Technische Analyse

Wird der Shooting-Star die Party verderben?

Der Ausbruch ist geschafft. Damit hat sich für den Swiss Market Index neues Aufwärtspotenzial eröffnet. Die Indikatoren ziehen weiterhin nach oben, das Erreichen der 10'000-Punkte-Marke dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Wenn da bloss nicht der Shooting-Star wäre.

Christoph Geyer

Mittlere Frist: Insgesamt verbesserte Lage, mit Schönheitsfehlern

Wichtige Marken

Unterstützung (1) Widerstandsbereich (2)
zwischen ca. 9'440 und 9'550 Punkten zwischen ca. 10'000 und 10'150 Punkten
Quelle: ©FactSet Digital Solutions GmbH

Quelle: ©FactSet Digital Solutions GmbH

Für einen Tag lang sah es vergangene Woche so aus, als könne der SMI den Aufwärtstrend (3) zurückerobern. Diese Hoffnung ist noch immer berechtigt, auch wenn einige Signale dagegen sprechen.

Der übergeordnete Trend ist jedenfalls intakt, und der Bruch der Widerstandslinie bei 9800 Punkten hat gezeigt, dass die Marktteilnehmer die Kraft aufbringen können, neue Höhen zu erreichen.

Wichtig war in der vergangenen Woche auch, dass der Kreuzwiderstand (Pfeil) ohne Probleme überwunden werden konnte. Dieses Verhalten eröffnet nun die Chance auf einen Anstieg bis in den Bereich von 10'000 Punkten. «Märkte lieben grosse runde Zahlen»: Nach diesem Lehrsatz dürfte es nun nur eine Frage der Zeit sein, bis die letzten Meter auf dem Weg nach oben geschafft sind.

Fazit:
In der kommenden Woche sollte die Aufwärtstendenz der vergangenen Woche den Grundstein für einen Anstieg bis an die 10'000er-Marke gelegt haben.

Kurze Frist: Wird der neue Shooting-Star die Stimmung verderben?

Wichtige Marke

Unterstützung (1)
ca. 9'785 Punkte
Quelle: FactSet Digital Solutions GmbH

Quelle: FactSet Digital Solutions GmbH

Es sieht aus wie im Lehrbuch. Der SMI hat den Ausbruch über den Widerstand (1) geschafft und ist an die alte Aufwärtstrendlinie (2) gestiegen. Meist entsteht nach einem solchen Ausbruch ein Pullback (Rückkehrbewegung) an die Ausbruchslinie. Dies ist vermutlich bereits am Freitag erfolgt.

Am Donnerstag wurde erneut ein Shooting-Star gebildet (Pfeil), der, anders als vor einer Woche, am Freitag bestätigt wurde. Sollte diese Bestätigung zum Wochenstart negiert werden, ist mit einem schnellen Anstieg bis 10'000 Punkte zu rechnen. Andernfalls ist auch ein Rückgang unter die Ausbruchslinie kurzfristig möglich.

Der Abstand zur 21-Tage-Linie hat sich weiter auf 1,8% ausgeweitet. Dies bedeutet, dass eine Gegenbewegung immer wahrscheinlicher wird. Gut möglich, dass sich der Abstand noch ausweitet und die Gegenbewegung dann von der 10'000er-Marke gestartet wird.

Die Divergenzen bei den Indikatoren sind noch immer intakt. Im Falle des MACD-Indikators (3) könnte die Divergenz diese Woche abgebaut werden und damit ihr Warnsignal verlieren. Der Stochastik-Indikator (4) steht kurz vor einem Verkaufssignal, welches allerdings nicht mehr die grosse Bedeutung haben dürfte, da der Trend wieder recht stark geworden ist.

Fazit:
Der Markt hatte es bereits in der vergangenen Woche geschafft, gegen die Warnsignale nach oben auszubrechen. Dies zeigt ein sehr positives Sentiment, weshalb die Warnsignale auch in der kommenden Woche ignoriert werden dürften.

Score-Tabelle SMI

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In der Score-Tabelle ist nicht ersichtlich, dass es bei vielen Einzelwerten nach einer Topformation aussieht. Da dies bei den Index-Schwergewichten Nestlé und Novartis nicht der Fall ist, dürften die kritischen Chartbilder bei den übrigen Werten noch keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Markt haben.

Schlussfolgerung

Es ist nicht zu erwarten, dass der SMI ohne jegliche Reaktion in den kommenden Wochen einfach weiter steigt. Die vielen Warnhinweise, die sich bereits aufgebaut haben, werden früher oder später zur Geltung kommen. Zumindest in der kommenden Woche ist aber mit weiteren Kurssteigerungen zu rechnen. Die Marke von 10'000 Punkten dürfte in den kommenden Tagen fallen.

  • Mittelfristbeurteilung:
    Trotz der Warnsignale besteht eine gute Chance auf einen Ausbruch und neuen Höchststand. Das Sentiment und die Vorgaben sprechen dafür.
  • Kurzfristbeurteilung:
    Der Abstand zur 21-Tage-Linie und die noch immer vorhandenen Divergenzen sind Warnsignale. Da diese allerdings schnell verfliegen könnten, ist für mindestens eine Woche die Chance gross, dass der Aufwärtstrend noch halten kann.
  • Score-Tabelle:
    Aus der Tabelle gehen die Topbildungen der Einzelwerte noch nicht adäquat hervor. Weitere ein bis zwei freundliche Wochen im Markt dürften dafür sorgen, dass sich auch hier Extremwerte zeigen.