Rückblick Einzelanalyse: Richemont

Die Aktien von Richemont konnten wie erwartet die Unterstützungslinie halten und sind wieder in den Bereich der 21-Tage-Durchschnittslinie gestiegen. Damit wurde die extreme Überverkauftsituation zunächst abgebaut.

Ungeachtet dessen stehen die übrigen Indikatoren noch immer auf Kauf, sind aber zum Teil bereits recht weit fortgeschritten. Die Anstiegsbewegung war zudem von tendenziell fallenden Umsätzen begleitet.

Die Empfehlung der vergangenen Woche stellte lediglich eine Spekulation auf eine Gegenbewegung dar, die wie von uns erwartet eingetreten ist. Für einen weiteren Anstieg oder gar eine nachhaltige Trendwende des seit dem Sommer bestehenden Abwärtstrends fehlt derzeit die Fantasie.

Die Aktie gewann 4,2 % und entwickelte sich damit besser als der SMI, der im gleichen Zeitraum 3,4% zulegen konnte.